30.10.2017

Kanada überarbeitet Verordnung zur Gefahrgut-Sicherheit auf der Schiene

Kanada verabschiedet neue Regeln zum Transport von Gefahrgut auf Schienen. Die Maßnahmen im Überblick:

Gefahrgut Schiene

Die kanadische Regierung novelliert ihre Regelungen zum Transport von Gefahrgut: Schiene und Eisenbahnwaggon sollen sicherer werden. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Züge, die gefährliche Güter transportieren, laut kanadischer Regierung besonders anfällig für Missbrauch oder Sabotage sind. Um diese Risiken zu minimieren, will das kanadische Verkehrsministerium die nationalen Standards besser mit den internationalen Vorschriften, insbesondere mit denen der USA, harmonisieren. Einige der neuen Bestimmungen gelten für alle Gefahrgüter, die über die Schiene rollen, andere beziehen sich nur auf den Transport bestimmter sicherheitsrelevanter Güter, inklusive Öl oder Gas.

Gefahrgut auf der Schiene: Die neuen Regelungen

Eine sogenannte „Eisenbahn-Sicherheitsverordnung“ soll Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und Versender zu verstärkten präventiven Maßnahmen verpflichten. Dazu zählen:

  • Ein spezielles Training soll Mitarbeiter dazu sensibilisieren, Gefährdungen und Risiken besser erkennen und abschätzen zu können.
  • Neu zu erstellende Sicherheitspläne sollen geeignete Maßnahmen zur Bewältigung der erkannten Risiken beinhalten.
  • Für Mitarbeiter bestehen in Zukunft gewisse Pflichten im Zusammenhang mit dem Sicherheitsplan oder sicherheitssensiblen gefährlichen Gütern.

Eisenbahnverkehrsunternehmen sollen einen Sicherheitskoordinator einsetzen und Sicherheitsinspektionen an Eisenbahnfahrzeugen mit gefährlichen Gütern vornehmen. Sie sollen zum Beispiel prüfen, ob Eisenbahnwaggons Anzeichen dafür zeigen, dass sich jemand an ihnen zu schaffen gemacht hat. Geprüfte und zugelassene Waggons sollen dann mit einer Kennzeichnung versehen werden. Auffälligkeiten und Sicherheitsbedenken sind an das kanadische Notfallzentrum (Canadian Transport Emergency Centre – CANUTEC) zu melden.

Wer sich nicht an die Regelungen hält, muss mit Strafen bis zu 50.000 kanadische Dollar rechnen. Bei wiederholter Beanstandung müssen Unternehmen sogar bis zu 100.000 kanadische Dollar zahlen.

Zweck der neuen Regelungen

Die Verordnung soll dazu beitragen, die öffentliche Sicherheit besser zu schützen, begründet die kanadische Regierung den Schritt. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass terroristische Aktivitäten erkannt und verhindert bzw. Folgen von Anschlägen minimiert werden. Gefahrgut auf der Schiene sei durch die auffallende Kennzeichnung leicht zu identifizieren. Kanada hat eines der größten Eisenbahnnetze der Welt, rund 24 % der nationalen Gefahrguttransporte laufen über die Schiene. Die Harmonisierung der kanadischen Regelungen mit den US-amerikanischen Vorschriften erleichtert außerdem grenzüberschreitende Transporte.

Autor: Uta Fuchs