10.10.2019

Dialog oder Geldbuße? Spediteure reagieren auf Initiative der Reedereien

Reedereien planen, in Zukunft Geldbußen von Speditionen zu verlangen, wenn diese Gefahrgutfracht falsch oder gar nicht deklarieren. Hintergrund sind eine Reihe von Unfällen an Bord von Containerschiffen, die bis zu einem Viertel durch falsch deklarierte Fracht verursacht wurden. Der Spediteursverband FIATA sucht jetzt das Gespräch mit Reedereien, um solche Geldbußen zu verhindern oder zumindest abzuschwächen.

Containerschiff Gefahrguttransport

Der internationale Spediteursverband FIATA sucht den Dialog mit Reedereien. Hintergrund ist eine Initiative von Maersk, Hapag-Lloyd, HMM und OOCL: Die Reedereien wollen Risiken durch falsch deklarierte Fracht besser in den Griff bekommen und hatten angekündigt, Bußgelder von bis zu 15.000 US-Dollar für nicht oder falsch deklarierte Gefahrgüter zu verhängen.

In der Vergangenheit hatten diese Güter immer wieder zu Schiffsbränden mit verheerenden Folgen geführt. Auswertungen des „Cargo Incident Notification System“, in dem Reedereien Unfalldaten erheben, hatten gezeigt, dass bis zu einem Viertel aller schwerwiegenden Vorfälle an Bord von Containerschiffen auf falsch deklarierte Fracht zurückzuführen ist.

In einem Interview mit dem Fachmagazin „Lloyd’s List“ betonte FIATA-Generaldirektor Stephen Morris, dass Spediteure die Notwendigkeit der Sicherheit auf See uneingeschränkt unterstützen. Allerdings kritisierte er die Idee, Geldbußen zu verhängen. Das sei Aufgabe der Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden und im privaten Sektor nicht üblich.

FIATA habe bereits telefonischen Kontakt mit großen Reedereien aufgenommen und um eine Gelegenheit zur Diskussion gebeten.

Autor: Uta Fuchs