30.12.2020

Einigung bei KWK-Anlagen: Höhere EEG-Umlage kommt

Bereits seit längerer Zeit gibt es Unklarheit über die gesetzliche Behandlung von KWK-Anlagen zwischen 1 und 10 MW, die zur Eigenstromversorgung eingesetzt werden. Gemäß EEG 2021 sollen nun Strommengen über 3.500 Vollbenutzungsstunden mit einer erhöhten EEG-Umlage bei der Eigenstromverwendung belastet werden.

Newsreporter

Die folgenden Regelungen gelten für KWK-Anlagen, die seit dem 1.8.2014 errichtet wurden bzw. zukünftig errichtet werden und eine elektrische Leistung von 1 MW bis 10 MW aufweisen:

Die Regelung für die Vergangenheit sieht wie folgt aus (§ 61d EEG 2021):

Anlagenbetreiber können die reduzierte EEG-Umlage von 40 Prozent nur für die ersten 3.500 Vollbenutzungsstunden in Anspruch nehmen (Eigenverbrauch). Weist die KWK-Anlage eine höhere jährliche Nutzungsdauer auf, so steigt die durchschnittlich erhobene EEG-Umlage kontinuierlich an. Bei mehr als 7.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr ist die vollständige EEG-Umlage fällig. Dies gilt

  • für 2018, wenn die Anlage zwischen dem 1. August 2014 und dem 31.12.2017 erstmals zur Eigenversorgung genutzt wurde
  • für 2019, wenn die Anlage 2016 oder 2017 erstmals zur Eigenversorgung genutzt wurde
  • für 2020, wenn die Anlage 2017 erstmals zur Eigenversorgung genutzt wurde

Unter diesen Rahmenbedingungen zu wenig gezahlte EEG-Umlage wird von den Netzbetreibern mit der nächsten Umlagenabrechnung zurückgefordert.

Ab 2021 gilt folgende Regelung (§ 61 c EEG 2021)

Die EEG-Umlage wird für die ersten 3.500 vbh auf 40 Prozent der EEG-Umlage begrenzt (Eigenverbrauch). Für alle darüber hinausgehenden jährlichen Vollbenutzungsstunden bis 7.000 Vollbenutzungsstunden fällt im Rahmen eines „Claw-Back“-Mechanismus  eine 160%-ige EEG-Umlage an. Betreiber von KWK-Anlagen mit mehr als 7.000 Vollbenutzungsstunden Eigenstromverwendung zahlen für den selbst genutzten KWK-Strom eine EEG-Umlage in Höhe von 100%.

Die Regelung gilt nicht für Anlagen, die zu einem Unternehmen einer Branche nach Anhang 4 Liste 1 EEG gehören.

Was das EEG 2021 für die Kraft-Wärme-Kopplung noch verändert

KWK-Ausschreibungen: In § 5 KWKG findet sich nun eine neue Grenze, ab der KWK-Anlagen für einen Zuschlag an Ausschreibungen teilnehmen müssen. Bisher lag diese Grenze bei einem Megawatt elektrischer Leistung, künftig wird sie bei 500 Kilowatt liegen. Für Anlagen, die sich bereits in der Planung beziehungsweise im Bau befinden, wird es eine Übergangsregelung geben. Die Pflicht zur Ausschreibung greift demnach erst ab Juli 2021.

Reduzierte EEG-Umlage auf Eigenverbrauch: Alle Anlagen, die erneuerbare Energien einsetzen, werden künftig bis 30 Kilowatt elektrischer Leistung und für 30.000 Kilowattstunden im Jahr eigenverbrauchte Strommengen von der EEG-Umlage befreit (§ 61b EEG). Bisher lag die Grenze bei zehn Kilowatt und 10.000 Kilowattstunden (§ 61a EEG). Das ist für KWK-Anlagen insbesondere interessant, wenn sie mit Biogas und Biomethan betrieben werden.

Streichung des „Südbonus“ im KWKG: Neue KWK-Anlagen erhalten mit der Gesetzesänderung keinen Bonus mehr, wenn sie in der Südregion betrieben werden.

Erhöhung der Leistungsanforderung für innovative erneuerbare Wärme: Neue oder modernisierte KWK-Anlagen sollten gemäß KWKG 2020 eigentlich einen Bonus ab einem Megawatt elektrischer Leistung erhalten, wenn sie erneuerbare Wärme einbinden. Diese Grenze wurde nun auf zehn Megawatt angehoben.

Power-to-Heat-Bonus erst ab 2024: Der Bonus für neue KWK-Anlagen bei Nutzung eines elektrischen Wärmeerzeugers (§ 7b KWKG) wird erst ab dem Jahr 2024 ausgezahlt, dafür ab einer verringerten Leistung des elektrischen Wärmeerzeugers.

Keine Meldepflicht mehr für Bestandsanlagen bis 50 Kilowatt elektrischer Leistung für Zeiten mit negativen Börsenstrompreisen: Eigentlich müssen Betreiber die Betriebszeiten ihrer Anlage bei Zeiten mit negativen Börsenstrompreisen melden. Eine Ausnahme führte das KWKG 2020 für neue KWK-Anlagen bis 50 Kilowatt ein (§ 15 Abs. 4 KWKG). Mit dem EEG 2021 wird diese Regelung auch auf Bestandsanlagen (seit 2016) ausgeweitet (§ 35 Abs. 17 KWKG).

Autor: WEKA Redaktion
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