Fachbeitrag | Beitrag aus „HKL-Anlagen sicher warten und effizient inspizieren“
16.03.2016

Das kaufmännische Bestätigungsschreiben

5197_HKL-Anlagen

Sind Abreden zwischen den Parteien nur mündlich erfolgt, so ist der spätere Beweis (zum Beispiel vor Gericht) häufig nicht oder nur sehr schwer möglich.

Beispiel

Der Auftragnehmer wurde – über den Wartungsvertrag hinaus – mündlich mit Reparaturarbeiten an einer Anlage beauftragt. Nach Ausführung der Arbeiten verweigert der Auftraggeber die Vergütung. Er bestreitet, einen mündlichen Auftrag überhaupt erteilt zu haben. Im gerichtlichen Verfahren werden von beiden Seiten Zeugen benannt, nämlich die jeweiligen Mitarbeiter des Auftragnehmers und des Auftraggebers. Vor Gericht bestätigen die Zeugen jeweils die Sachverhaltsschilderung ihres Arbeitgebers. In einem solchen Fall wird der Auftragnehmer die Vergütung regelmäßig nicht durchsetzen können. Denn wenn Aussage gegen Aussage steht, dann ist der notwendige Beweis des Zusatzauftrags nicht erbracht.

Handelt es sich bei dem Auftraggeber nicht um einen Verbraucher (privaten Häuslebauer), so steht dem Auftragnehmer häufig das Mittel des sog. kaufmännischen Bestätigungsschreibens zur Verfügung.

Beispiel

Im obigen Beispielsfall hat der Auftragnehmer den Reparaturauftrag dem Auftraggeber (einer GmbH) mit einer kurzen E-Mail bestätigt. Der Auftraggeber hat der E-Mail nicht widersprochen. Es finden die Grundsätze des sog. kaufmännischen Bestätigungsschreibens Anwendung. Da der Auftraggeber dem Bestätigungsschreiben des Auftragnehmers nicht widersprochen hat, ist er an den Inhalt des Schreibens gebunden. Der Auftragnehmer kann also durch …

Autor: Markus Fiedler 

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