Fachbeitrag | Beitrag aus „BGB- und VOB-Musterbriefe/-verträge für Handwerker und Bauunternehmer –“ 22.11.2016

Erläuterung – Begleitschreiben mit Hinweis auf Kalkulationsgrundlagen

Eine zuverlässige und sorgfältige Angebotsbearbeitung setzt auf Seiten des Auftragnehmers häufig die Berücksichtigung vieler ineinandergreifender Faktoren voraus. Dabei kann es sich auch um solche Umstände handeln, deren Auswirkungen der Auftragnehmer zum Zeitpunkt der Angebotsbearbeitung noch nicht exakt abschätzen kann. In solchen Fällen empfiehlt es sich für den Auftragnehmer, im Begleitschreiben zum Angebot darauf hinzuweisen, von welchen Annahmen er bei der Preisbildung ausgegangen ist.

In einem vom OLG Schleswig (22.12.2005 – 5 U 55/05, IBR 2007, 62) entschiedenen Fall hatte ein Auftragnehmer ein Angebot für Bohrpfahlarbeiten abgegeben. In seinem Begleitschreiben zum Angebot hatte der Auftragnehmer darauf hingewiesen, er sei bei seiner Kalkulation davon ausgegangen, dass der Bohrpfahlbeton bauseits gestellt werde. Außerdem hatte der Auftragnehmer bestimmte Annahmen zu den voraussichtlichen Bodenklassen getroffen. Der Auftraggeber erteilte darauf den Zuschlag. Tatsächlich wichen die Baugrundverhältnisse erheblich von den Annahmen im Angebotsbegleitschreiben ab. Der Auftragnehmer beanspruchte daraufhin Vergütung für geänderte Leistungen (§§ 1 Abs. 3, 2 Abs. 5 VOB/B).

Das OLG Schleswig billigte dem Auftragnehmer einen Anspruch auf Mehrvergütung zu. Entgegen seinen im Begleitschreiben zum Angebot geäußerten Annahmen habe der Auftragnehmer während der Ausführung Findlinge im Baugrund angetroffen. Damit habe er nicht rechnen müssen. Der Auftragnehmer habe vielmehr in seinem Begleitschreiben …

Autoren: Brügmann , Zeiske

Sie sehen nur einen Ausschnitt aus dem Produkt „BGB- und VOB-Musterbriefe/-verträge für Handwerker und Bauunternehmer –“. Sie können den vollständigen Text nachlesen, indem Sie das Produkt „BGB- und VOB-Musterbriefe/-verträge für Handwerker und Bauunternehmer –“ bestellen und 14 Tage lang kostenlos testen.