27.09.2018

Energieaudit 2019: Was Sie für die Wiederholungsaudits wissen müssen

Die zweite Energieauditwelle rollt heran: Alle vier Jahre müssen Unternehmen, die nicht zu den KMU zählen, ein Energieaudit durchführen – dazu verpflichtet sie das Energiedienstleistungsgesetz. 2019 ist es wieder so weit. Damit Ihr Betrieb nicht überrollt wird, fassen wir hier alles Wichtige zum Energieaudit 2019 zusammen: von Fristen über Rahmenbedingungen bis hin zu Handlungsempfehlungen.

Energieaudit 2019

Welche Frist gilt für die Wiederholungsaudits 2019?

Wann genau die Umsetzungsfrist für das Energieaudit 2019 endet, lässt sich nicht über alle Unternehmen hinweg pauschalisieren. Verlangt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen seiner Stichproben Ihren Nachweis für ein Energieaudit, müssen Sie einen Bericht vorlegen, der nicht älter als vier Jahre ist. Stichtag ist dabei das Datum der Abschlussbesprechung.

Beispiel für Durchführung Energieaudit innerhalb der gesetzlichen Frist

Erstes Energieaudit abgeschlossen am 15. November 2015 – die Auditoren müssen das zweite Energieaudit spätestens zum 15. November 2019 beendet haben.

Die gesetzliche Frist für die erste Energieauditrunde endete am 5. Dezember 2015. Bei Weitem nicht alle Unternehmen hatten jedoch bis dahin ihr erstes Energieaudit durchgeführt. Worauf müssen sich diese Unternehmen nun beim zweiten Energieaudit einstellen? Das BAFA führt dazu folgendes Beispiel an:

Beispiel für Durchführung Energieaudt nach dem gesetzlichen Fristende

Erstes Energieaudit am 15. März 2016 abgeschlossen (also nach dem Fristende 5. Dezember 2015) – das Unternehmen muss das nächste Energieaudit spätestens zum 15. März 2020 abschließen. Obgleich die Fertigstellung des ersten Energieaudits verfristet war und das BAFA dann prüft, ob das Unternehmen eine Ordnungswidrigkeit begangen hat: Die Vier-Jahres-Frist ist davon nicht betroffen.

Die Frist von vier Jahren gilt folglich unabhängig davon, ob das erste Energieaudit vor oder nach dem 5. Dezember 2015 durchgeführt wurde.

Welche Fristen gelten für neu gegründete Unternehmen?

Die Energieauditpflicht macht auch vor neu gegründeten Unternehmen (im ersten Geschäftsjahr bereits Nicht-KMU) nicht halt. Aber: Weil der Energieverbrauch gerade beim Start eines Betriebs nicht repräsentativ ist, besteht für die Durchführung des Energieaudits eine Übergangsfrist von 20 Monaten.

Dieselbe Regelung greift übrigens auch bei Unternehmen, die zum ersten Mal seit ihrem Bestehen zu den Nicht-KMU zählen.

Ändern sich die Rahmenbedingungen für das Energieaudit 2019?

Im Evaluierungsbericht an das BAFA machen das Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien und die adelphi consult GmbH einige Vorschläge, um die Wirksamkeit und die Akzeptanz von Energieaudits zu erhöhen: eine Bagatellgrenze etwa, Fortbildungsangebote für Auditoren oder die zeitliche Entzerrung des Vier-Jahres-Rhythmus. De facto jedoch bleiben die Rahmenbedingungen für das Energieaudit 2019 weitgehend die gleichen wie 2015.

Verbundunternehmen können sich über erleichterte Rahmenbedingungen für ihre Wiederholungsaudits freuen. Im Rahmen eines Gruppenaudits können sie bis zu 10 % des gesamten Energieverbrauchs aller teilnehmenden Unternehmen ausschließen – also können auch vollständige Unternehmen von den Audits ausgenommen werden.

Hinweis Multi-Site-Verfahren

Wenden Unternehmen das Multi-Site-Verfahren an, müssen beim zweiten Energieaudit andere Standorte betrachtet werden als beim ersten Energieaudit.

Was sollten Sie nun tun?

Kümmern Sie sich frühzeitig um einen Termin und einen Dienstleister für Ihr Energieaudit. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2015 haben gezeigt: Eine hohe Anzahl an Energieaudits presst sich in einen relativ engen Zeitraum. Dadurch gibt es nur noch wenige verfügbare Dienstleister. Das wird, vor allem gegen Ende des Jahres, in 2019 kaum anders sein.

Autor: WEKA Redaktion