24.08.2017

GewAbfV 2017: Neue Dokumentationspflicht zur Bauabfall-Trennung betrifft alle Gewerke!

Seit 1. August müssen Bauunternehmen mit Fotos, Lageplänen und Lieferscheinen festhalten, wie sie Bauabfälle trennen – oder warum sie nicht trennen. Das gilt nach novellierter Gewerbe-Abfallverordnung (GewAbfV) jetzt auch für Bauschutt aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik.

GewAbfV

Die novellierte Gewerbe-Abfallverordnung (GewAbfV)

Vom Badumbau bis hin zum Großbauvorhaben: Auf Verlangen muss den Behörden eine vollständige Bauabfall-Dokumentation vorgelegt werden laut GewAbfV. Bei Verstößen gegen die Verordnung sind Bußgelder bis zu 100.000 Euro möglich.

Zwar gibt es zahlreiche Ausnahmen und Sonderregeln für die Mülltrennung – jedoch ist jeder noch so kleine Betrieb von den neuen Dokumentationspflichten betroffen. Denn wenn wegen Platzmangel oder geringen Mengen nicht getrennt gesammelt werden muss, muss auch über diese Mischabfälle Buch geführt werden.

Diese Dokumentationspflichten gelten für Bau- und Abbruchabfälle:

  • Grundsätzlich ausgenommen von Dokumentationspflichten sind Bau- und Abbruchmaßnahmen, bei denen das Volumen der insgesamt anfallenden Abfälle 10 m³ nicht übersteigt. Wird z. B. auf der gleichen Baustelle durch einen Handwerksbetrieb ein Bad saniert und durch einen anderen eine Heizungsanlage erneuert, gilt für beide Baumaßnahmen die 10 m³ Grenze. Sind mehrere Betriebe an einer Baumaßnahme beteiligt, unterliegen alle von den beteiligten Betrieben durchgeführten Arbeiten der 10 m³ Grenze.
  • Die getrennte Sammlung ist durch Lagepläne, Fotos, Liefer- und Wiegescheine oder ähnliche Dokumente zu dokumentieren. Auf gleiche Art und Weise sind auch die Gründe für das Abweichen von der Pflicht zur getrennten Sammlung der Abfälle zu belegen.
  • Bei der Übergabe der getrennt gesammelten Abfälle zur Wiederverwendung oder dem Recycling ist eine schriftliche Bestätigung des Übernehmenden über die Masse und den beabsichtigten Verbleib des Abfalls einzuholen.
  • Für Abfallfraktionen, die nicht getrennt gesammelt werden, ist zu dokumentieren, warum dies technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist.
  • Die Übergabe von Gemischen an eine Vorbehandlungs- oder Aufbereitungsanlage bzw. die Zuführung zur energetischen Verwertung ist durch entsprechende Liefer- und Wiegescheine, Entsorgungsverträge oder Nachweise desjenigen, der die Abfälle übernimmt, zu dokumentieren.
  • Zusätzlich ist bei der erstmaligen Übergabe von Gemischen an eine Vorbehandlungsanlage eine schriftliche Bestätigung des Betreibers über den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage einzuholen und aufzubewahren.
  • Bei der erstmaligen Übergabe von Gemischen an eine Aufbereitungsanlage ist eine schriftliche Bestätigung des Betreibers einzuholen und aufzubewahren, dass in der Aufbereitungsanlage definierte Gesteinskörnungen hergestellt werden.
  • Die Unterlagen sind aufzubewahren und der zuständigen Abfallbehörde auf Verlangen vorzulegen.

Schon jetzt bieten spezielle Dienstleister den Handwerksbetrieben an, die Dokumentationen zu übernehmen. Doch selbst bei kleineren Baumaßnahmen fallen für diesen Service um die 150 Euro Gebühr an.

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Autor: WEKA Redaktion