08.04.2020

EU wertet Ergebnisse von Gefahrgutkontrollen aus

Die Richtlinie 95/50/EG regelt seit 15 Jahren ein einheitliches Verfahren für die Kontrolle von Gefahrguttransporten auf der Straße. Darin ist u.a. festgelegt, dass die Mitgliedstaaten dafür sorgen müssen, dass ein repräsentativer Anteil der Gefahrguttransporte auf der Straße kontrolliert wird. Jetzt wurden die Kontrollergebnisse der Mitgliedstaaten und Norwegens für die Jahre von 2015 bis 2017 veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass die Zahlen der Kontrollen und der Beanstandungen in den einzelnen EU-Staaten sehr unterschiedlich ausfallen.

Mann schaut mit Lupe sehr genau und kontrolliert etwas

Die höchsten Anteile an Stilllegungen wurden 2015 in Norwegen (67 %), den Niederlanden (54 %), Deutschland (46 %) und Litauen (36 %) verzeichnet. Dänemark, Estland, Spanien, Italien, Zypern, Lettland und Portugal meldeten zwischen 2015 und 2017 keine Stilllegungen, während die Slowakei ab 2016 mit der Meldung von Stilllegungen begann.

Die meisten Mitgliedstaaten haben zu jeder kontrollierten Beförderungseinheit bei ihren Gefahrgutkontrollen mindestens eine Kategorie von Verstößen gemeldet. Keinen Verstoß irgendeiner Gefahrenkategorie meldeten allerdings Zypern für den gesamten Berichtszeitraum von 2015 bis 2017 und Litauen für die Jahre 2016 und 2017.

Im letzten erfassten Jahr, 2017, wurden insgesamt 144.056 Gefahrgutfahrzeuge kontrolliert. Knapp über 17 % waren nicht vorschriftenkonform unterwegs. Von den bemängelten Fahrzeugen durfte gut ein Drittel wegen schwerwiegender Mängel zunächst nicht weiterfahren. Die Auswertung zeigt auch, dass die Zahl der Kontrollen tendenziell zurückgeht.

Prozentual führten die festgestellten Verstöße auf EU-Ebene zu Geldbußen in 71 %, zu Verwarnungen in 17 % und zu anderen Sanktionen in 13 % der Fälle.

Die Anzahl der Verstöße blieb während des Berichtszeitraums relativ konstant: Im Jahr 2015 wurde bei jeder fünften Kontrolle von Gefahrguttransporten ein Verstoß festgestellt, während das Verhältnis im Jahr 2017 bei 1 : 5,8 lag.

Autor: Uta Fuchs