10.06.2016

Gemeinsames Aufmaß

Vorschrift

  • § 14 Abs. 2 VOB/B

1. Mit gemeinsamem Aufmaß Streitigkeiten vermeiden

Da das Aufmaß häufig die Quelle für spätere Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen ist, ist die Anfertigung eines gemeinsamen Aufmaßes dringend zu empfehlen. Auf diese Weise können Zweifelsfragen frühzeitig aufgedeckt und an Ort und Stelle geklärt werden. Dies ist auch der Hintergrund der Regelung in § 14 Abs. 2 Satz 1 VOB/B: Es sollen klare Verhältnisse hinsichtlich des tatsächlichen Leistungsumfangs geschaffen werden. Das liegt im Interesse beider Bauvertragsparteien.

Im Streitfall muss grundsätzlich der Auftragnehmer nachweisen, dass das Aufmaß richtig ist. Er trägt die sog. Beweislast. Deshalb hat der Auftragnehmer nach ständiger Rechtsprechung einen Anspruch auf ein gemeinsames Aufmaß. Er kann vom Auftraggeber verlangen, dass die Feststellungen gemeinsam an Ort und Stelle getroffen werden.

Weigert sich der Auftraggeber, an der gemeinsamen Erstellung des Aufmaßes mitzuwirken, so ist der Bauunternehmer nach ständiger Rechtsprechung berechtigt, ein von ihm einseitig erstelltes Aufmaß seiner Abrechnung zugrunde zu legen. Bestreitet der Auftraggeber dann die Richtigkeit des Aufmaßes, so ist er verpflichtet, hierfür den Beweis zu erbringen. Letztlich führt die Verweigerungshaltung des Auftraggebers damit zu einer Umkehr der Beweislast. Während normalerweise der Bauunternehmer für den Umfang der ausgeführten Leistungen im Streitfall darlegungs- und beweispflichtig ist, muss nunmehr der …

Autor: Markus Fiedler (Rechtsanwalt)

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