18.12.2015

Merit-Order-Effekt

Erläuterung zum Schaubild

Am Spotmarkt bestimmt das teuerste Kraftwerk, das noch zur Deckung der Nachfrage an der Börse benötigt wird („Grenzkraftwerk“, in der Grafik „Erdgas 2“), den Preis. Er ergibt sich aus den Grenzkosten der Stromerzeugung, die sich im Einzelnen aus den Rohstoffpreisen, Abgaben und anderen Betriebskosten zusammensetzen. Da die Nachfrage schwankt, ist die Flexibilität der Erzeugung für die Kraftwerke von Bedeutung. Die sogenannte „Merit Order“ bestimmt die Reihenfolge der Kraftwerke, deren Leistung abgenommen wird. Sie richtet sich nach den jeweiligen Grenzkosten. Durch die „Merit Order“ werden teuer produzierende Kraftwerke durch Kraftwerke mit geringeren Grenzkosten verdrängt. Für erneuerbare Energien besteht aufgrund des EEG eine Abnahme- und Einspeisungspflicht für die Übertragungsnetzbetreiber. Die Grenzkosten sind vergleichsweise niedrig. Problematisch kann hingegen die Verfügbarkeit sein, insbesondere bei solarer Strahlungsenergie und Windenergie.

Seit 2010 müssen die Übertragungsnetzbetreiber den Strom aus erneuerbaren Energien direkt an der Börse vermarkten. Zuvor mussten die Übertragungsnetzbetreiber die Strommengen aus erneuerbaren Energien zu einem Leistungsband veredeln und an die Elektrizitätsversorgungsunternehmen liefern. Die Kosten, die hier weitergegeben wurden, waren regelmäßig intransparent und führten insbesondere zu Kritik an den EEG-Kosten auf der fünften Stufe, die zudem unterschiedlich hoch ausfielen. Mit der verpflichtenden …

Autor: Dr. Timo Hohmuth

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