14.09.2017

Erdkabel statt Freileitungen: Akzeptanz beim Leitungsbau und Kosten für Unternehmen

Energierecht

„Die Akzeptanz unangenehmer Dinge nimmt zu im Quadrat der Entfernung.“ Diesem sogenannten „Dickhöferschen Gesetz“ liegt die ebenso schlichte wie schelmische Erkenntnis zugrunde, dass Einflüsse auf die Wahrnehmung von Menschen mit steigender Entfernung schwinden. Diese Einsicht lässt sich ohne Weiteres auf den Fall übertragen, dass eine unangenehme Wahrnehmung – unabhängig von ihrer Entfernung – vollständig endet. Ebendies meinte wohl die Bundesregierung, als sie die gesetzliche Manifestierung eines Vorrangs der Erdkabelverlegung bei Gleichstromtrassen maßgeblich mit der höheren Akzeptanz in der Bevölkerung begründete.

So heißt es in der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 07.10.2015:

„Der heutige Beschluss stellt die Weichen für einen schnelleren und in der Bevölkerung akzeptierten Netzausbau. Die Richtung ist klar: Bei den neuen Gleichstromvorhaben gilt künftig ein Vorrang für Erdkabel. Das führt zu mehr Akzeptanz, denn vielerorts hatten die Menschen große Bedenken gegen Freileitungen. Jetzt ist der Weg frei für den dringend notwendigen Ausbau der Stromnetze. Und den brauchen wir, um die Energiewende zum Erfolg zu führen.“

Auch in den jeweils einschlägigen Begründungen der Bundesgesetzblätter wird die Akzeptanz als maßgeblich treibendes Kriterium für eine Entscheidung hin zur Nutzung von Erdkabeln ausgewiesen.

Inhalte des Erdkabelvorrangs

Am 31.12.2015 trat das Gesetz zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieausbaus (BGBl. 2015 …

Autor: Johannes Grell

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