02.10.2018

Wiederholungsprüfung neu geregelt: die neue VDE 0105-100/A1:2017-06

Die VDE 0105-100 ist eine der wichtigsten Normen für die Elektrotechnik. Sie gilt für das Bedienen von und allen Arbeiten an, mit oder in der Nähe von elektrischen Anlagen aller Spannungsebenen von Kleinspannung bis Hochspannung. Die VDE 0105-100:2015-10 wurde erst im Oktober 2015 umfassend novelliert – nicht einmal zwei Jahre später erfolgte wieder eine gravierende Änderung (die allerdings schon in der 2015er-Fassung angekündigt wurde).

VDE 0100-105

Einleitung

Der wichtige Abschnitt 5.3.3 der VDE 0105-100 beschäftigt sich mit dem Prüfen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel. Laut 5.3.3.1 besteht der Zweck von Prüfungen im Nachweis, dass eine elektrische Anlage

  • den Sicherheitsvorschriften und
  • den Errichtungsnormen entspricht.

Mit der Bezeichnung A1 wurde im Sommer der für die Praxis eminent wichtige Abschnitt 5.3.3.101 „Wiederkehrende Prüfungen“ der VDE 0105-100 umgestaltet.

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Bei der Änderung handelt es sich um die modifizierte deutsche Übernahme des Abschnitts 6.5 des HD 60364-6:2016 (IEC 60364-6:2016-5) inklusive deutscher – also nationaler – Ergänzungen. Die entsprechenden Anhänge des Harmonisierungsdokuments der internationalen Norm wurden allerdings nicht übernommen.

Wie gerade angesprochen, wird der bisherige Abschnitt 5.3.3.101 „Wiederkehrende Prüfungen“ durch den Abschnitt 6.5 ersetzt und mit weiteren nationalen Festlegungen versehen. Die normativen Verweise wurden ebenfalls aktualisiert.

Wichtiger Hinweis

Außerdem wurde der nationale Anhang NC aus der gerade neugefassten VDE 0100-600:2017-06 übernommen.

Parallel veröffentlicht: Die neue VDE 0100-600

Neben der VDE 0100-105 wurde sinnvollerweise auch die VDE 0100-600 im Juni 2017 in aktualisierter Fassung veröffentlicht. Die Norm mit dem Titel „Errichten von Niederspannungsanlagen Teil 6: Prüfungen“ enthält laut VDE Anforderungen an die Erstprüfung elektrischer Anlagen durch Besichtigen, Erproben und Messen. Damit soll – soweit sinnvoll durchführbar – festgestellt werden, ob die Anforderungen der anderen Normen der VDE-0100-Reihe erfüllt sind. Darüber hinaus werden konkrete Anforderungen an die Erstellung des Prüfberichts über die Erstprüfung gemacht. Hier eine kurze Übersicht über die Änderungen der 2017er-Fassung im Vergleich zur VDE 0100-600:2008-06:

Änderungen im Überblick

  • Überarbeitung der Abschnittsnummerierungen
  • Ergänzung notwendiger Überprüfungen bezüglich Besichtigen
  • Aktualisierung des Abschnitts 6.4.3 Erproben und Messen (Aktualisierung der einzelnen Prüfschritte, Aufnahme der Anforderung zur Prüfung der Durchgängigkeit bei Verbindung zu Körpern, Aufnahme der Anforderung zum Messen des Isolationswiderstands zwischen aktiven Leitern, Angaben zur Prüfung der Spannungspolarität, Berechnung des Erderwiderstands als Alternative zur Messung des Erderwiderstands, Hinweis zu zusätzlichem Schutz durch Schutzpotenzialausgleich, Überarbeitung der Auflistung der Messverfahren zur Bestimmung des Spannungsfalls)
  • Anpassung bezüglich der Messverfahren zum Isolationswiderstand an Fußböden und Wänden
  • Überarbeitung der Messverfahren zur Messung des Erderwiderstands (inklusive Anschlussbilder)
  • Hinweise zu ergänzenden Prüfungen für bestimmte Anwendungsfälle (nationaler Anhang).

VDE 0105-100/A1 gilt ab sofort – aber mit Übergangsfrist

Der Anwendungsbeginn der Norm wurde auf den 01.06.2017 datiert. Es besteht allerdings eine zweijährige Übergangsfrist bis zum 01.06.2019. Dies bedeutet, dass bis zu diesem Datum noch die alten 2015er-Anforderungen gültig sind.

Praxistipp

Es ist allerdings sinnvoll, die Wiederholungsprüfungen grundsätzlich schon jetzt auf die Anforderungen der VDE 0105-100/A1 umzustellen. Zum einen ist der Aufwand unseres Erachtens nicht allzu groß, zum anderen wird die Gefahr vermieden, dass der letztmalige Umstellungstermin 31.05.2019 „vergessen“ wird.

Die nachführenden Ausführungen beinhalten neben den geänderten Anforderungen der VDE 0105-100/A1:2017-06 auch noch wichtige (inoffizielle) Kommentierungen des DKE-Komitees K 224 zur 2015er-Version, soweit diese auch für die geänderte Fassung einschlägig sind. Die Mitglieder des K 224 sind bei der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE) zuständig für die Erstellung der VDE 0105-100.

1. Wiederholungsprüfungen nach geänderter VDE 0105-100

1.1 Prüfberichte und Vorabuntersuchung

Wie schon angemerkt, betreffen die Änderungen in erster Linie den Abschnitt 5.3.1.1.101. Unter Allgemeines wird in 5.3.3.101.0.1 eindeutig festgehalten, dass die vorgeschriebenen wiederkehrenden Prüfungen für jede elektrische Anlage anhand der Abschnitte 5.3.3.101.0.2 bis 5.3.3.101.0.6 durchgeführt werden müssen. Hier schwächte die alte Fassung noch ab („Wenn gefordert, muss die wiederkehrende Prüfung nach Abschnitt 5.3.3.101.1 bis 5.3.3.101.5 …“). Die nationale Anmerkung, dass nach 5.3.3.1 elektrische Anlagen in geeigneten Zeitabständen (!) wiederkehrend geprüft werden müssen, bleibt bestehen. Das für die VDE 0105-100 zuständige Komitee K 224 der DKE stellt in seiner Kommentierung zur bisherigen Fassung klar, dass die Norm keine konkreten Prüffristen für die Wiederholungsprüfungen vorgibt.

Praxistipp

Für entsprechende Festlegungen ist – wie oben geschildert – der Anlagenbetreiber verantwortlich, der sich insofern an die entsprechenden rechtlichen Vorgaben wie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) zu halten hat.

Ebenfalls bleiben in der VDE 0105-100/A1 die bisherigen nationalen Anmerkungen gültig, laut denen in 5.3.3.101.1 bis 5.3.3.101.4 Prüfvorgänge enthalten sind, die üblicherweise im Rahmen wiederkehrender Prüfungen ausgeführt werden. Der Umfang wiederkehrender Prüfungen nach 5.3.3.1 darf weiterhin je nach Bedarf und nach den Betriebsverhältnissen auf Stichproben sowohl in Bezug auf den örtlichen Bereich (Anlagenteile) als auch auf die durchzuführenden Maßnahmen beschränkt werden. Zwingende Voraussetzung für die Verwendung von Stichproben ist allerdings immer, dass dadurch auch eine Beurteilung des ordnungsgemäßen Zustands überhaupt möglich ist.

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Neu ist allerdings, dass Berichte und Empfehlungen von vorhergehenden wiederkehrenden Prüfungen jetzt zwingend berücksichtigt werden müssen. Bisher verlangte die Norm eine entsprechende Berücksichtigung nur, wann immer dies möglich ist.

Eminent wichtig ist darüber hinaus, dass jetzt eine Vorabuntersuchung grundsätzlich notwendig ist, wenn keine früheren Prüfberichte verfügbar sind. Über die Tiefe dieser Untersuchung werden keine Angaben gemacht – unseres Erachtens sollten Sie sich hier in erster Linie an den Anforderungen der VDE 0100-600 orientieren. In der alten Normfassung gab es bislang lediglich die Vorgabe, vorangegangene Prüfungsberichte „wenn immer möglich“ zu berücksichtigen.

1.2 Zielrichtung und Vorgaben der VDE 0100-105/A1

Im Unterabschnitt 5.3.3.101.0.2 der A1 gibt es ebenfalls Änderungen. Gleich geblieben ist die Anforderung, dass die wiederkehrende Prüfung möglichst ohne Demontage oder mit Teildemontage durchgeführt werden muss. Dabei müssen die Abschnitte 5.3.3.101.1 bis 5.3.3.101.4 angewandt werden. Geeignete Erprobungen und Messungen nach VDE 0100-600:2017-06 (Abschnitt 6.4) sollen dies ergänzen. Die Zielrichtungen wurden im Vergleich zur Vorgängerversion ausgeweitet bzw. finden sich inhaltlich jetzt an anderer Stelle. Mit der wiederkehrenden Prüfung soll Folgendes erreicht werden:

  • Sicherheit von Personen und Nutztieren vor den Wirkungen des elektrischen Schlags und vor Verbrennungen,
  • Schutz gegen Sachschäden durch Brand und Wärme, die durch Fehler in der elektrischen Anlage entstehen,
  • Bestätigung, dass die nach VDE 0100-410 geforderten Bemessungen und Einstellungen der Schutzeinrichtungen eingehalten sind (beispielsweise Abschaltzeiten),
    Bestätigung der Bemessung und Einstellung von Überwachungseinrichtungen (beispielsweise Differenzstrom-Überwachungsgeräte (RCMs), Isolations-Überwachungseinrichtungen (IMDs)),
  • Bestätigung, dass die Sicherheit der Anlage nicht durch etwaige Beschädigungen oder Verschleiß beeinträchtigt ist und
  • Erkennen von Abweichungen zu den Anforderungen der relevanten Teile der Normen der Reihe VDE 0100 und von
  • Fehlern in der Anlage, aus denen sich eine Gefahr ergeben kann.

Wichtig: Isolationswiderstandsmessung kann entbehrlich sein

Die neue Normfassung enthält eine für die Praxis wichtige Änderung. Wird nämlich ein Stromkreis durch ein Differenzstrom-Überwachungsgerät nach DIN EN 62020 (VDE 0663) oder eine Isolations-Überwachungseinrichtung nach DIN EN 61557-8 (VDE 0413-8) ständig überwacht und funktioniert diese Überwachungseinrichtung einwandfrei, darf ab Juni auf die Messung des Isolationswiderstands verzichtet werden.

Praxistipp

Die Norm verlangt diesbezüglich allerdings grundsätzlich eine Prüfung der einwandfreien Funktion der Differenzstrom-Überwachungsgeräte oder Isolations-Überwachungseinrichtungen (beispielsweise durch Betätigen der Prüftaste).

Die nationalen Anmerkungen zum Unterabschnitt 5.3.3.101.0.3 sind im Grunde gleich geblieben, auch wenn sie ein wenig anders formuliert wurden. Dazu gehört beispielsweise der Hinweis auf bestehende Anlagen, die in Übereinstimmung mit früheren Ausgaben der Reihe VDE 0100 oder anderen Errichtungsnormen (die zur Zeit der Planung und Errichtung galten) geplant und errichtet worden sind. Auch wenn im entsprechenden Normenbereich in den letzten Jahren Veränderungen erfolgt sind, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass nach alten Anforderungen errichtete Anlagen unsicher sind.

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Dies heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass es für alte Anlagen einen grundsätzlichen „Bestandsschutz“ gibt. Entscheidend ist immer die Anforderung, dass die elektrische Anlage bzw. das Betriebsmittel „sicher“ sein muss.

Wie schon bisher, findet sich in der nationalen Anmerkung 2 zu diesem Unterabschnitt die Empfehlung, dass die Prüfung der Einhaltung der Abschaltzeiten für den Schutz durch automatische Abschaltung im Fehlerfall nach VDE 0100-410 in Stromkreisen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD), wenn technisch möglich, mit einem Prüfstrom, der dem fünffachen Bemessungsdifferenzstrom der jeweiligen Fehlerstrom- Schutzeinrichtung (RCD) entspricht, erfolgen sollte.

Praxistipp

In der Kommentierung des für die VDE 0100-105 zuständigen DKE-Gremiums K 224 wurde bezüglich der Vorgängerfassung aus 2015 übrigens noch ergänzend ausgeführt, dass bei Erstprüfungen nach VDE 0100-600 das Feststellen der Abschaltzeit nur dann erforderlich ist, wenn für neu errichtete Anlagen oder Anlagenteile Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) als Gebrauchtgeräte vorgesehen sind. Dies ist unseres Erachtens auch weiterhin sinnvoll.

1.3 Praxiserleichterungen bleiben

Die Erleichterungen des Unterabschnitts 5.3.3.101.0.3 gelten auch nach dem 01.06.2019. Danach darf in besonderen Fällen, bei denen Messungen an oder in elektrischen Anlagen mit technisch oder wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht durchführbar sind (beispielsweise. bei ausgedehnten Erdungsanlagen, großen Leiterquerschnitten, vermaschten Netzen), auch auf andere Weise ein Nachweis erfolgen (beispielsweise durch Berechnung mithilfe von Netzmodellen), dass die zu ermittelnden Werte eingehalten werden.

1.4 Vorbeugendes Instandhaltungsmanagementsystem erlaubt Verzicht auf wiederkehrende Prüfungen

Die Erleichterung des Unterabschnitts 5.3.3.101.0.4 wurde klarer und einfacher formuliert. Danach können für elektrische Anlagen, die im normalen Betrieb einem wirksamen Managementsystem zur vorbeugenden Instandhaltung unterliegen, die wiederkehrenden Prüfungen durch ein angemessenes System aus einer ständigen Überwachung verbunden mit einer kontinuierlichen Instandhaltung durch Elektrofachkräfte ersetzt werden. Die Norm spiegelt damit die Erleichterung der DGUV Vorschrift 3 wieder.

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Dort wird für die Normkonformität allerdings verlangt, dass entsprechend geeignete Nachweise zur Verfügung gehalten werden. Dies ist in der VDE 0105-100/A1 entfallen.

Hier wird der Unsinn der starren und ausformulierten konkreten Anforderungen des staatlichen Arbeitsschutzes offenkundig. Würde die DGUV 3 bezüglich der Erleichterung lediglich auf den „Stand der Technik“ (also auf die VDE 0105-100 in der jeweils geltenden Fassung) abstellen, müsste die DGUV 3 nicht dementsprechend in nächster Zeit inhaltlich geändert werden. So haben wir die meines Erachtens unerträgliche Situation, dass die DGUV 3 Nachweise fordert, die VDE aus technischer Sicht diese aber für verzichtbar hält.

Praxistipp

Trotzdem müssen Sie die Nachweise bereithalten. Der Grund ist banal – die staatliche Arbeitsschutzvorschrift steht rechtlich über der Normregelung eines privatrechtlichen Vereins wie dem DIN.

1.5 Vorsichtsmaßnahmen beachten

Lediglich anders formuliert wurde der Unterabschnitt 5.3.3.101.0.5, laut dem Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind, die sicherstellen, dass durch die wiederkehrende Prüfung (selbst bei Fehlern im Stromkreis) keine Gefahr für Personen oder Nutztiere entsteht und keine Sachschäden bzw. keine Schäden an elektrischen Betriebsmitteln hervorgerufen werden.

1.6 Elektrofachkräfte für Prüfungen zuständig

Klarer wurde angeblich der Abschnitt 5.3.3.101.0.6 gefasst. Hier wird jetzt gefordert, dass die wiederkehrenden Prüfungen durch eine Elektrofachkraft mit Prüferfahrung durchgeführt werden muss. Die Norm schweigt sich allerdings darüber aus, wie diese Prüferfahrung denn zu definieren ist.

Wichtiger Hinweis

In der BetrSichV 2015 wird stattdessen von der „zur Prüfung befähigten Person“ gesprochen – die Verwendung dieses Begriffs inklusive der dort enthaltenen Definition erscheint mir noch am besten.

Es ist zu wünschen, dass sich künftig auch die Verfasser technischer Normen einer einheitlichen Bezeichnung bedienen, anstatt einem babylonischen Sprachwirrwarr weiterhin Vorschub zu leisten und die Praxis verunsichern.

2. Wiederkehrende Prüfungen durch Besichtigen

Der Unterabschnitt 5.3.3.101.1 ist in der 2017er-Fassung gänzlich unverändert geblieben. Da er aber für Sie in der elektrotechnischen Praxis unverzichtbar ist, geben wir Ihnen hier einen Überblick bezüglich der inhaltlichen Anforderungen und ergänzen diesen durch die weiterhin einschlägigen Praxiskommentierungen des K 224.

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Die nachfolgenden Anforderungen sind national, d.h., sie besitzen nur für die elektrotechnische Praxis in Deutschland unmittelbare Geltung.

2.1 Sichtbare Schäden und Mängel

Laut Unterabschnitt 5.3.3.101.1.1 muss durch Besichtigen festgestellt werden, ob elektrische Anlagen und Betriebsmittel äußerlich erkennbare Schäden oder Mängel aufweisen.

2.2 Äußerer Einfluss und Einwirkungen

Gemäß Unterabschnitt 5.3.101.1.2 muss festgestellt werden, ob die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den äußeren Einflüssen am Verwendungsort standhalten und den in Errichtungsnormen enthaltenen Zusatzfestlegungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art noch entsprechen. Dabei kann es sich beispielsweise um Kondenswasser in Klemmen und Anschlusskästen, Korrosion an Verbindungselementen, aber auch Beschädigungen durch aggressive Umgebung handeln.

Praxistipp

Durch Besichtigungen sollte laut K 224 auch festgestellt werden können, ob eine Betriebsstätte feuer- oder explosionsgefährdet ist oder ein früher trockener Betriebsraum künftig als Feuchtraum eingestuft werden muss.

2.3 Schutz gegen Berührung aktiver Teile

Unterabschnitt 5.3.3.101.1.3 verlangt, dass durch Besichtigung festgestellt werden muss, ob der notwendige Schutz gegen direktes Berühren aktiver Teile elektrischer Betriebsmittel noch vorhanden ist.

Praxistipp

K 224 empfiehlt hier, zwischen dem vollständigen Schutz (beispielsweise gegeben, wenn ein Motorklemmenkasten verschlossen ist oder Abdeckungen von Steckdosen unbeschädigt sind) und dem teilweisen Schutz (beispielsweise wenn an Schaltanlagen lediglich die Schutzleiste und Absperrkette vorhanden und im richtigen Abstand sind) zu unterscheiden.

2.4 Einhaltung der Errichtungsnormen bei Schutzmaßnahmen

Unterabschnitt 5.3.3.101.1.4 fordert, durch Besichtigung festzustellen, ob die Schutzmaßnahmen bei indirektem Berühren noch den Errichtungsnormen entsprechen.

2.5 Zuordnung des Leiterquerschnitts von Überstrom-Schutzeinrichtungen

Gemäß Unterabschnitt 5.3.3.101.1.5 f ist durch Besichtigen festzustellen, ob die Überstrom-Schutzeinrichtungen den Leiterquerschnitten entsprechend noch richtig zugeordnet sind – ansonsten droht die Gefahr einer Leiterüberlastung.

Praxistipp

Beim Vergleich des Leiterquerschnitts mit dem Bemessungswert der Überstrom-Schutzeinrichtung muss immer auch die Art der Installation berücksichtigt werden. K 224 empfiehlt, besonders auf eine Häufung von Kabeln und Leitungen sowie auf Bereiche mit erhöhter Umgebungstemperatur zu achten.

2.6 Überspannungs- und Schutzstromeinrichtungen

Durch Besichtigen ist nach Unterabschnitt 5.3.3.101.1.6 festzustellen, ob die für die elektrische Anlage bzw. Betriebsmittel erforderlichen Überspannungs- oder Überstrom-Schutzeinrichtungen noch vorhanden und richtig eingestellt sind.

Praxistipp

K 224 empfiehlt, insbesondere Überspannungseinrichtungen auf eventuell erfolgtes Ansprechen (Kennmelder) zu überprüfen, da diese beim Ansprechen gegebenenfalls überlastet wurden und damit unwirksam geworden sein können.

2.7 Schaltpläne und Kennzeichnungen

Durch Besichtigen muss nach Unterabschnitt 5.3.3.101.1.7 festgestellt werden, ob verbindlich festgelegte Schaltpläne, Beschriftungen und dauerhafte Kennzeichnungen der Stromkreise, Gebrauchs- oder Betriebsanleitungen noch vorhanden und zutreffend sind.

2.8 Einrichtungen der Unfallverhütung und Brandbekämpfung

Unterabschnitt 5.3.3.101.1.8 fordert das Besichtigen der Einrichtungen zur Unfallverhütung und Brandbekämpfung. Hier handelt es sich beispielsweise um Schutzvorrichtungen, Hilfsmittel, Sicherheitsschilder, Schottung von Leitungs- und Kabeldurchführungen etc. Diese sind insofern auf

  • Vollständigkeit,
  • Bemessung und Auswahl sowie auf
  • Schäden und Mängel zu überprüfen.

Praxistipp

Laut K 224 sollten Sie diesbezüglich Anhang 3 der Durchführungsanweisungen der DGUV Vorschrift 3 und VDE 0132 Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung im Bereich elektrischer Anlagen berücksichtigen. Die VDE 0132 wird gerade überarbeitet, der Entwurf ist im April 2017 veröffentlicht worden.

2.9 Einhaltung der Herstellervorgaben

Gemäß Unterabschnitt 5.3.3.101.1.9 soll durch Besichtigen festgestellt werden, ob die Festlegungen des Herstellers eines Betriebsmittels hinsichtlich der Montage noch eingehalten sind. Genannt werden hier beispielsweise die Abstände wärmeerzeugender Betriebsmittel zur brennbaren Umgebung.

Praxistipp

K 224 rät, insbesondere auch auf die Mindestabstände für Berst- und Ausblasräume für Schaltfelder zu achten.

2.10 Hauptpotenzialausgleich

In Unterabschnitt 5.3.3.101.1.10 wird gefordert, durch Besichtigen des Hauptpotenzialausgleichs festzustellen, ob

  • die zur Sicherstellung des Potenzialausgleichs erforderlichen Leiter (Hauptpotenzialausgleichsleiter, Hauptschutzleiter, Haupterdungsleiter und andere Erdungsleiter),
  • Erder, z.B. Fundamenterder, Blitzschutzerder, Erder von Antennenanlagen, Erder von Telefonanlagen,
  • Metallteile der Gebäudekonstruktion

mit der Potenzialausgleichsschiene oder Haupterdungsschiene (-klemme) noch verbunden sind. Ebenfalls muss durch Besichtigen festgestellt werden, dass die Vorrichtungen zum Abtrennen der Erdungsleiter noch zugänglich sind.

2.11 Zusätzlicher Potenzialausgleich

Durch Besichtigen des örtlichen zusätzlichen Potenzialausgleichs ist laut Unterabschnitt 5.3.3.101.1.11 festzustellen, dass alle gleichzeitig berührbaren Körper, Schutzleiteranschlüsse und alle „fremden leitfähigen Teile“ noch einbezogen sind.

2.12 Zustand der Erdungsanlagen

Der Zustand von Erdungsanlagen nach DIN EN 50522 (VDE 0101-2) Erdung von Starkstromanlagen mit Nennwechselspannungen über 1 kV soll laut Unterabschnitt 5.3.3.101.1.12 an einigen Stationen und an einigen ausgewählten Masten eines Netzes durch Besichtigen festgestellt werden. Dazu wird angemerkt, dass diesbezüglich eine Frist von etwa fünf Jahren angemessen ist. Es genügt laut Norm, die Feststellung durch Aufgraben einzelner Stellen zu treffen.

Praxistipp

K 224 merkt an, dass Verbindungen gleicher Materialien, die in unterschiedlichen Medien (beispielsweise Beton – Erdreich) verwendet werden, besonders gefährdet sind. Dies gelte auch für Verbindungen aus verschiedenen Materialien. Die seit 1986 geltende VDE 0151 enthält diesbezüglich weitere Hinweise.

3. Wiederkehrende Prüfung durch Erproben

Unterabschnitt 5.3.3.101.2 bezeichnet vier Normanforderungen bezüglich wiederkehrender Prüfung durch Erproben.

3.1 Isolations-Überwachungsgeräte

Laut Unterabschnitt 5.3.3.101.2.1 wird das Erproben der Isolations-Überwachungsgeräte (beispielsweise in ungeerdeten Hilfsstromkreisen, im IT-System sowie den RCD- und FU-Schutzeinrichtungen) durch Betätigen der Prüftaste vorgeschrieben (siehe auch 1.2).

Praxistipp

Das K 224 macht allerdings darauf aufmerksam, dass durch das Betätigen der Taste keine Prüfung der Schutzmaßnahme selbst erfolgt, sondern lediglich die Funktionsfähigkeit des Schutzschalters selbst bzw. die Anzeigevorrichtung des Isolations-Überwachungsgeräts nachgewiesen werden kann.

3.2 Sicherheitsstromkreise und Sicherheitsbetriebsmittel

Nach Unterabschnitt 5.3.3.101.2.2 wird das Erproben der Wirksamkeit von Stromkreisen und Betriebsmitteln, die der Sicherheit dienen (wie beispielsweise Schutzrelais, Not-Ausschaltung, Verriegelungen etc.) verlangt.

3.3 Rechtsdrehfeld bei Steckdosen

Laut Unterabschnitt 5.3.3.101.2.3 ist Rechtsdrehfeld bei Drehstromwand- und Kupplungssteckdosen zu erproben. Die Steckbuchsen müssen dabei von vorn im Uhrzeigersinn betrachtet werden.

Wichtiger Hinweis

K 224 weist darauf hin, dass durch das einheitliche Rechtsfeld Gefahren beim Betrieb ortsveränderlicher Kreissägen oder Löschwasserpumpen verhindert werden.

3.4 Melde- und Anzeigeeinrichtungen

Der Unterabschnitt 5.3.3.101.2.4 fordert, die Funktionsfähigkeit erforderlicher Melde- und Anzeigeeinrichtungen (z.B. Rückmeldung der Schaltstellungsanzeige an ferngesteuerten Schaltern, Meldeleuchten) zu erproben.

Praxistipp

Laut K 224 sind solche Melde- und Anzeigevorrichtungen zu prüfen, die für Sicherheitszwecke relevant sind. Hier sollte auch das Vorhandensein der Hilfsspannung für das Melderelais geprüft werden. Ebenfalls muss die Formschlüssigkeit zwischen Hauptantrieb, Hauptschaltstücken und Meldeeinrichtung für die Schaltstellungsanzeige gegeben sein.

4. Wiederkehrende Prüfung durch Messen

4.1 Messen dient der Schutzbeurteilung

Das Kapitel bezüglich der Messungen wurde nur geringfügig verändert. Laut (national geltendem) Unterabschnitt 5.3.3.101.3.1 müssen weiterhin in Niederspannungsanlagen die Werte ermittelt werden, die eine Beurteilung des Schutzes unter Fehlerbedingungen ermöglichen. Dazu gehören u.a.

  • Schleifenwiderstand,
  • Schutzleiterwiderstand,
  • Auslösefehlerstrom sowie der
  • Ansprechwert von Isolations-Überwachungseinrichtungen.

Der Nachweis ist laut VDE 0105-100 unter Anwendung der in VDE 0100-600 angeführten Messverfahren und Grenzwerte zu erbringen. Diesbezüglich ist die jeweils geltende Fassung der VDE 0100-600 anzuwenden.

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Es wird von den deutschen Normverfassern angemerkt, dass bei der Prüfung von Stromkreisen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) nach Unterabschnitt 5.3.3.101.0.2 auch die Einhaltung der Abschaltzeit nachgewiesen werden muss (siehe dort).

4.2 Anforderungen an Geräte und Methoden

Unterabschnitt 5.3.3.101.3.2 verlangt zunächst, dass Messgeräte, Überwachungsgeräte und Methoden den Anforderungen der entsprechenden Teile der DIN EN 61557 (VDE 0413) unterliegen.

Praxistipp

Unterabschnitt 5.3.3.101.3.2 hat 2017 eine Änderung erfahren. Bisher wurde verlangt, dass bei der Verwendung anderer Messgeräte diese die gleichen Leistungsmerkmale und die gleiche Sicherheit aufweisen müssen. Hier gilt künftig, dass „mindestens“ die gleichen Merkmale und die gleiche Sicherheit zu gewährleisten sind.

4.3 Messen in Niederspannungsanlagen

Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 enthält wie bisher die deutschen Anforderungen für das Messen des Isolationswiderstands in Anlagen mit Nennspannungen bis AC 1.000 V bzw. DC 1.500 V. Die Messung des Isolationswiderstands bei wiederkehrenden Prüfungen erfolgt in der Regel nach den Anforderungen der jeweils einschlägigen Errichtungsnormen.

Praxistipp

Künftig gilt hier die Erleichterung nach Unterabschnitt 5.3.3.101.0.2, laut der auf eine Messung des Isolationswiderstands verzichtet werden kann, wenn der Stromkreis durch ein funktionsfähiges Differenzstrom-Überwachungsgerät oder eine Isolations-Überwachungseinrichtung überwacht wird (siehe dazu 1.2).

Laut K 224 werden unter bestimmten Betriebsbedingungen Abweichungen für zulässig erachtet; diese finden sich in den Buchstaben a) bis h) des Unterabschnitts 5.3.3.101.3.3.

1. So stellt Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 a) fest, dass bei Messungen nach b), c) und d) der Isolationswiderstand zwischen jedem aktiven Leiter (Außen- und Neutralleiter) und Erde oder Schutzleiter festgestellt wird.

Praxistipp

Hier wird auch als Anmerkung des Normgebers erlaubt, dass in TN-C- und TN-C-S-Systemen die Messung auch gegen den PEN-Leiter durchgeführt werden darf. Für die Messung müssen aber die Verbindungen zu Neutralleitern aufgetrennt werden.

Um den Messaufwand zu reduzieren und Zerstörungen zu vermeiden, dürfen laut VDE 0105-100 für die Messung alle aktiven Leiter miteinander verbunden werden.

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Die Norm verbietet ausdrücklich, von dieser Erleichterung in feuergefährdeten Betriebsstätten und in explosionsgefährdeten Bereichen Gebrauch zu machen.

2. Wenn die Messungen mit angeschlossenen und eingeschalteten Verbrauchsmitteln durchgeführt werden, muss laut Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 b) der Isolationswiderstand hinter den Überstrom-Schutzeinrichtungen einschließlich der angeschlossenen Verbrauchsmittel mindestens 300 Ω je Volt Nennspannung betragen (siehe aber 4.).Wird der vorgeschriebene Wert bei der Messung nicht erreicht, muss die Messung ohne angeschlossene Verbrauchsmittel wiederholt werden (siehe 3.).

3. Werden Messungen ohne angeschlossene Verbrauchsmittel durchgeführt, muss der Isolationswiderstand nach Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 c) hinter den Überstrom-Schutzeinrichtungen, aber bei geschlossenen Schalteinrichtungen mindestens 1.000 Ω je Volt Nennspannung betragen (siehe aber 4.).

4. Handelt es sich um Anlagen im Freien sowie in Räumen oder Bereichen, deren Fußböden, Wände und Einrichtungen zu Reinigungszwecken abgespritzt werden, muss der Isolationswiderstand laut Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 d)

  • bei angeschlossenen Verbrauchsmitteln mindestens 150 Ω je Volt Nennspannung,
  • ohne angeschlossene Verbrauchsmittel mindestens 500 Ω je Volt Nennspannung

betragen.

5. In IT-Systemen ist gemäß Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 e) in allen Fällen ein Isolationswiderstand von 50 Ω je Volt Nennspannung ausreichend.

6. Für Schleifleitungen oder Schleifringkörper, die unter ungünstigen Umgebungsbedingungen betrieben werden müssen (beispielsweise Krananlagen im Freien, Kokereien, Gießereien oder Sinteranlagen), brauchen die unter 3. bis 5. festgelegten Werte laut Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 f) nicht eingehalten zu werden, wenn durch andere Maßnahmen, z.B. Erdung der nicht aktiven Befestigungsteile der Schleifleitung oder Fernhalten brennbarer Stoffe von Schleifleitungen, dafür gesorgt ist, dass der Ableitstrom nicht zu gefährlichen Berührungsspannungen oder Bränden führt.

7. Messungen des Isolationswiderstands sind nach Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 g) mit Gleichspannung durchzuführen. Die Messspannung muss bei Belastung des Messgeräts mit 1 mA mindestens gleich der Nennspannung der Anlage sein.

8. Bei Schutzkleinspannung (SELV) und Funktionskleinspannung mit sicherer Trennung (PELV) ist laut Unterabschnitt 5.3.3.101.3.3 g) der Isolationswiderstand der Leiter gegen Erde zu messen; Messgleichspannung 250 V, Mindest-Isolationswiderstand 0,25 MΩ.

Bei Funktionskleinspannung ohne sichere Trennung (FELV) verlangt Unterabschnitt 5.3.3.101.3.4 weiterhin eine Messung, ob die Körper ordnungsgemäß mit dem Schutzleiter des Stromkreises mit höherer Spannung bzw. mit dem Potenzialausgleichsleiter des zugehörigen Stromkreises verbunden sind.

4.4 Wiederkehrende Prüfungen sonstiger Art

Auch hier gibt es durch die Änderung A1 nichts Neues für die Praxis. Laut Unterabschnitt 5.3.3.101.4.1 ist in diesen Fällen weiterhin festzustellen, ob die vorhandenen Anlagen und Betriebsmittel gegebenenfalls erhöhten thermischen oder dynamischen Beanspruchungen durch den Kurzschlussstrom infolge Änderungen im Leitungsnetz oder in der Anlage genügen.

Praxistipp

Das K 224 merkt dazu an, dass mit der Änderung oder Erweiterung einer Anlage häufig eine Erhöhung des Kurzschlussstroms im Verteilernetz verbunden sein kann. Der Prüfer muss deshalb berücksichtigen, dass sich dadurch die thermischen und dynamischen Beanspruchungen ebenfalls erhöhen können.

Für Anlagen mit Nennspannungen über 1 kV muss laut Unterabschnitt 5.3.3.101.4.3 festgestellt werden, ob die der Planung zugrunde liegenden Bedingungen für die Erdungsspannung bzw. Berührungsspannung, z.B. Erdfehlerstrom, nach DIN EN 50522 (VDE 0101-2) noch eingehalten sind.

Praxistipp

Diesbezüglich muss überprüft werden, ob sich der Erdschluss-, Erdschlussrest- bzw. Erdkurzschlussstrom durch die Anschaltung neuer Betriebsmittel mit langen Kabeln oder Freileitungsstrecken gegebenenfalls erhöht hat. Führt dies zur Aufstellung einer zusätzlichen Erdschlusslöschspule, sollte der Erdfehlerstrom überprüft werden.

Laut Unterabschnitt 5.3.3.101.4.3 muss bei wiederkehrenden Prüfungen auch kontrolliert werden, ob geforderte Anpassungen bei bestehenden elektrischen Anlagen durchgeführt sind.

Im letzten Unterabschnitt 5.3.3.101.4.4 wird u.a. darauf verwiesen, dass in weiteren Teilen der VDE 0105-100 andere oder ergänzende wiederkehrende Prüfungen geregelt werden (beispielsweise in VDE 0108-100 oder VDE 0701-0702).

5. Prüfbericht für die wiederkehrende Prüfung

Der Unterabschnitt 5.3.3.101.5 wurde 2017 umfassend verändert. Gab es bisher vier Abschnitte, sind daraus in der A1-Fassung sieben geworden.

5.1 Generelle Berichtspflicht

Laut neuem Unterabschnitt 5.3.3.101.5.1 muss nach Abschluss der wiederkehrenden Prüfung generell ein Zustandsbericht der elektrischen Anlage erstellt werden. Diese Normforderung war bisher unter 5.3.3.101.5.2 verzeichnet.

5.2 Inhalte des Prüfberichts

Der Bericht muss laut neuem Unterabschnitt 5.3.3.101.5.2 jetzt Folgendes beinhalten:

Einzelheiten der Anlagenteile, die besichtigt wurden,

  • alle Einschränkungen bei der Besichtigung und beim Erproben und Messen, einschließlich der Gründe dafür
  • alle Schäden, Verschleiß, Fehler oder Beeinträchtigungen der Sicherheit,
  • jede Abweichung von Anforderungen der Normen der Reihe VDE 0100 oder anderer zutreffender Errichtungsnormen, z.B. der Normenreihen VDE 0101 oder VDE 0113, die zu einer Gefährdung führen können,
  • Auflistung der Besichtigung
  • Auflistung der Ergebnisse der Erprobungen und Messungen gemäß der (neuen) Abschnitte 5.3.3.101.1 bis 5.3.3.101.4, ergänzt durch relevante Prüfungen wie in VDE 0100-600, 6.4.3 angegeben.

Anmerkung

Der geänderte nationale Anhang NA der VDE 0105-100/A1:2017-06 enthält neue deutsche normative (zwingende) Festlegungen zum Mindestinhalt eines Prüfberichts.

Autor: Ernst Schneider