24.05.2018

Eigenstrom aus KWK-Anlagen: Einigung mit EU

Viele Betreiber von KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) können aufatmen: Sie zahlen auch 2018 eine reduzierte EEG-Umlage für ihren KWK-Eigenstrom. Darauf haben sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am 7. Mai geeignet.

KWK-Anlagen

Diese Einigung beendet ein fünf Monate andauerndes Herumlavieren zwischen Deutschland und der EU, das Eigenversorger mit und Hersteller von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen viel Geld, Zeit und Nerven gekostet hat. Denn am 31. Dezember 2017 war die befristete EU-Genehmigung für das EEG-Eigenstromprivileg neuer KWK-Anlagen ausgelaufen, ohne dass sich die Verantwortlichen auf eine Folgeregelung hatten verständigen können. Die Folge: Viele Eigenversorger mussten auf einmal den vollen Satz von 6,792 Cent (Höhe der Umlage 2018) pro Kilowattstunde Strom aus ihrer KWK-Neuanlage entrichten, zahlreiche KWK-Projekte wurden auf Eis gelegt, Investitionen verschoben.

KWK-Neuanlage

Als KWK-Neuanlagen im Sinne der EEG-Umlage gelten alle KWK-Anlagen, die seit dem 1. August 2014 in Betrieb gegangen sind oder zukünftig in Betrieb gehen.

Was für neue KWK-Anlagen künftig gilt:

Die nun beschlossene Grundsatzeinigung zwischen Deutschland und der EU enthält konkret die folgenden Punkte:

  • KWK-Neuanlagen mit einer Größe unter 1 MW sowie über 10 MW zahlen 40 Prozent der EEG-Umlage.
  • Auch alle KWK-Neuanlagen in der stromintensiven Industrie zahlen 40 Prozent der EEG-Umlage.
  • Für die übrigen KWK-Neuanlagen bleibt es bei 40 Prozent der EEG-Umlage, sofern die Anlagen weniger als 3.500 Vollbenutzungsstunden im Jahr
  • Bei Anlagen mit höherer Auslastung steigt die durchschnittliche Umlage kontinuierlich an.
  • Bei mehr als 7.000 Vollbenutzungsstunden müssen Anlagenbetreiber die volle EEG-Umlage zahlen.
  • Für KWK-Neuanlagen, die zwischen dem August 2014 und Ende 2017 errichtet wurden, gilt eine abgestufte Übergangsregelung bis 2019 bzw. 2020.

Dieser ausgehandelte Kompromiss gilt rückwirkend zum 1. Januar 2018. Demnach fließen Teile der im Jahre 2018 auf Eigenstrom entrichteten 100%igen EEG-Umlage wieder an die KWK-Anlagen-Betreiber zurück.

Ist die Neuregelung jetzt also wasserdicht?

Fast! Die EU-Kommission muss die neuen Regeln noch abschließend bestätigen und die Bundesregierung in Gesetzesform gießen. Dazu soll der „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes und weiterer Bestimmungen des Energierechts“ dienen – geht alles nach Plan, soll der Bundestag das entsprechende Gesetz noch vor der Sommerpause 2018 verabschieden.

Autor: WEKA Fachredaktion