12.08.2019

Divinylbenzol (DVB) im Container sicher transportieren

Container mit Divinylbenzol (DVB) können an Bord von Schiffen zu Explosions- und Brandgefahren führen. Eine Branchenrichtlinie empfiehlt deshalb, jetzt schon die Regelungen des kommenden IMDG-Codes anzuwenden.

Gefahrgut auf See Unfall

Das CINS-Netzwerk (Cargo Incident Notification System), ein Zusammenschluss von Reedereien sowie die Versicherer International Group of P & I Clubs und TT Club haben gemeinsame Branchenrichtlinien für die Beförderung von Divinylbenzol in Containern veröffentlicht.

Diese Chemikalie neigt zur Polymerisation. Sie wird auch unter den Bezeichnungen

  • Diethenylbenzene,
  • Diethylbenzene,
  • Vinylstyrene

befördert.

Im Gefahrgutrecht ist DVB in der Klasse 4.1 den UN-Nummern 3532 und 3534 (POLYMERIZING SUBSTANCE, LIQUID, STABILISED, N.O.S. bzw. POLYMERIZING SUBSTANCE, LIQUID, TEMPERATURE CONTROLLED, N.O.S) zugeordnet.

Die Gefahren bei der Beförderung von DVB: Bei Massenversand können sich durch die Polymerisation Wärme und entzündbares Gas bilden. Das Verstauen von Containern mit DVB an Bord von Schiffen kann daher Explosionen und Brände auslösen.

Als Reaktion auf eine Reihe von Polymerisationsvorfällen bei DVB-Beförderungen auf See hat die internationale Seeschifffahrtorganisation IMO beschlossen, Amendement 39-18 des IMDG-Codes zu ändern. Die Änderungen dürfen schon seit Jahresbeginn angewendet werden, ab 1. Januar 2020 gelten sie verpflichtend.

Die gemeinsamen Branchenrichtlinien erläutern die Änderungen des IMDG-Codes und empfehlen, diese jetzt schon freiwillig zu befolgen.

Hier finden Sie die Richtlinie allerdings auf Englisch.

Autor: Uta Fuchs