Fachbeitrag | Unterweisung
12.09.2016

Unterweisungen für Gefahrgutfahrer

Fahrer, die Gefahrgüter befördern, haben eine große Verantwortung und müssen neben der ADR-Schulungsbescheinigung („Gefahrgutführerschein“) in regelmäßigen Abständen unterwiesen werden. Gerade die aufgabenbezogenen Inhalte einer Unterweisung sind nicht immer leicht herauszufinden, da sie naturgemäß von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sind.

Unterweisung Gefahrgutfahrer© STEFANOLUNARDI/​iStock/​Thinkstock

Dem Fahrer kommt bei Gefahrguttransporten eine wichtige Rolle zu: Er muss nicht nur seine Fahrweise der Ladung anpassen, sondern auch vor jeder Fahrt die korrekte Sicherung der Ladung und die Lastenverteilung kontrollieren     (§§ 22 und 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie VDI-Richtlinie 2700). Auch wenn er nicht selbst beladen hat bzw. für die Beladung nicht verantwortlich ist, muss er diese Kontrollen vornehmen. Zusätzlich muss er bei längeren Fahrten prüfen, ob alles weiterhin korrekt verstaut ist, und ggf. nachjustieren. Für diese Aufgaben muss er unterwiesen werden.

Inhalte einer Gefahrgutunterweisung

Das internationale Gefahrgutabkommen ADR (Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route) macht eine Unterweisung zur Pflicht – und zwar nicht nur für Fahrer, sondern für alle an der Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße „beteiligten Personen“ (Kapitel 8.2.3 und 1.3 ADR).

Die Gefahrgutunterweisung muss eine Einführung in die allgemeinen Bestimmungen beinhalten, die sich auf die ADR sowie auf die nationalen verschärften Gefahrgutbestimmungen bezieht (GGVSEB/Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt). Die Sicherheitsunterweisung umfasst vor allem die Risiken der Handhabung des Gefahrguts bei Be- und Entladung sowie Maßnahmen, die darauf abzielen, während der Fahrt das Fahrzeug zu sichern, es also bei Abwesenheiten stets abgeschlossen zu halten und nach Möglichkeit nicht unbeobachtet zu lassen. Diese Anforderungen lassen sich leicht nachprüfen bzw. schulen. Hinzu kommen die aufgabenbezogenen Schulungen, z. B.:

  • Eigenschaften der zu transportierenden Stoffe oder Gegenstände
  • Ladungssicherung
  • Zusammenladeverbote
  • Bedienung von Feuerlöschgeräten und Handhabung von Atemschutzgeräten
  • Be- und Entladung des Gefahrguts

Werden gefährliche Güter in einer Transportkette mit verschiedenen Verkehrsträgern befördert (multimodale Transportvorgänge), müssen die beteiligten Personen auch die Vorschriften und Besonderheiten der anderen Verkehrsträger kennen. Grundsätzlich kommt es bei der Festlegung des Unterweisungsinhalts neben der konkreten Aufgabe auch immer auf die zu unterweisenden Personen an, vor allem auf ihre Vorkenntnisse und ihre Erfahrung.

Unterweisungen organisieren

Eine qualitativ hochwertige Gefahrgutunterweisung sollte von einer qualifizierten und sachkundigen Person durchgeführt werden. Die Unterweisung kann auch durch den Gefahrgutbeauftragter&search-type=all“>Gefahrgutbeauftragten erfolgen (GGVSEB § 27). Führen externe Dienstleister die Fortbildung durch, ist eine Inhouse-Schulung natürlich besser, weil hier unternehmensspezifische Besonderheiten berücksichtigt werden können. Verbindliche Vorgaben, in welcher Häufigkeit zu unterweisen ist, existieren für keinen Verkehrsträger. Es gibt lediglich den Hinweis, dass Unterweisungen in regelmäßigen Abständen aufzufrischen sind.

Hinweis: Aufzeichnungen über die Unterweisung des Arbeitnehmers müssen fünf Jahre ab ihrer Fertigung aufbewahrt werden.

Autor: Markus Horn

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