Fachbeitrag | Beitrag aus „Elektrosicherheit in der Praxis“ 28.07.2016

Schutzfunktionen von RCDs

Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) werden für folgende Schutzmaßnahmen verwendet:

  • Fehlerschutz (Schutz bei indirektem Berühren)

  • zusätzlicher Schutz (Schutz bei direktem Berühren)

  • Brandschutz

Schutz gegen elektrischen Schlag

Grundsätzlich dürfen RCDs nie als alleiniges Mittel zum Schutz gegen elektrischen Schlag angewandt werden.

Fehlerschutz und zusätzlicher Schutz dürfen durch die gleiche RCD realisiert werden

Allerdings dürfen nach DIN VDE 0100-530 der Fehlerschutz und der zusätzliche Schutz durch dieselbe RCD erfüllt werden, wenn der Bemessungsdifferenzstrom I?N ≤ 30 mA beträgt. Wird die RCD auch für den Fehlerschutz eingesetzt, muss sie an der Einspeisung des Stromkreises errichtet werden.

Fehlerschutz

Der Fehlerschutz wird angewandt, um unzulässige Berührungsspannungen nicht unzulässig lange anstehen zu lassen. Um diesen Schutz zu gewährleisten, müssen die in Tabelle 1 genannten Abschaltzeiten eingehalten werden.

Tab. 1: Abschaltzeiten nach DIN VDE 0100-410

System

50 V ≤ U0 ≤ 120 V

120 V ≤ U0 ≤ 230 V

230 V ≤ U0 ≤ 400 V

U0 > 400 V

AC

AC

DC

AC

DC

AC

DC

TN

0,8 s

0,4 s

5 s

0,2 s

0,4 s

0,1 s

0,1 s

TT

0,3 s

0,2 s

0,4 s

0,07 s

0,2 s

0,04 s

0,1 s

In TN-Systemen werden die geforderten Abschaltzeiten im Allgemeinen durch die üblichen Überstrom-Schutzeinrichtungen, z.B. Leitungsschutzschaltern oder Schmelzsicherungen, eingehalten.

In TT-Systemen sind RCDs für den Fehlerschutz meistens notwendig

Sollte die Schleifenimpedanz eines Stromkreises zu hoch sein, wie es häufig bei TT-Systemen …

Autor: Dipl.-Ing. Karsten Callondann

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