09.06.2021

Druckgefäße: BAM veröffentlicht ATR D 1/21

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat das nach Abschnitt 6.2.5 ADR/RID anerkannte technische Regelwerk (ATR) für Bau, Ausrüstung, Prüfung, Zulassung, Kennzeichnung und Verwendung von vollumwickelten Flaschen und Großflaschen aus Carbon-Composite für Wasserstoff (ATR D 1/21) bekannt gegeben.

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Der Bedarf, spezielle Composite-Druckgefäße für den ausschließlichen Transport von Wasserstoff zu verwenden, habe das ATR D 1/21 erforderlich gemacht, so die BAM. Zu diesem Zweck wurde die Norm EN 17339:2020 entwickelt. Es wird erwartet, dass sich das kommende ADR/RID 2023 auf diese Norm beziehen wird. Die BAM führt aus, dass mit dieser Norm für Druckgefäße, die ausschließlich für Wasserstoff verwendet werden, der bei 65 °C maximal entwickelte Innendruck auf 118 Prozent des Betriebsdrucks gesenkt wird. Sonst üblich waren 150 Prozent bei der allgemeinen Verwendung (vergl. EN 12245 oder ISO 11119-2 bzw. -3). Daraus, so die BAM, ergeben sich Lastreduzierungen, die zu Gewichts- und Kostensenkungen gegenüber vergleichbaren Druckgefäßen für eine allgemeine Anwendung führen. Das ATR D 1/21 darf nach Mitteilung der BAM für die Zulassung von ortsbeweglichen, vollumwickelten Flaschen und Großflaschen aus Kohlenstoff-Verbundwerkstoffen für Wasserstoff im Eisenbahn-, Straßen-, Binnenschiffsverkehr und Seeverkehr bis zum 30. Juni 2023 angewendet werden.

Im Verkehrsblatt 9 vom 15. Mai 2021 hat die BAM im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) das ATR D 1/21 nach Abschnitt 6.2.5 des ADR und RID anerkannt und auf Grundlage des § 6, Absatz 5, Nummer 1 der Gefahrgutverordnung See in Verbindung mit Unterabschnitt 6.2.3.1 des IMDG-Codes bekannt gegeben.

Autor: Uta Fuchs