15.01.2021

Viele Probleme beim Internethandel mit Chemikalien

Ist das Internet ein rechtsfreier Raum? Wer im neu erschienenen Bericht über den digitalen Chemikalienhandel blättert, kann sich diesem Eindruck nicht ganz entziehen. Immer mehr gefährliche Produkte treffen online auf recht naive Verbraucher. Der Bericht offenbart Notwendigkeiten und Herausforderungen einer verstärkten Marktüberwachung im Onlinehandel. Lesen Sie hier einen Überblick über die drängendsten Probleme.

Gefährlicher Onlinehandel mit Gefahrstoffen

Der Onlinehandel boomt – und dabei wechseln auch Chemikalien, chemische Produkte und Produkte, die gefährliche Stoffe enthalten, den Besitzer. Dass dabei – bewusst oder unbewusst – immer wieder gegen Gefahrstoff-, Gefahrgut- und Verbraucherschutzvorschriften verstoßen wird, ist längst ein offenes Geheimnis.

Einen Überblick zur aktuellen Lage hat sich die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Chemikaliensicherheit (BLAC) verschafft. Jetzt hat die BLAC den zusammenfassenden Bericht „Überwachung des Internethandels mit Chemikalien in Deutschland 2013–2018“ herausgegeben.

Das Fazit der Beobachtungen ist ernüchternd: Viele Anbieter sehen das Internet als einen rechtlich weitgehend ungeregelten Raum, in dem die verschiedensten gefährlichen Chemikalien und chemischen Produkte angeboten werden können. Das trifft auf Verbraucher, die oft davon ausgehen, dass der Staat das Angebot reguliert. Sie erwarten, dass die angebotenen Produkte erlaubt sind und den Vorgaben zum Umwelt- und Verbraucherschutz entsprechen.

Die Erfahrungen im Rahmen des BLAC-Projekts zeigen, dass dies nicht zutrifft: Im Rahmen der Arbeit der Expertengruppe werden immer mehr gefährliche Produkte entdeckt, die im stationären Handel seit vielen Jahren so gut wie keine Rolle (mehr) spielen, im Onlinehandel jedoch ein wachsendes Verbraucherschutzproblem darstellen. Viele Anbieter solcher Produkte haben ihren Sitz im außereuropäischen Ausland. Die Durchsetzung von deutschem Recht ist dadurch erschwert möglich.

Autor: Uta Fuchs