01.02.2017

Häufige Fehler bei der Abnahme: Der Auftragnehmer sollte immer die Möglichkeit einer Teilabnahme prüfen

Der Auftragnehmer hat bei einem VOB/B-Vertrag grundsätzlich ein Recht auf Teilabnahmen (§ 12 Abs. 2 VOB/B).

Teilabnahme

Zwar kann dieses Recht auf Teilabnahme im Bauvertrag durch eine entsprechende Vereinbarung ausgeschlossen werden. Das ist jedoch nicht bei jedem Bauvertrag tatsächlich der Fall. Deshalb muss der Auftragnehmer im eigenen Interesse unbedingt prüfen, ob nach dem Bauvertrag Teilabnahmen ausgeschlossen sind.

Ist dies nicht der Fall, so sollte der Auftragnehmer immer dann Teilabnahmen fordern, wenn er eine in sich abgeschlossene Leistung (§ 12 Abs. 2 VOB/B) fertiggestellt hat.

Die Forderung nach Teilabnahmen kann aber auch dann sinnvoll sein, wenn der Bauvertrag an sich diese ausschließt.

Beispiel einer Teilabnahme

Der Auftraggeber hat einen Teil der vom Auftragnehmer erstellten Arbeiten bereits in Benutzung genommen. In einem solchen Fall dürfte es rechtsmissbräuchlich sein, wenn sich der Auftraggeber auf den Ausschluss von Teilabnahmen im Bauvertrag beruft.

Der Auftragnehmer sollte deshalb in einem solchen Fall unbedingt eine Teilabnahme fordern.

Autor: Markus Fiedler (Rechtsanwalt)
VOB