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06.10.2016

Fahrzeugbeförderung: Freistellungen nach dem neuen ADR 2017

Bei der Beförderung von Fahrzeugen (UN 3166 und UN 3171) gibt es mit dem ADR 2017 neue Sondervorschriften, die die Freistellungsbedingungen anders definieren. Zudem werden drei neue UN-Nummern für Motoren eingeführt, die ebenfalls Einfluss auf die Freistellung vom ADR haben.

ADR 2017© Anna Dyudina/​iStock/​Thinkstock

Eine wesentliche Neuerung beim ADR 2017 ist die Unterscheidung der Regelungen in solche für Fahrzeuge und

andere für Motoren.

Freistellungen für Fahrzeuge

In den Allgemeinen Vorschriften gibt es eine Reihe von Konkretisierungen zu Gas und flüssigen Brennstoffen in transportierten Fahrzeugen, die sich mit dem ADR 2017 zum Teil geändert haben.

  • So sind Gasbehälter, die in gasbetriebenen Fahrzeugen enthalten sind und dem Antrieb oder der Kühlung dienen, vom ADR freigestellt.
  • Das ADR 2017 stellt klar, dass die Freistellung unabhängig davon gilt, ob die Tanks fest montiert oder beweglich sind.
  • Einige weitere Punkte in den Allgemeinen Vorschriften (1.1.3.2. a und b; 1.1.3.3. b und c) entfallen innerhalb der Allgemeinen Vorschriften, weil die Regelungen für Fahrzeuge in den UN-Nummern UN 3166 und UN 3171 neu gefasst werden.
  • Beim Geltungsbereich von Vorschriften für Fahrzeuge, die mit Anhängern transportiert werden, wird klargestellt, dass es unerheblich ist, ob das Fahrzeug mittels eines Anhängers gezogen oder auf einem Fahrzeug befördert wird.
  • In den UN-Nummern UN 3166 und UN 3171 werden neue Sondervorschriften eingeführt, die die  Freistellungsbedingungen enthalten. Diese beiden UN-Nummern gelten ab 2017 ausschließlich für Fahrzeuge, da die Motoren eigene UN-Nummern erhalten. Die Sondervorschrift 666 nennt die Bedingungen, unter denen Fahrzeuge von UN 3166 bzw. 3171 freigestellt sind.
  • Werden auf Anhängern Ausrüstungen mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben oder sind elektrische Speichersysteme vorhanden, müssen sie der UN 3166 bzw. 3171 zugeordnet werden, auch wenn sie auf einem Anhänger transportiert werden.

Bedingungen für Freistellungen

Die Freistellung vom ADR für als Ladung transportierte Fahrzeuge wird in der SV 666 konkretisiert:

  • Bei flüssigen Brennstoffen, zu denen auch Treibstoffe zählen, muss der Absperrhahn zwischen dem Motor oder der Einrichtung und dem Brennstoffbehälter während der Beförderung geschlossen sein. Dies gilt nicht, wenn die Einrichtung während der Beförderung betrieben werden muss.
  • Bei gasförmigen Brennstoffen muss der Betriebshahn zwischen dem Gastank und dem Motor geschlossen und der elektrische Kontakt unterbrochen sein.
  • Werden die Fahrzeuge nur mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben, enthalten diese aber während des Transports nicht, entfallen die beiden oben genannten Regelungen.

Freistellungen für unterschiedliche Motorisierungen

Ab 2017 werden die Regelungen für Motoren nicht mehr der UN 3166 zugeordnet, stattdessen gibt es drei neue UN-Nummern.

  • UN 3528 Verbrennungsmotoren mit Antrieb durch entzündbare Flüssigkeiten
  • UN 3529 Verbrennungsmotoren mit Antrieb durch entzündbares Gas
  • UN 3530 Verbrennungsmotoren, die mit umweltgefährdenden Stoffen der Klasse 9 angetrieben werden

Für diese neu eingeführten UN-Nummern für Motoren ist bei Anwendung der SV 363 zusätzlich zu vermerken: „Beförderung nach Sondervorschrift 363.“ Eine Kennzeichnung nach SV 363 ist erst dann erforderlich, wenn tatsächlich mehr als 60 Liter flüssiger Kraftstoff im Tank enthalten sind und dieser ein Fassungsvermögen von mehr als
450 Litern hat. Bei Gastanks muss das Volumen mehr als 450 Liter umfassen.

Autor: Markus Horn 

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