Fachbeitrag | Energieeffizienz
25.08.2016

Energieverbräuche transparent machen – aber wie?

Idealerweise wissen Sie, an welchen Orten, wann, von wem und wofür Energie verbraucht wird. Anders ausgedrückt: Ihre Energieverbrauchsmessung ist transparent. Erreicht werden soll dies auch durch intelligente und transparente Messsysteme. Ihre flächendeckende rechtsverbindliche Einführung im nächsten Jahr trägt dazu bei, Smart Grids (= intelligente Stromnetze) zu fördern. So werden alle am Prozess der Energieerzeugung beteiligten Akteure miteinander verbunden. Wir beleuchten kurz die rechtlichen Grundlagen und zeigen dann, wie Sie aussagekräftige Energiedaten erhalten.

transparent-energieverbrauch© graphicgeoff /​ Thinkstock.de

„Energieverbräuche sollen transparent werden“, verspricht das neue Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, das am 08.07.2016 im Bundesrat verabschiedet wurde. Mit diesem Gesetz hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Weichen für die Einführung intelligenter Messsysteme in Unternehmen gestellt. Ab Januar 2017 wird der Einbau sogenannter Smart Meter, die die Energieverbräuche transparenter machen, rechtsverbindlich. Dies gilt für Verbraucher ab 10.000 kWh Jahresstromverbrauch und Erzeuger zwischen 7 und 100 kW installierter Leistung. Andere Erzeuger können erst ab 2020 zum Einbau verpflichtet werden.

Zwar legt das Gesetz klare Preisobergrenzen für den Einbau der Smart Meter fest und regelt außerdem strengstens Datenschutz und Datensicherheit. Firmen müssen also keine Angst vor zu hohen Kosten oder vor zu großen staatlichen Eingriffen in ihre Unternehmenspolitik haben. Auf der anderen Seite ist Transparenz nach innen und außen die Voraussetzung dafür, Daten erheben, auswerten und somit nutzen zu können. Nicht nur die Politik, auch Unternehmer sind davon überzeugt, dass Energieverbrauchsdaten die Grundlage für Geschäftsmodelle der Zukunft rund um die „Smart Markets“ sein werden.

Jenseits von „Smart Metern“: Wann Energieverbräuche transparent werden

Die konventionelle Methode der Verbrauchsmessung bestand darin, den Stromverbrauch in regelmäßigen Abständen, z.B. einmal im Monat oder Jahr, an einem Zähler abzulesen. Diese Methode reicht nicht aus, um auswertbare Daten zu erhalten. Herkömmliche Zähler summieren den Gesamtverbrauch auf, lassen also keine Rückschlüsse auf Art und Umfang der Einzelverbräuche zu. Eine Energieverbrauchsmessung, die transparent ist, informiert darüber, an welchen Orten, wann, von wem und wofür Energie verbraucht wird.

Um diese Transparenz zu erzielen benötigt man die folgenden Instrumente:

1) Sensorik

Sie erfasst die Energieflüsse an unterschiedlichen Punkten im Verteilsystem in Form von Zeitreihen. Multifunktionale Sensorik erfasst auch Betriebszustände wie Temperaturen und Füllzustände und setzt sie in Beziehung zu den Energieflüssen.

2) Visualisierung

Sie macht die erfassten Daten anschaulich, sei es in Form von Excel-Tabellen, Diagrammen oder aufwändigerer Energiemanagement-Software. Die entsprechenden Unterlagen oder Datenfiles können vom Controlling verwendet werden.

3) Vernetzung

Innerhalb eines Unternehmens werden die visualisierten Daten z.B. über Newsletter oder einen zentralen Zugriff an alle Mitarbeiter kommuniziert. So kann jeder, der im Betrieb Verantwortung für Energieflüsse trägt, sich über den aktuellen Verbrauchsstand informieren.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann 

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