Vorschrift/Gesetz | Energierecht
15.12.2015

Änderungen des EEG

Wer die Bestimmungen des EEG für sein Unternehmen nutzen möchte und sich für Fördermöglichkeiten interessiert, muss stets auf dem neuesten Stand der Gesetzesnovellen sein. Ein aktueller Überblick über die wichtigsten Änderungen.

Änderungen des EEG© BrianAJackson /​ Thinkstock

Das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien, auch Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) genannt, ist ein deutsches Gesetz mit dem Ziel, im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen. Einfacher gesagt: Es soll die Nutzung von Ökostrom fördern. Das EEG ist im Jahr 2000 in Kraft getreten und hat seitdem mehrere Novellierungen erfahren.

Erfolge des EEG

Zu den Erfolgen des EEG zählt, dass mittlerweile rund 25 Prozent der deutschen Stromversorgung über erneuerbare Energien erfolgen. Dazu gehören Photovoltaik, Windenergie an Land und auf See, Bioenergie, Geothermie (Erdwärme) und Wasserkraft.

Die Energiewende befindet sich also in voller Fahrt. Dass die Nutzung erneuerbarer Energien in kurzer Zeit so rasant zugenommen hat, birgt aber auch Gefahren für die Sicherheit der Stromversorgung und die Stabilität der Stromnetze.

Das reformierte EEG vom 1. August 2014

Im Hinblick auf diese Gefahren reformierte der Bund das EEG. Die Änderungen traten am 1. August 2014 in Kraft und betreffen folgende Punkte:

  1. Die Förderkosten wurden gesenkt und anders verteilt, Überförderungen schrittweise abgebaut, Boni gestrichen. Die durchschnittliche Vergütung erneuerbarer Energien sank von 17 auf 12 Cent pro Kilowattstunde. Besonders hitzig von Stromverbrauchern diskutiert wird die neue Regelung, dass Eigenstromversorger, die konventionell Strom herstellen, an den Ausbaukosten der erneuerbaren Energien beteiligt werden.
  2. Der Ausbau soll besser gesteuert und planbarer werden.
  3. Erneuerbare Energien sollen besser in den nationalen und europäischen Markt integriert werden. Betreiber größerer Neuanlagen (ab einer Leistung von 500 Kilowatt) werden daher zur Direktvermarktung des von ihnen erzeugten Stroms verpflichtet.
  4. Die Förderhöhe ist nicht mehr administrativ festgelegt, sondern wird über Ausschreibungen wettbewerblich ermittelt. So soll die Vielfalt der Akteure unter den Anlagebetreibern erhalten bleiben. Die Pilot-Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen testet dieses Prinzip, das ab 2017 auch bei anderen grünen Technologien eingesetzt werden soll.

Marktanreizprogramm (MAP) vom 1. April 2015

Am 1. April 2015 ist das MAP in Kraft getreten, mit dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie nicht nur Privatpersonen und Kommunen, sondern auch Unternehmen motivieren will, auf erneuerbare Energien bei der Stromversorgung zu setzen:

  • Kleinere Anlagen in Unternehmen, z.B. auch in den Haushalten von Freiberuflern, profitieren von Zuschüssen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
  • Große, gewerbliche Anlagen werden durch zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.
Autor: Susanne Niemuth-Engelmann

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