24.08.2020

Internationale Lieferketten in Krisen leichter beobachten

Fraunhofer Austria und die TU Wien haben eine Anwendung entwickelt, mit der sich Probleme und kritische Punkte in Lieferketten schnell analysieren lassen. Das Tool steht allen Partnern zur Verfügung, die Rohdaten bereitstellen und visualisiert, welche Produktgruppen aus welchen Regionen geliefert werden.

Liefers- und Warenstroeme vorhersagen

Wenn in der Corona-Krise Grenzen geschlossen werden, führt das rasch zu Lieferschwierigkeiten, denn das Abriegeln einer bestimmten Region hat Konsequenzen für die Verfügbarkeit der dort produzierten oder gelagerten Produkte. Fraunhofer Austria hat im Rahmen des „COVID-19 Future Operations Clearing Board“ gemeinsam mit Partnern aus dem Lebensmittelhandel ein Tool entwickelt, das innerhalb von Sekunden die (vorher bereitgestellten) Handelsdaten verschiedener Unternehmen visualisiert.

Für die Entwicklung des „Fraunhofer Austria PRESIDE Dashboard“ stellte u.a. Lebensmittelgroßhändler Kastner seine Daten bereit. Dank dieser Kooperationen lassen sich nun im Dashboard Warenströme visualisieren. Dabei wird deutlich, welche Produktgruppen aus welchen Regionen geliefert werden.

Zurzeit können Entscheidungsträger aus den Ministerien diese Informationen nutzen, um die Auswirkungen jeder potenziellen Grenzschließung oder Quarantänemaßnahme auf die Grundversorgung vorab zu klären. Aber nicht nur die Politik profitiert von diesen Auswertungen. Das Tool steht allen Partnern zur Verfügung, die Rohdaten bereitstellen, jeweils natürlich in einer Version mit den eigenen Unternehmensdaten. So können die Betriebe noch besser selbst auf drohende Lieferengpässe reagieren und rechtzeitig alternative Lieferanten beauftragen.

Das Tool stellt sicher, dass im Krisenfall jederzeit schnell regiert werden kann.

Autor: Uta Fuchs