24.09.2021

Messstellen im Energiemanagement richtig planen und effizient umsetzen

Messung und Dokumentation sind Grundlagen jedes erfolgreichen Energiecontrollings. Aber wo und wie fangen Sie an? Was müssen sie beachten? Wie erhöhen Sie die Wirtschaftlichkeit? Der Beitrag möchte vor allem jenen Orientierung bieten, die neu in dem Thema sind oder eine systematische Datenerfassung in ihrem Unternehmen von Grund auf neu aufsetzen müssen.

Messstellen

Eine systematische Energiedatenerfassung, die auf gut durchdachten Messstellen im Unternehmen basiert, hilft Ihnen im Energiemanagement (egal ob mit oder ohne Managementsystem) enorm weiter. Sie können damit

  • Ihren Energieverbrauch überprüfen
  • Abweichungen vom Normalbetrieb identifizieren.
  • Ihren Energiebedarf verbrauchbedarfsgerecht prognostizieren
  • Optimierungsmöglichkeiten durch weitergehende Analysen identifizieren
  • die Wirkung von umgesetzten Maßnahmen kontrollieren
  • energetische Schwerpunkte in Ihrem Unternehmen erkennen
  • Ihren Energiekosten Kostenstellen zuordnen

Unternehmen mit einem Energiemanagementsystem müssen durch eine kluge Datenerfassung die Tätigkeiten Ihrer Organisation, welche die energiebezogene Leistung im Wesentlichen bestimmen, überwachen.

Messstellen im Energiemanagement identifizieren und einbauen: So machen Sie es sich leichter

Egal ob mit oder ohne Energiemanagementsystem: Zu Beginn sollte die Energiedatenerfassung vor allem dazu dienen, die Energieflüsse in Ihrem Unternehmen nachvollziehen und nachweisen zu können. Dabei sind ggf. auch die betrieblichen Organisationsstrukturen zu berücksichtigen.

Beherzigen Sie bei der Planung Ihrer Messpunkte den Grundsatz: „Vom Groben zum Feinen“. Es ist nicht wirtschaftlich, Tausende von Energiedaten zu erfassen, welche auf einem (Server-)Datenfriedhof gesammelt, aber nicht vernünftig ausgewertet werden. Bedenken Sie auch, dass eine höhere Messgenauigkeit auch immer mit höheren Kosten einhergeht.

Bauen Sie ein normkonformes Energiemanagementsystem in Ihrem Unternehmen auf, so müssen Sie mindestens Ihre relevanten Energieeinflussfaktoren auch messtechnisch erfassen. Bei der Einführung eines EnMS genügt in der Regel jedoch eine erste Bestandsaufnahme mit mobilen Messgeräten, dieses ist auch extrem nützlich um die Investitionen für das weitere Monitoringsystem in die richtigen Bahnen zu lenken.

Auf die größten Energieverbraucher konzentrieren

Nutzen Sie als Hilfsmittel das Pareto-Prinzip. Das bedeutet, dass ca. 20 % der Energieverbraucher ca. 80 % des Energieverbrauchs ausmachen. Also ist es sinnvoll, genau diese Energieverbraucher auch direkt mit in die Energiedatenerfassung zu integrieren.

Repräsentative Daten nutzen

Weiterhin können Sie bei Nutzung mehrerer baugleicher Anlagen ggf. nur eine repräsentative Anlage auswählen, die Energiedaten an dieser Anlage erfassen und die Messergebnisse auf andere Anlagen übertragen.

Vorhandene Messstellen nutzen

Berücksichtigen Sie auch, dass Sie ggf. bereits energetische Daten in Ihrem Unternehmen erfassen, ohne dass Ihnen das vielleicht bewusst ist. Energieverbrauchsdaten können Sie z.B. in

  • Abrechnungsdaten,
  • Gebäudeleittechniken,
  • Prozessleittechniken,
  • Anlagensteuerungen etc.

vorliegen haben.

Versuchen Sie, doppelte Datenerfassung zu vermeiden und die vorhandenen Messsysteme zu nutzen.

Prüfen Sie also, wo Sie auf bereits vorhandene Messstellen in Ihrem Unternehmen für Ihr Energiemanagement zurückgreifen können.

Hinweis

Bei der Ermittlung der relevanten Messpunkte ist es auch von Interesse zu wissen, ob Sie Ihre Energiedaten nutzen wollen, um die Energiekosten verursachergerecht auf die einzelnen Kostenstellen zu verteilen. Gegebenenfalls können sich aus dieser Anforderung heraus weitere/andere Messpunkte ergeben, als wenn die Energiedatenerfassung ausschließlich der Optimierung und Effizienzsteigerung dienen soll.

Fragen vor der Einführung eines Messstellensystems

Unabhängig davon, ob es sich um die Neuerstellung oder die Erweiterung eines bereits vorhandenen Messstellensystems handelt – folgende Fragen helfen bei der Konzeption:

  • Welche Messpunkte sollen erfasst werden? (Dabei auf Wirtschaftlichkeit des EMS achten!)
  • In welchem Umfang und in welchen Zyklen sollen die Messungen erfolgen?
  • Wann und wie oft werden die Messgeräte gewartet?
  • Wer ist verantwortlich für die Messungen und für die Wartung der Messgeräte

Das sollte ein Messstellenkonzept alles beinhalten

Ein schriftliches Messstellenkonzept in Form einer anschaulichen Übersicht erfasst für die unterschiedlichen Gebäude die einzelnen Messstellen mit ihren jeweiligen Kosten für Hardware und Zähler. Es hilft enorm dabei, nicht den Überblick über die

Im Messstellenkonzept wird zunächst geklärt, welche Aufgaben die Energiedatenerfassung haben soll. Sie kann

  • den Energieverbrauch überprüfen,
  • den Energiebedarf prognostizieren,
  • Optimierungsmöglichkeiten identifizieren,
  • die Wirkung von umgesetzten Maßnahmen kontrollieren,
  • energetische Schwerpunkte im Unternehmen erkennen und
  • die Energiekosten verursachergerecht auf Kostenstellen zuordnen.

Des Weiteren müssen folgende Fragen im Messstellenkonzept geklärt und festgehalten werden:

  • Wie soll die Energiedatenerfassung strukturiert werden?
  • Sollen die Energiedaten permanent gemessen werden?
  • In welchem Intervall sollen die Daten auf dem Server abgelegt werden?
  • Welche Kennzahlen sollen gebildet werden?
  • Wer wird die Energiedaten analysieren?
  • Wie werden die Energiedaten analysiert?
  • Sollen die Energiekosten verursachergerecht zugeordnet werden?
  • Welche Stammdaten (Schichtzeiten, Mitarbeiterzahlen, Gebäudeflächen etc.) sollen in die Auswertung einbezogen werden?
  • Wer übernimmt die Messmittelüberprüfung?
Autor*innen: Susanne , Susanne