18.12.2017

Sicherheit von Kesselwagen erhöhen

Sicherheitsberater für einen Kesselwagen? Bislang sind die Betreiber von Kesselwagen und die für die Instandhaltung zuständigen Stellen nicht verpflichtet, einen Gefahrgutbeauftragten zu bestellen. Ein großes Versäumnis, meint der Europäische Verband der Gefahrgutbeauftragten (EASA).

Kesselwagen

„Leck im Kesselwagen: Großeinsatz am Stader Bahnhof“, schreibt das Stader Tageblatt am 2.8., knapp drei Wochen später tritt in Bottrop Schwefelsäure aus einem Waggon aus und in Kornwestheim hält ein undichtes Ventil an einem Kesselwagen Feuerwehr, Rettungskräfte und Gefahrstoffzug in Atem. Weil sich diese und ähnliche Unfälle mit Kesselwagen in jüngster Zeit häufen, will der Europäische Verband der Gefahrgutbeauftragten (EASA), dass künftig auch Betreiber eines Kesselwagens und die für die Instandhaltung zuständigen Stellen Gefahrgutbeauftragte bestellen müssen. Bisher ist das im RID, der maßgeblichen internationalen Vereinbarung für Gefahrguttransporte auf der Schiene, nicht vorgesehen.

Ein Kesselwagen ist ein Eisenbahngüterwagen mit einem oder mehreren geschlossenen Behältern, der Flüssigkeiten oder Gase transportiert. 

Betreiber eines Kesselwagens in die Pflicht nehmen

In einem entsprechenden Antrag an den zuständigen RID-Fachausschuss verweist die EASA auf schwere Unfälle mit Kesselwagen, die eine ordnungsgemäße Wartung hätten verhindern können. Dies habe deutlich gemacht: Auch die Betreiber eines Kesselwagens und die für die Instandhaltung zuständige Stelle hätten dafür zu sorgen, dass die Einhaltung von Vorschriften systematisch überwacht wird – eben über einen Gefahrgutbeauftragten.

Der vorgeschlagene Text im Wortlaut:

„1.8.3.1 Jedes Unternehmen, dessen Tätigkeit die Beförderung gefährlicher Güter auf der Schiene oder das mit dieser Beförderung zusammenhängende Verpacken, Beladen Befüllen oder Entladen oder das Betreiben eines Kesselwagens oder einer für die Instandhaltung zuständige Stelle (ECM) umfasst, muss einen oder mehrere Sicherheitsberater für die Beförderung gefährlicher Güter (…) benennen, deren Aufgabe darin besteht, die Risiken verhüten zu helfen, die sich aus solchen Tätigkeiten für Personen, Sachen und die Umwelt ergeben.“

Hier finden Sie den vollständen Antrag des EASA.

Ausblick: Vom Kesselwagen zum Tankcontainer

Für den Fall, dass der Antrag Erfolg hat, will die EASA einen vergleichbaren Vorschlag für Straßentransporte vorlegen. Das würde dann Betreiber von Tankcontainern oder von ortsbeweglichen Tanks betreffen.

Autor: Uta Fuchs