02.01.2017

Handwerker haftet für sämtliche Schäden, wenn Wohnungsverkauf wegen Baumängeln scheitert

Der Handwerker ist verpflichtet, dem Bauherrn Schadensersatz bei Baumängeln zu leisten, wenn dadurch der Wohnungsverkauf oder die Vermietung scheitert.

Schadensersatz bei Baumängeln

Das Urteil des OLG München (9 U 794/12 Bau) stellt eindeutig klar: Wird die Bauleistung nicht termingerecht und mangelfrei hergestellt, hat der Handwerker dem Bauherrn den Schaden, der daraus entsteht, in voller Höhe zu ersetzen. Das gilt dann, wenn der Bauherr den Handwerker auf die Gefahr eines hohen Schadens hinweist.

Vorsicht: Der Schadensersatz bei Baumängeln kann für Handwerker ein Vielfaches ihrer Vergütung bedeuten. In dem entschiedenen Fall musste der Parkettleger über 200.000 € Schadensersatz zahlen! Der BGB hat die Entscheidung des OLG bestätigt.

In diesem Fall wies die Arbeit eines Parkettlegers erhebliche Mängel auf. Die Mängel konnten nur durch eine Neuverlegung des Parketts behoben werden. Zeugen haben bestätigt, dass die Wohnung wegen der mangelhaften Leistung nicht verkauft werden konnte. Der Bauherr hat den Handwerker darüber informiert. Beachtet ein Handwerker diesen Hinweis nicht, muss ihm das Risiko dieses Verhaltens klar sein.

Nach § 254 Abs. 2 Satz 1 BGB trifft den Bauherrn dann ein Mitverschulden, wenn er es unterlassen hat, den Schädiger auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die dieser weder kannte noch kennen musste.

Praxisempfehlungen:

Damit Sie als Handwerker erst gar nicht nicht in die Situation geraten Schadensersatz bei Baumängeln leisten zu müssen, sollten Sie folgendes beachten:

  • Beachten Sie als Handwerker alle Hinweise des Bauherrn darauf, dass er wegen Mängeln eine Wohnung nicht verkaufen oder vermieten kann. Reagieren Sie schnell und beheben Sie sofort alle Mängel.
  • Sie können dem Bauherrn ein Mitverschulden nachweisen, wenn er Sie nicht auf mögliche Schäden hingewiesen hat.
Autor: WEKA-BAU Redaktion
VOB