Fachbeitrag | Beitrag aus „Praxishandbuch Erdbau, Entwässerung, Wegebau“ 15.03.2016

4 Retentionsbodenfilter

Begriff

In Deutschland werden Retentionsbodenfilteranlagen seit etwa 25 Jahren für die weitergehende Behandlung von Regenwasserabflüssen in Misch- und Trennsystemen eingesetzt. Sie ermöglichen es, belastetes Niederschlagswasser nahe am Ort des Anfalls mechanisch-biologisch zu reinigen. Retentionsbodenfilter sind Filterbecken mit einem künstlich eingebrachten Filtersubstrat als Bodenfilter. Über dem Bodenfilter befindet sich der Retentionsraum. Nach Durchsickerung des Filterkörpers wird das Wasser mit einer Dränage, die oberhalb der Beckendichtung liegt, gefasst und gedrosselt in ein oberirdisches Gewässer eingeleitet. Die Behandlung der Regenwasserabflüsse erfolgt im bewachsenen, vertikal durchströmten Bodenfilter. Dort werden die partikulären Stoffe durch Filtrations- und Sorptionsvorgänge zurückgehalten. Auch gelöste Stoffe können teilweise durch biochemische Prozesse zurückgehalten bzw. entfernt werden. Der Retentionsraum über dem Bodenfilter ermöglicht eine Rückhaltung der Regenwasserabflüsse und durch Drosselung eine Verringerung der hydraulischen Gewässerbelastung.

Einem Retentionsbodenfilter ist immer als Vorstufe ein Absetzbecken mit integrierter Leichtflüssigkeitsabscheidung vorzuschalten, um den Stoffeintrag auf und in den Bodenfilter zu minimieren. Die Oberfläche des Bodenfilters wird durch eine Vegetationsdecke geschützt. In der Regel wird Schilf eingesetzt.

Regelwerke

Normen der DIN, Beuth-Verlag GmbH

  • DIN 18300 Erdarbeiten (VOB/C)

Regelwerke der Deutschen …

Autor: Lange

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