05.05.2017

Elektroindustrie – Produktionswachstum von 1,5 Prozent geplant

Der ZVEI rechnet für 2017 mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent bei der realen Produktion und einem Umsatzanstieg auf 182 Milliarden Euro. Weiterhin spielen neue digitale Geschäftsmodelle und Industrie 4.0 in diesem Jahr eine entscheidende Rolle.

ZVEI

Politische Unruhen haben direkten Einfluss

Trotz der hohen Geschäftserwartungen der Unternehmen ist die Prognose des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. angesichts der aktuellen politischen Spannungen und Risiken in Europa und Amerika zurückhaltend. Hierzu zählen die bisher undurchsichtige Wirtschaftspolitik der USA, die Folgen des Brexits, das angespannte Verhältnis zur Türkei und die wirtschaftliche und politische Unsicherheit in Italien. Diese vier Nationen sind für die deutsche Elektroindustrie besonders wichtig, da sie im letzten Jahr ein Fünftel der gesamten Branchenausfuhren aufnahmen und bezüglich Export und Direktinvestitionen somit unverzichtbar sind. Die Branche beschäftigt aktuell 847.000 Fachkräfte im Inland, was 2017 weitestgehend stabil bleiben sollte.

Industrie 4.0 und Digitalisierung

Die Digitalisierung vollzieht sich rasant. Dabei entstehen neue Geschäftsmodelle. Standen laut ZVEI-Präsident Michael Ziesemer vor einem Jahr noch konkrete Industrie-4.0-Anwendungsfälle im Vordergrund, rücken dieses Jahr neue digitale Geschäftsmodelle vor. „Industriepolitisch sind wir gut aufgestellt, unsere Arbeit ist erfolgreich und findet international hohe Beachtung“, so Ziesemer.

Drei Schwerpunkte, um Deutschland zukunftssicher zu machen

Der ZVEI legt seinen Fokus anlässlich der Bundestagswahl 2017 auf drei Bereiche:

  1. Stärkung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen durch eine steuerliche Forschungsförderung in Höhe von mindestens zehn Prozent der gesamten Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungskosten
  2. Ausbau der digitalen Wertschöpfung: Für eine wettbewerbsfähige, digitale Infrastruktur sei laut Ziesemer ein flächendeckendes, industriefähiges Breitbandnetz ein Muss.
  3. Mehr Investitionen in Weiterbildung, um den digitalen Wandel mit bestehendem Personal zu vollziehen.

Quelle: www.zvei.org

Autor: Marian Stefan