04.06.2019

Neue Sicherheitsstandards für Lkws

Ab 2022 sollen in der EU nur noch Fahrzeuge auf den Markt kommen, die neue Sicherheitsstandards erfüllen. Das soll Fahrgäste, Fußgänger und Radfahrer besser schützen.

LKWs sollen sicherer werden

Wer weiter oben sitzt, hat nicht zwingend die komplette Übersicht – davon können Lkw-Fahrer ein Lied singen. In Zukunft jedoch wird es für sie leichter werden, Fußgänger und Radfahrer nicht zu übersehen. Dafür sollen bestimmte Assistenzsysteme sorgen, die sich ab 2022 in allen neuen Lkws und in Bussen wiederfinden müssen. Sie erkennen z.B. andere Verkehrsteilnehmer vor und neben dem Fahrzeug und warnen den Fahrer vor allem beim Abbiegen. So will es die aktuell überarbeitete EU-Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen.

Aber nicht nur Lkws und Busse nimmt die EU-Verordnung ins Visier. Ab 2022 sollen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in Europa mit speziellen Sicherheitssystemen ausgestattet werden:

  1. Für Pkws, leichte Nutzfahrzeuge, Lkws und Busse: Warnung bei Müdigkeit und Ablenkung des Fahrers (z.B. Smartphone-Nutzung während der Fahrt), intelligente Geschwindigkeitsassistenz und Rückwärtsfahrsicherheit mit Kamera oder Sensoren sowie Unfalldatenaufzeichnung („Blackbox“)
  2. Für Pkws und leichte Nutzfahrzeuge: Spurhalteassistent, erweitertes Notbremsassistenzsystem (nur Pkws) und crashtesterprobte Sicherheitsgurte

Nicht nur die Technik erhöht die Sicherheit von Lkws

Lkw-Kabinen sollen zukünftig anders aussehen und den Fahrern so eine bessere direkte Sicht auf Straße und Verkehr ermöglichen. Auf entsprechende Standards haben sich das Europäische Parlament (EP) und die Mitgliedstaaten geeinigt. Sie sollen für neu eingeführte Lkw-Modelle ab 2024 und für alle anderen neuen Lkws ab 2027 ein Muss werden.

Insgesamt müssen nach der überarbeiteten Vorschrift fast 30 verschiedene Merkmale oder Systeme in neue Fahrzeuge verschiedener Typen eingebaut werden. Die meisten Technologien werden im Mai 2022 für neue Modelle und ab Mai 2024 für bereits bestehende Modelle verpflichtend.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass dank der vorgeschlagenen Maßnahmen bis 2038 über 25.000 Menschenleben gerettet und mindestens 140.000 schwere Verletzungen vermieden werden können.

Generell sterben in der EU immer weniger Menschen im Straßenverkehr: 2017 kamen europaweit etwa 25.300 Menschen bei Fahrzeugunfällen ums Leben – das sind 20 Prozent weniger als noch 2010. Vom selbst gesteckten Ziel, die Verkehrstoten zwischen 2010 und 2020 zu halbieren, ist die EU trotzdem noch meilenweit entfernt.

Autor: WEKA Redaktion