20.05.2019

Neues Trainingskonzept für die Luftfracht in der Diskussion

Einer der wichtigsten Voraussetzungen für sichere Transporte sind geschulte Mitarbeiter. Deshalb gehören regelmäßige Unterweisungen für Mitarbeiter der Versender, Spediteure und Transporteure zum kleinen Einmaleins des Gefahrguttransportes. Seit einiger Zeit wird die Qualität der Ausbildung stärker diskutiert.

Luftfracht Training CBT

Während der Gefahrgut-Tage Hamburg stellte Michaela Böhm von der österreichischen Flugsicherung Austro Control, Wien, den Teilnehmern den Status Quo bei der Entwicklung einer kompetenzorientierten  Qualifizierung, eines competency-based Trainings (CBT) für Gefahrgut vor.

Inhalte des neuen Trainingskonzepts

Ziel dieses Trainings ist es nicht allein, Vorschriften-Wissen zu vermitteln. Diese Kenntnisse sollen wesentlich stärker als bisher durch praktische Fertigkeiten und Erfahrung sowie eine positive Motivation ergänzt werden. Dieser neue Ansatz des Trainings wurde für Fluglotsen bereits seit 2002 geplant und seit 2006 eingesetzt. Seit mehreren Jahren diskutieren Experten der Fluggesellschaften und Staaten bei der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO darüber, wie dieses Konzept für Personalschulungen umgesetzt werden kann.

Voraussichtlich mit der nächsten oder der übernächsten Ausgabe der ICAO-Technical Instruction 2020 bzw. 2021 soll das neue Training eingeführt werden. In der Diskussion ist dabei noch eine zweijährige Übergangszeit.

Fest steht, dass die Basis für ein CBT eine Analyse der konkreten Aufgaben sein muss. Danach erst könne der Trainingsbedarf erhoben und das Training durchgeführt werden. Es folgen regelmäßige Beurteilungen der Kompetenz.

Konkrete Umsetzung noch offen

„Unser Ziel muss es sein, erst die praktischen Abläufe zu erlernen und dann das Regelwerk“, stellt Böhm klar. Die Vorstellung, sich vom bewährten Konzept der Personalkategorien zu verabschieden, sorgt in Hamburg für lebhafte Diskussionen, vor allem unter anwesenden Schulungsanbietern.

Böhm wirbt für eine Beteiligung Deutschlands an der Ausarbeitung der Trainingskonzepte. Jetzt sei noch die Gelegenheit, selbst gestaltend einzugreifen. Die Inhalte der bisherigen Schulungen blieben weitgehend erhalten. Neu ist die geplante Struktur: ein Grundmodul und sieben unterschiedliche kompetenzorientierte Befähigungseinheiten.

Autor: Uta Fuchs