15.01.2018

Gefahrgutversand: durch Stichprobenkontrolle Kosten und Bußgelder vermeiden

Fehler passieren überall, jedoch können sie sich selten so verhängnisvoll auswirken wie beim Gefahrgutversand. Hinzu kommt die wirtschaftliche Seite, denn unzureichend verpackte und gekennzeichnete Gefahrgüter werden von den Empfängern häufig zurückgewiesen, was unnötigen und kostspieligen Aufwand verursacht.

Details zur Schulung und Prüfung des Gefahrgutbeauftragten sind in den verschiedenen Rechtsvorschriften für die einzelnen Verkehrsträger definiert.

Und schließlich ziehen Verstöße gegen die Vorschriften Bußgelder nach sich – Gründe genug, um zu prüfen, ob diese eingehalten werden. Der unsachgemäße Versand von Gefahrgütern ist nicht nur gefährlich. In vielen Fällen werden die Sendungen bei den Eingangsprüfungen der Empfänger abgelehnt und müssen zurücktransportiert werden, wodurch ein wirtschaftlicher Schaden, aber auch ein Vertrauensschaden entsteht. Darüber hinaus gibt es Bußgelder, wenn die Vorschriften nicht eingehalten wurden.

Ein Check macht den Gefahrgutversand sicherer

Deshalb sollten Fahrer, Kommissionierer und Befüller regelmäßig Unterweisungen und Schulungen erhalten. Durch Stichprobenkontrollen können Sie feststellen, ob Schulungs- und Unterweisungsbedarf besteht.

Richtige Verpackung gewählt?
Die Wahl der falschen Verpackung stellt beim Transport von Gefahrgütern ein großes Risiko dar. Bei der Transportplanung ist darauf zu achten, dass vor der Kommissionierung die korrekten Verpackungen vorhanden sind. Ein guter Ansprechpartner bei Unsicherheit sind die Verpackungslieferanten, die in der Regel gerne unterstützen.

Grundsätzlich gelten für den Transport von Gefahrgütern die UN-Vorschriften wie beispielsweise ADR. Auf dem Sicherheitsdatenblatt finden Sie die UN-Nummer, die auf die Vorschrift, welche Art von Verpackung erforderlich ist, hinweist. In den meisten Gefahrgutklassen werden die Gefahrgüter je nach Schwere der von ihnen ausgehenden Gefahr einer von drei Verpackungsgruppen zugeordnet.

Vorschriften durch UN-Nummer
Gefahrgutbeauftragte können sich per UN-Nummer über die jeweiligen Vorschriften auf der Gefahrgutseite der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung informieren: https://www.dgg.bam.de/de/index.htm

Ist die Verpackung verschlossen?
Häufig stellt der Empfänger bei der Eingangskontrolle fest, dass die Verpackungen nicht dicht sind.
Der Zulassungsschein, der der jeweiligen Kartongröße zugeordnet ist, gibt explizit vor, wie das Paket
zu verschließen ist. Die Befüller und Belader sollen zudem darauf achten, dass sie gemäß dem Protokoll für UN-zertifizierte Verpackungen die Verschlüsse ordnungsgemäß anbringen.

Werden Gefahrgutkartons benutzt, muss darauf geachtet werden, dass ein geeignetes Klebeband Verwendung findet (z. B. mit Glasfaserverstärkung). Vergessen wird häufig das zusätzliche Umreifen, das ab bestimmten Paketgrößen vorgeschrieben ist (entweder zweifach auf der Längsseite oder bei größeren Paketen viermal kreuzweise).

Auch diese Punkte sind beim Gefahrgutversand besonders wichtig:

Richtig gesichert?
Bremsen, Fliehkräfte in Kurven und Erschütterungen durch Unebenheiten auf den Straßen gehören
zu den natürlichen Einwirkungen auf die Beladung beim Gefahrgutversand. Zentral für eine gut gesicherte Beladung ist die Wahl einer stabilen Palette, die die Gefahrgüter tragen kann. Die Gefahrgüter sollen nur in vertikaler Position befördert werden und müssen so gesichert sein, dass sich nichts verschieben oder umkippen kann.

Richtig gekennzeichnet?
Gefahrgüter müssen auch als solche von außen erkennbar sein. Prüfen Sie, ob die Mitarbeiter die Gefahrenetiketten für die Kennzeichnung von gefährlichen Gütern korrekt anbringen. Dies ist nicht selbstverständlich, da zwischen neun verschiedenen Gefahrenklassen und dem gewählten Transportweg unterschieden werden muss.

Richtig ausgerüstet?
Wichtig ist auch, dass die Fahrzeuge die richtige Ausrüstung mitführen. So gehören ein Warndreieck,
Erste-Hilfe-Ausrüstung, Warnwesten für die ganze Fahrzeugbesatzung sowie ein ABC-Feuerlöscher
in alle Gefahrguttransporter. Abhängig von der Gefahrgutklasse muss die Ausrüstung ergänzt werden, etwa durch Kanalisationsabdeckungen, Atemschutz, PSA, Warnleuchten, Unterlegkeile
und Handleuchten ohne metallische Oberflächen.

Um Bußgelder zu vermeiden, sollte bei Ihrer Stichprobe vor allem Folgendes beachtet werden:

• Beladung an zulässiger Stelle?
• Zusammenladung vorschriftsgemäß?
• Masse und Befülltemperatur eingehalten?
• Dichtheit geprüft?
• Feuerlöschgerät vorhanden?
Großzettel angebracht?
Orangefarbene Tafel sichtbar?
Schriftliche Weisung vorhanden?
Beförderungspapiere vorhanden?
• Lichtbildausweis vorhanden?
• Ggf. Großcontainer- oder Fahrzeugzertifikat vorhanden?
• Zulassungsbescheinigung vorhanden?
• Kursbescheinigungen des Fahrzeugführers vorhanden?
• Nach Entladen gereinigt?
• Rauchverbot beachtet?

Den kompletten Bußgeldkatalog im Bereich der Gefahrguttransporte finden Sie unter: https://lkw.bussgeldkatalog.org/gefaehrliche-gueter/

Autor: Markus Horn