Expertentipp | Energieeffizienz
18.06.2015

Fördermittel Energiemanagement

Ein Energiemanagementsystem ist nicht so kostenintensiv wie oft geglaubt, denn viele Institutionen bieten Fördermittel an. Sich zu informieren lohnt!

Fördermittel Energiemanagement© AlexRaths /​ Thinkstock

Viele Unternehmer verzichten darauf, ein Energiemanagementsystem (EMS) in ihrem Betrieb einzuführen, weil sie glauben, es sei zu kostenintensiv. Oft genug kennen sie die Fördermöglichkeiten nicht, die von der EU, den Bundesämtern, Bundes- und Landesministerien sowie Stiftungen angeboten werden. Dabei werden Fördermittel von manchen Institutionen in Milliardenhöhe bereitgestellt – sei es als Zuschuss, als (zinsvergünstigtes) Darlehen oder als Steuervorteil. Es lohnt sich also, sich gründlich zu informieren.

Natürlich bedeuten die Einführung eines neuen Managementsystems und der damit verbundene organisatorische und personelle Aufwand zunächst einen verstärkten Einsatz von Ressourcen. Dieser rechnet sich aber durch die erzielten Energieeinsparungen meist schon nach kurzer Zeit, besonders, wenn Fördermöglichkeiten in der Implementierungsphase in Anspruch genommen werden. Im Rahmen dieser Möglichkeiten empfiehlt es sich, schon vor Beginn der Investitionen das Projekt von offiziellen Beratungsstellen prüfen zu lassen.

Fördermittel in Deutschland

Zu den wichtigsten Energiemanagement-Förderern in Deutschland gehören u.a. die KfW-Bankengruppe, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das Umweltbundesamt (UBA), die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), das Bundesamt für Naturschutz (BfN), die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Verschiedene unabhängige Organisationen weisen mit Internetauftritten und der Veröffentlichung von Informationsbroschüren auf Anlaufstellen und Adressen hin.

Es gilt zwar, darauf zu achten, dass unterschiedliche Fördermöglichkeiten sich z.T. gegenseitig ausschließen (Kumulierungsverbot), dennoch kann man unter bestimmten Voraussetzungen auch für mehrere Investitionsprojekte jeweils individuell und praxisbezogen Förderung beantragen.

Staatliches Förderprogramm für Energiemanagementsysteme

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurde von der Bundesregierung mit der Administration der „Richtlinie für die Förderung von Energiemanagementsystemen“ beauftragt. Die neueste Fassung datiert vom 1. Mai 2015 und legt fest, was und wie gefördert wird, wer antragsberechtigt ist und wie die Antragstellung abläuft. Das Förderprogramm unterscheidet vier Fördergegenstände mit unterschiedlichen Förderbedingungen:

  • Erstzertifizierung von Energiemanagementsystemen nach DIN EN ISO 50001
  • Erstzertifizierung eines Energiecontrollings nach Anforderungen der Förderrichtlinie
  • Mess-, Zähler- und Sensortechnologie für Energiemanagementsysteme
  • Software für Energiemanagementsysteme

Auch Unternehmen, die bereits mit einem EMS arbeiten, haben also unter bestimmten Bedingungen einen Anspruch, sich z.B. bei der Anschaffung von neuer Messtechnologie fördern zu lassen. Auf der Homepage der BAFA finden sich alle erforderlichen Infos: die Richtlinie selbst, ein Merkblatt für die Anträge sowie das elektronische Antragsformular. Kein Unternehmen sollte sich Fördermittel für sein Energiemanagement entgehen lassen – Informationen dazu einzuholen bedeutet bares Geld!

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann

Downloads

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen