27.06.2018

Fehlerverzeichnisse zum RID 2017 veröffentlicht

Seit Inkrafttreten des RID 2017 hat die Zwischenstaatliche Organisation für den internationalen Eisenbahnverkehr (OTIF) die Gefahrgutvorschrift für den Schienenverkehr mehrfach korrigiert. Jetzt hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Korrekturen veröffentlicht (BGBl. 2018 II S. 216).

Rotstift

Hier die inhaltlichen Korrekturen zum RID 2017 auf einen Blick:

  • Versandstücke mit festen oder flüssigen polymerisierten Stoffen, stabilisiert, n.a.g. sind im Bahntransport in gedeckte Wagen oder geschlossene Container mit ausreichender Belüftung zu verladen. Dazu wird in der Tabelle in 3.2 RID für die UN-Nummern 3531 und 3532 in Spalte 16 (Sondervorschriften für Versandstücke) die Codierung W7 ergänzt.
  • Für Ethylen, stabilisiert, (UN 1185) wird ebenfalls in Spalte 16 die Codierung V8 gestrichen. Sie bezieht sich auf das ADR.
  • Für leere Verpackung von freigestellten Versandstücken mit radioaktiven Stoffen (UN 2908) wird in Spalte 6 die Sondervorschrift 368 eingefügt. Sie legt fest, dass die UN-Nummern 3507 oder 2978 zu verwenden sind, wenn es sich bei dem radioaktiven Stoff um freigestelltes Uranhexafluorid (spaltbar bzw. nicht spaltbar) handelt.
  • Für UN 2913 (radioaktive Stoffe, oberflächenkontaminierte Gegenstände, (SCO-I oder SCO-III), nicht spaltbar oder spaltbar, freigestellt) wird die Sondervorschrift 336 gestrichen und stattdessen 325 eingefügt. Sie legt fest, dass die UN-Nummer 2978 zu verwenden sind, wenn es sich bei dem radioaktiven Stoff um freigestelltes Uranhexafluorid (spaltbar bzw. nicht spaltbar) handelt.
  • Für UN 326 (radioaktive Stoffe, oberflächenkontaminierte Gegenstände, (SCO-I oder SCO-II), spaltbar) wird die Sondervorschrift 336 gestrichen und stattdessen 326 eingefügt. Sie legt fest, dass die UN-Nummer 2977 zu verwenden sind, wenn es sich bei dem radioaktiven Stoff um spaltbares Uranhexafluorid handelt.
    – In der Verpackungsanweisung P 111 (Unterabschnitt 4.1.4.1 RID) werden für Außenverpackungen Kisten aus einem anderen Metall (4N) ergänzt.
  • Für Dichlorsilan (UN 2189) gilt ein Prüfdruck von 10 bar und ein Füllgrad von 0,90. Die zusätzlichen Angaben von 200 bar und 1,08 in der Tabelle der Verpackungsanweisung P 200 werden gestrichen.
  • Die Anforderung für das Kennzeichen für Lithiumbatterien (Abb. 5.2.1.9.2) wurde erweitert. Es wird nicht auschließlich ein weißer Hintergrund gefordert, sondern die Formulierung heißt jetzt: „ein weißer oder ausreichend kontrastierender Hintergrund“.
  • Für die Kennzeichnung der Innenbehälter von Kombinations-IBC wird in Unterabschnitt 6.5.2.2.4 RID festgelegt, dass sie „dauerhaft, lesbar und an einer Stelle angebracht sein [muss], die gut sichtbar ist, wenn der Innenbehälter in die äußere Umhüllung eingesetzt ist.“

Außerdem enthalten die Fehlerverzeichnisse eine Reihe redaktioneller Korrekturen, z. B. die Bezeichnung „Gegenstände“ statt „Geräte“ und „Gemische“ statt „Gegenstände“ in 1.1.3.6.3 (in Spalte 2 der Tabelle bei der Beförderungskategorie 0 für die Klasse 9) oder „Flugkraftstoff“ statt „Flugbenzin“ (1.8.3.13 RID).

Autor: Uta Fuchs
RID