26.06.2017

Der Ideentreff als Treiber von Verbesserungen im EnMS

Beim Ideentreff geht es um lösungsorientierte Ansätze, die zu einem fortlaufenden Verbesserungsprozess führen. Alle Lösungen, die einen Vorteil für das Unternehmen und die Umwelt bringen, sind dabei gleich wichtig, egal von wem sie eingebracht wurden. Welche Regeln für den Ideentreff wichtig und sinnvoll sind, lesen Sie hier.

Ideentreff fortlaufende Verbesserung im Energiemanagementsystem

Ein Ideentreff gliedert sich idealerweise in vier Abschnitte:

  • Schritt 1: Die Workshop-Mitglieder überlegen gemeinsam, in welchen Betriebsbereichen aus Sicht der Mitarbeiter potenzielle Energieeinsparmöglichkeiten bestehen.
  • Schritt 2: Über eine gemeinsame Bewertung (z.B. Punktevergabe) wird ein Hauptarbeitsgebiet ausgewählt. Eine „Vor-Ort-Begehung“ dient der Anschaulichkeit für alle Beteiligten. Bereits vorhandene Informationen (Prozessbeschreibungen etc.) werden zur Darstellung der aktuellen Situation genutzt.
  • Schritt 3: Es wird gemeinsam überlegt, wie das Ziel „Energieeinsparung“ erreicht werden kann. Nützlich sind hierfür sog. Kreativitätstechniken (Brainstorming, 6-Hut-Denken etc.). Die Lösungen werden wiederum gemeinsam bewertet, eventuell auch über eine Nutzwertanalyse .
  • Schritt 4: Die Ergebnisse und Aufgaben werden schriftlich festgehalten. (Wer hat was bis wann zu machen?)

Die Treffen sollten in einem regelmäßigen Zyklus (z.B. alle zwei Wochen) über einen längeren Zeitraum andauern. Bewährt hat sich ein Ideenspeicher für noch zu bearbeitende Ideen.

Allgemeine Regeln für den Ideentreff:

  • Nur einer spricht.
  • Ausreichend Zeit für Lösungssuche einplanen.
  • Jeder sagt, was er selbst denkt – nicht was andere denken könnten
  • Alles Gesprochene bleibt im Raum. Die Mitglieder entscheiden gemeinsam, was sie veröffentlichen.
  • Jeder darf ausreden.
  • Über jemanden geärgert? Nachfragen!
  • Wohlwollend und wertschätzend miteinander umgehen. Gute Ideentreffen machen Spaß.
  • Gegenseitige Bewertungen und Verurteilungen sind nicht erlaubt.
  • Über Abwesende, wenn überhaupt, nur sachlich sprechen.
  • Zahlen, Daten, Fakten (ZDF) haben Vorrang.
  • Pünktlichkeit ist eine Selbstverständlichkeit.

Ideentreff-Leitung

Den Ideentreff leitet meist ein qualifizierter externer oder interner Moderator. Vor dem eigentlichen Workshop legt dieser, gemeinsam mit dem Unternehmer, die Rahmenbedingungen fest. Dazu gehört beispielsweise, Ziele zu beschließen, die die Workshops erreichen sollen.

Auch Zeit und Raum sowie die Anzahl der beteiligten Mitarbeiter müssen vorab definiert werden. Die Teilnahme an solchen Ideentreffen ist üblicherweise freiwillig. Aus Effektivitäts- und Kostengründen sollte sich der Teilnehmerkreis auf maximal sieben Mitarbeiter begrenzen. Eine hierarchiefreie Zusammensetzung der Teams ist meist von Vorteil.

Umsetzungsressourcen

Wenn die Geschäftsleitung ein Budget von beispielsweise 100 EUR pro Monat bereitstellt, ermöglicht dies die kurzfristige Umsetzung von einfach zu realisierenden Sofortmaßnahmen und hat meist, aufgrund des Handlungsspielraums, auch eine motivierende Wirkung auf die Gruppe.

Die Umsetzung der Maßnahmen sollte möglichst in der Hand der Mitglieder des Workshops liegen. Unterstützung können diese von den zuständigen Dienstleistern (Instandhaltung etc.) aus den betriebsinternen Fachabteilungen angfordern.

Training und Standardisierung

Als sinnvoll erkannte neue Abläufe und Zustände werden trainiert, standardisiert und verbindlich festgeschrieben, damit die Mitarbeiter neue Gewohnheiten beibehalten.

Autor: Vitus Gail