Fachbeitrag | Energieeffizienz
31.03.2016

Energieeffizienz in der betrieblichen Produktion

Häufig werden die Begriffe „Energiesparen“ und „Energieeffizienz“ in einen Topf geworfen. Dabei zeigt sich gerade in der betrieblichen Produktion, dass allein die absolute Senkung des Energieverbrauchs nicht immer im Interesse der Unternehmen ist. Einsparungen beim Energieverbrauch müssen in vernünftiger Relation zu den erzielten Produktionsergebnissen stehen. Die Energieeffizienz zu steigern bedeutet, mit möglichst geringem Energieaufwand optimale Produktionsergebnisse zu erzielen.

Energieeffizienz in der betrieblichen Produktion© Alexey Fursov /​ Thinkstock

In der Betriebswirtschaft beschreibt der Begriff „Effizienz“, in welchem Verhältnis Kosten und Nutzen einer Maßnahme stehen. Eine Steigerung der Energieeffizienz in der betrieblichen Produktion, also im produzierenden Gewerbe bedeutet, dass entweder mit verringertem Energieaufwand gleichbleibende Ergebnisse oder mit gleichbleibendem Energieaufwand Produktionssteigerungen erzielt werden.

Die DIN-EN-ISO 14051 Materialflusskostenrechnung (MFKR)

Im Herbst 2011 wurde die ISO-Norm 14051 „Environmental management – Material flow cost accounting – General framework“ verabschiedet. Inzwischen hat sie unter der Bezeichnung DIN EN ISO 14051:2011-12 „Umweltmanagement – Materialflusskostenrechnung – Allgemeine Rahmenbedingungen“ auch Eingang in das deutsche Normenwerk gefunden. Sie gilt europa– und weltweit als Managementnorm. Dabei ist sie kein Ersatz für die DIN EN ISO 50001 zu Energiemanagementsystemen, sondern hat eigene Inhalte – die natürlich im Zusammenspiel mit der ISO 50001 noch stärkere Kraft entfalten.

Ziele der MFKR

Was bedeutet Materialflusskostenrechnung (MFKR) nun konkret? Bei der MFKR geht es darum, in der betrieblichen Produktion die Material- und Ressourceneffizienz zu steigern und so zugleich Kosten zu sparen und Emissionen zu reduzieren. Der Material- und Energiekostenanteil macht im produzierenden Gewerbe ca. 50 Prozent der Gesamtkosten aus. Damit wird deutlich, wie sinnvoll es ist, genau an dieser Stelle nach Einsparpotenzialen zu suchen.

Mehr Transparenz mit der MFKR

Häufig werden in der betrieblichen Produktion Ressourcen verschwendet, weil die Material- und Energieflüsse nicht transparent sind. Hier setzt die ISO 14051 an: Sie macht Vorgaben zur bereichsübergreifenden Ermittlung der betrieblichen Energie- und Materialflüsse. Die ermittelten Daten werden in einem zweiten Schritt beschrieben und ausgewertet, vor allem unter Kostengesichtspunkten. Neben den monetären Verbesserungspotenzialen können so auch umweltbezogene Aspekte berücksichtigt werden.

Kosten senken durch Nachhaltigkeit

Im Unterschied zu konventionellen Kostenrechnungen werden in der MFKR die Kosten nicht ausschließlich Produkten zugeordnet, sondern auch Energie- und Materialverlusten. Die MFKR zeigt dabei Ineffizienzen ebenso auf wie Umweltauswirkungen. Mit diesem innovativen Ansatz kann sie in der betrieblichen Produktion einen Anstoß geben, ressourcenschonende und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Unternehmen erkennen anhand der MFKR, welche dieser Entscheidungen zugleich zur Kostensenkung beitragen. Die MFKR zielt damit nicht auf bloßes Energiesparen, sondern auf Energieeffizienz ab.

Autor: Susanne Niemuth-Engelmann

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