31.08.2015

Messstellen Energiemanagement

Zu einem effizienten EnMS gehört ein sinnvolles Messstellenkonzept. Messung und Dokumentation sind Grundlagen jedes erfolgreichen Energiecontrollings.

Messstellen

Die Implementierung eines differenzierten Messstellenkonzepts ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben, vor die Unternehmen gestellt werden, wenn sie ein EMS nach DIN EN ISO 50001 einführen wollen. Der Aufbau eines flächendeckenden Messstellensystems setzt eine gründliche Kenntnis des Unternehmens und seiner verschiedenen Gebäude und Produktionseinheiten voraus.

„Smart Metering“: gesetzliche Grundlagen

Die Einführung sogenannter Smart Meter oder „intelligenter Zähler“ ist auf verschiedenen Ebenen durch Richtlinien geregelt. So besagt die Richtlinie 2006/32/EG vom 05.04.2006 über „Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen“ (EDL):

„Soweit es technisch machbar, finanziell vertretbar und im Vergleich zu den potenziellen Energieeinsparungen angemessen ist, stellen die Mitgliedstaaten sicher, dass alle Endkunden in den Bereichen Strom, Erdgas, Fernheizung und/oder -kühlung und Warmbrauchwasser individuelle Zähler zu wettbewerbsorientierten Preisen erhalten, die den tatsächlichen Energieverbrauch des Endkunden und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln.“

Durch „individuelle Zähler“ und „wettbewerbsorientierte Preise“ ist gewährleistet, dass auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Implementierung oder Anpassung eines Messstellenkonzepts keine übertriebenen Kosten aufgebürdet werden.

Gleichzeitig werden deutsche Unternehmen im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) seit 2010 dazu verpflichtet, für Neubauten und Gebäude mit grundlegender Renovierung intelligente Zähler einzubauen.

Messstellenkonzepte – anpassen oder neu installieren?

Dabei ist zwischen Unternehmen, die bereits über ein Messstellenkonzept verfügen und dieses erweitern wollen, und Unternehmen, die ein völlig neues Messstellensystem einführen müssen, zu unterscheiden. Zumindest die wesentlichen Energieverbräuche sollten in jedem Fall gemessen und dokumentiert werden. Unternehmen müssen in der Lage sein, die Auswahl ihrer jeweiligen Messstellen zu begründen. Für bestimmte Aufgaben können auch externe spezialisierte Messdienstleister beauftragt werden.

Fragen vor der Einführung

Doch unabhängig davon, ob es sich um die Neuerstellung oder die Erweiterung eines bereits vorhandenen Messstellensystems handelt – folgende Fragen helfen bei der Konzeption:

  • Welche Messpunkte sollen erfasst werden? (Dabei auf Wirtschaftlichkeit des EMS achten!)
  • In welchem Umfang und in welchen Zyklen sollen die Messungen erfolgen?
  • Wann und wie oft werden die Messgeräte gewartet?
  • Wer ist verantwortlich für die Messungen und für die Wartung der Messgeräte?

Ein schriftliches Messstellenkonzept in Form einer anschaulichen Übersicht erfasst für die unterschiedlichen Gebäude die einzelnen Messstellen mit ihren jeweiligen Kosten für Hardware und Zähler.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann