17.06.2019

Maersk will mit risikobasierter Stauung Gefahrgut-Risiken auf See senken

Nach der Auswertung eines Gefahrgut-Brandes auf einem Containerschiff hat die Reederei Maersk ein sechs Zonen-Modell für Stauung entwickelt. Damit geht sie über die Anforderungen des IMDG-Codes hinaus.

Gefahrgut auf See Unfall

Brand auf dem Containerschiff „Maersk Honam“

Vor einem Jahr kam es auf der „Maersk Honam“ zu einem Brand, der fünf Menschleben forderte. Dabei war das Containerschiff technisch einwandfrei und Untersuchungen nach dem Unglück zeigen, das auch bei der Gefahrgut-Verladung und Stauung keine Fehler gemacht wurden: Alle Anforderungen des IMDG-Codes wurden erfüllt.

Das Feuer entwickelte sich jedoch in einem Laderaum vor dem Deckshaus, in dem sich mehrere Container mit gefährlichen Gütern befanden. Dies habe gezeigt, dass die internationalen Vorschriften für die Lagerung gefährlicher Güter überprüft werden müssten, heißt es bei der weltweit größte Containerschiff-Reederei.

Der IMDGCode (International Maritime Code for Dangerous Goods) regelt die Beförderung von Gefahrgut im Seeschiffsverkehr. Er ist eine Ausarbeitung der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation.

Sechs Zonen für Container je nach Risiko

Das Unternehmen wertet nach dem Unglück die Informationen für über 3.000 UN-Nummern aus und leitet eigene Prinzipien für eine risikobasierte Stauung der Gefahrgut-Container ab.

Bisher ist im IMDG-Code jeder UN-Nummer eine Stauvorschrift zugeordnet, die jeweils festlegt, ob ein Container mit diesem gefährlichen Gut nur auf Deck oder unter Deck platziert werden darf.

Die Maersk-Regeln sind differenzierter: Rund um Unterkünfte und Maschinenräume wird eine Zone mit der geringsten Risikotoleranz definiert. Hier dürfen auf 750-Maersk-Schiffen, auf denen die neuen Regeln bereits umgesetzt werden, keine Gefahrgüter mehr gestaut werden. Unter Deck und die Mitte des Schiffes werden als Zonen mit niedriger Risikotoleranz definiert, während die Risikotoleranz an Deck vorn und hinten höher ist.

Regelungen in Vorschrift aufnehmen?

Weil individuelle Regelungen für die Absender stets eine Belastung sind, engagiert sich Maersk dafür, die Prinzipien für die Stauung von Gefahrgut auf See in die Vorschriften zu übernehmen. Die Grundsätze der risikobasierten Lagerung gefährlicher Güter wurden bereits der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) sowie den dänischen Seebehörden vorgelegt.

Autor: Uta Fuchs