Expertentipp | Energieeffizienz
22.06.2016

Energiewende: Förderprogramme 2016

Wind, Sonne und Biomasse heißen die Energielieferanten der Zukunft. Doch um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, bis 2020 den CO2-Ausstoß um mindestens 40 % zu verringern, gibt es noch viel zu tun. Deshalb sollten Unternehmen und private Haushalte stets über aktuelle Förderprogramme auf dem Laufenden sein.

Förderprogramme-geld-fuer-energiewende© weerapatkiatdumrong /​ iStock /​ Thinkstock

Am 3. Dezember 2014 hat die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) und damit einige neue Förderprogramme für mehr Energieeffizienz beschlossen. Manche der darin enthaltenen Maßnahmen und Projekte wurden bereits umgesetzt, andere erst am 1. Januar 2016 angestoßen. Zu Letzteren gehören sowohl grundlegend neue finanzielle Maßnahmen als auch Anreize, die früher gestartete Programme konsolidieren und ergänzen sollen.

Neu seit Januar 2016: Anreizprogramm Energieeffizienz

Das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) ist am 1. Januar 2016 neu angelaufen. Es soll das bereits bestehende Förderpaket aus CO2-Gebäudesanierungsprogramm und Marktanreizprogramm zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP) sinnvoll ergänzen und die Energiewende so noch schneller vorantreiben. Bauherren werden mit dem APEE bei der energetischen Sanierung ihrer Heizungskeller unterstützt. Gefördert wird der Heizungsaustausch oder der Einbau einer effizienten Lüftungsanlage ebenso wie eine Kompletterneuerung des gesamten Heizsystems, einschließlich neuer Heizkörper und Rohrleitungen.

Aktualisierung bestehender Förderprogramme

Die bereits bestehenden Förderprogramme wurden 2016 ausgeweitet. So wurde das CO2-Gebäudesanierungsprogramm mit der Einführung neuer Förderprodukte wie dem Energieeffizienzhaus 40 Plus verbessert. Das MAP bezuschusst seit dem 1. Januar 2016 Maßnahmen zum Heizen mit erneuerbaren Energien mit noch höheren Beträgen, etwa den Einbau effizienter Wärmepumpen. Beim Austausch alter Heizgeräte wurde die Förderung um weitere 20 % des bisherigen MAP-Förderbetrags aufgestockt. Davon können auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren.

Darüber hinaus wurde zum 1. Januar 2016 das „nationale Effizienzlabel“ eingeführt, das Altanlagen kennzeichnet und mit Hinweisen auf Förder- und Beratungsmöglichkeiten versehen ist. Bisher ist die Kennzeichnung freiwillig, ab 2017 wird sie verpflichtend.

Weiterentwicklung der KfW-Energieeffizienz-Programme

Die KfW hilft Unternehmen mit besonders zinsgünstigen Finanzierungsprogrammen bei der Effizienzsteigerung ihrer Produktionsanlagen. Seit 2016 gewährt sie auf der Grundlage des APEE weitere Zuschüsse für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt, wie z.B. Solarkollektoranlagen, große Wärmespeicher oder Biogasleitungen für nicht aufbereitetes Biogas.

2016 neu am Start: Nationale Top-Runner-Initiative und STEP up!

Neben diesen „klassischen“ Fördermaßnahmen hat sich das BMWi auch für Initiativen und Wettbewerbe stark gemacht, die die Energieeffizienz in Unternehmen steigern sollen. Dazu gehören die „Nationale Top-Runner-Initiative (NTRI)“, die Hersteller motivieren soll, qualitativ hochwertige, energieeffiziente Produkte („Top Runner“) am Markt bereitzustellen und Verbraucher über diese zu informieren. Die NTRI ist am 1. Januar 2016 gestartet worden.

Nur schleppend läuft bisher die Initiative „STEP up!“ (STromEffizienzPotentiale nutzen), die Unternehmen dazu aufruft, im Rahmen eines Wettbewerbs Einsparpotenziale zu identifizieren und Förderzuschüsse zu beantragen. Die erste Ausschreibung ist für Mitte 2016 geplant.

Einen Überblick über die wichtigsten Energiemanagement-Förderer in Deutschland finden Sie in unserem Beitrag „Fördermittel Energiemanagement“.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann

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