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13.11.2015

Zahlungsverkehr in der EU: mehr Sicherheit und Innovation

Besserer Schutz der Verbraucher bei Zahlungen und eine stärkere Nutzung innovativer mobiler und Online-Zahlungen – dies hat ein Vorschlag der Europäischen Kommission zur überarbeiteten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) zum Ziel. Das Europäische Parlament hat ihm jetzt zugestimmt. Damit sollen im Zahlungsverkehr mehr Sicherheit und Innovation gewährleistet werden.

Zahlungsverkehr in Europa soll für Verbraucher sicherer und innovativer werden© Alterfalter /​ fotolia.com

Die neuen Vorschriften zum Zahlungsverkehr in der EU bringen eine Reihe von Änderungen:

  • Künftig werden strenge Sicherheitsanforderungen an Auslösung und Verarbeitung elektronischer Zahlungen und an den Schutz der Finanzdaten der Verbraucher gestellt.
  • Der EU-Zahlungsverkehrsmarkt wird für sogenannte Zahlungsauslösedienstleister und Kontoinformationsdienstleister geöffnet. Das sind Dienstleister, die Zahlungsdienste für Verbraucher oder Unternehmen auf der Grundlage des Zugangs zu Informationen über das Zahlungskonto erbringen.
  • Die Verbraucherrechte werden gestärkt. So hat man die Haftung für nicht autorisierte Zahlungsvorgänge verringert und ein bedingungsloses Erstattungsrecht bei Lastschriften in Euro eingeführt, „ohne dass Fragen gestellt werden“, wie es heißt.

Zahlungsverkehr: keine Aufschläge für zusätzliche Kosten

Es dürfen keine Aufschläge für zusätzliche Kosten erhoben werden, wie beispielsweise für das Recht, mit einer Karte bezahlen zu dürfen. Dies gilt unabhängig davon, ob das jeweilige Zahlungsinstrument in einem Geschäft oder online genutzt wird.

Nach der Abstimmung im Europäischen Parlament wird die Richtlinie in Kürze vom Ministerrat der EU förmlich verabschiedet. Danach wird sie im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt haben die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, um die erforderlichen Anpassungen ihrer nationalen Rechtsvorschriften zur Anwendung der neuen Regeln vorzunehmen.

Die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie fügt sich in eine Reihe kürzlich erlassener EU-Rechtsvorschriften für moderne, effiziente, sichere und kostengünstige Zahlungsdienste ein.

Von EU angestrebt: Digitaler Binnenmarkt

Der für Finanzmarktstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion zuständige Kommissar Jonathan Hill erklärte: „Ein Schritt in Richtung eines digitalen Binnenmarkts; er wird Verbrauchern und Unternehmen zugutekommen und zum Wirtschaftswachstum beitragen.“

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager: „Ein Rechtsrahmen, der neuen und innovativen Akteuren, neben Banken und anderen etablierten Anbietern, den Markteintritt erleichtert.“

Autor: Franz Höllriegel 

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