26.01.2017

Audit-Hilfe: BAFA aktualisiert Merkblatt für Energieaudits

Was ist neu? Die Änderungen finden sich in den Abschnitten 2 („Adressaten der Energieauditpflicht“) und 5 („Stichprobenhafte Überprüfung und Nachweisführung der Durchführung von Energieaudits“) des BAFA-Merkblatts für Energieaudits. Wir haben die aktualisierten Vorgaben für Sie zusammengefasst.

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2.1 Unternehmensbegriff

Das aktualisierte Merkblatt für Energieaudits geht ausführlicher als die frühere Version darauf ein, wann ein Unternehmen eigentlich als solches gilt. Dabei arbeitet es mit einer vereinfachten Definition der hoheitlichen Tätigkeit:

„Dementsprechend gilt für öffentliche Einrichtungen und Einheiten, an denen die öffentliche Hand beteiligt ist: Kann die betreffende Aufgabe bzw. Tätigkeit nach geltendem Recht nicht gleichermaßen durch private Dritte ausgeübt werden, liegt insoweit eine hoheitliche und damit keine wirtschaftliche Tätigkeit vor.“

Außerdem zeigt das BAFA-Merkblatt anhand einer Beispielliste, welche Tätigkeiten als hoheitlich anzusehen sind.

2.2 Definition eines Nicht-KMU

Ausschlaggebend für die Einstufung eines Unternehmens als Nicht-KMU ist zunächst die Mitarbeiterzahl von 250 oder mehr Personen. Das Merkblatt für Energieaudits präzisiert nun diese Definition: Leiharbeiter sowohl im Ver- als auch im Entleihbetrieb müssen mitgezählt werden.

2.3 Stichtag zur Ermittlung des Nicht-KMU-Status

Betriebe, die auf einmal nicht mehr zu den kleinen oder mittleren Unternehmen zählen, müssen innerhalb von 20 Monaten ein Energieaudit durchführen. Stichtag ist der erste Tag des Geschäftsjahres als Nicht-KMU.

5.1 Stichprobenverfahren des BAFA

Das aktualisierte Merkblatt für Energieaudits weist unter 5.1 darauf hin, dass Unternehmen das BAFA über elektronische Kommunikationswege kontaktieren sollen.

Das Formular mit dem Titel „Elektronisches Formular EDL-G – Nachweisführung für Unternehmen“ hat das BAFA auf seiner Website (www.bafa.de) unter „Energie > Energieaudit > Formulare“ verlinkt. Die dazugehörige Ausfüllanleitung (Benutzerhinweise zum elektronischen Formular „Nachweisführung für Unternehmen“) findet sich unter „Energie > Energieaudit > Publikationen“.

5.2 Nachweis der Durchführung eines Energieaudits

Das Merkblatt präzisiert das Vorgehen bei Unternehmen mit mehreren Standorten. Das elektronische Formular bietet unter Punkt 5 („Angaben zum Energieaudit“) Platz dafür, das Multi-Site-Verfahren näher zu beschreiben. Diese Angaben bestätigt die Geschäftsleitung des angeschriebenen Unternehmens mit dem Formular „Bestätigung der Richtigkeit der Angaben im elektronischen Formular“. Im Energieauditbericht müssen Auditoren ihr Vorgehen beim Multi-Site-Verfahren detailliert darlegen (Teilnehmer, Standorte, Cluster, Kriterien etc.).

5.3 Nachweis bei Freistellung nach § 8 Absatz 3 EDL-G

Hat ein Unternehmen bereits ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 umgesetzt, braucht es kein Energieaudit durchzuführen. Dafür muss es aber ein gültiges und – das ist neu – von akkreditieren Zertifizierungsstellen ausgegebenes DIN-EN-ISO-50001-Zertifikat beim BAFA einreichen (Freistellung).

5.4 Nachweis bei Einführung eines Energiemanagementsystems oder EMAS in der Einführungsphase

Unternehmen, die statt eines Energieaudits die Zertifizierung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems einleiten, sind im ersten Überprüfungszyklus bei der Nachweisführung entlastet. Das BAFA empfiehlt betroffenen Unternehmen jedoch, so früh wie möglich die Zertifizierungsgesellschaft zu kontaktieren.

Hier finden Sie das neue und das alte Merkblatt für Energieaudits

Aktualisiertes BAFA-Merkblatt: Webseite der BAFA

Die Vorgängerversion: www.energieeffizienz-ihk.de.

Autor: Elisabeth Rowley