15.03.2016

8 Hinterfüllen und Überschütten von Bauwerken

Allgemeines

Der Hinterfüllbereich von Bauwerken ist ein besonders schadensträchtiger Bereich in einer Straße, weil hier zwei Elemente unterschiedlicher Steifigkeit und unterschiedlichen Setzungsverhaltens aneinanderstoßen und schon sehr geringe Verformungen die Befahrbarkeit stören.

Der Hinterfüllbereich wird vom Überschüttbereich so abgegrenzt (Abb. 1):

  • Bei Bauwerken mit vertikaler Rückwand reicht der Hinterfüllbereich bis Oberkante Bauwerk.

  • Bei Bogenkonstruktionen wird die Hinterfüllung bis auf Höhe einer horizontalen Tangente auf Bogenoberkante gerechnet.

  • Auffüllungen darüber sind Überschüttungen.

Abb. 1: Abgrenzung Hinterfüll- vom Überschüttbereich

Der Hinterfüllbereich ist in ZTV E-StB, Abschnitt 10 definiert (Abb. 2):

  • Begrenzung zum Erdkörper:

    ab 1 m hinter Fundamenthinterkante

    bzw. ab einer Linie von den Flügelhinterkanten senkrecht nach unten auf die Gründungsebene projizieren

    nach oben mit 1 : 2 ansteigend bei nachträglicher Hinterfüllung in Dammlage

    bzw. mit 1 : 1 bei mit der Dammschüttung ausgeführten Hinterfüllungen und Einschnitten bzw. bis zur Baugrubenwand

  • Entwässerungsbereich (ZTV E-StB 10.7):

    An der Bauwerkshinterkante mindestens 1 m dick, wasserdurchlässig und filterstabil zum Hinterfüllmaterial; mit diesem gemeinsam eingebaut.

    Bei Einschnitten eine filterstabile Entwässerungsschicht auf der Baugrubenböschung.

    Zur Sicherstellung ausreichender Entwässerungsleistung kann zusätzlich zu der mineralischen Entwässerungsschicht eine Dränmatte eingebaut werden.

Autor: Dr. Wilhelm Wilmers

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