08.11.2022

Weiss transportiert Experimente zu Raketenbasis nach Schweden

Wie arbeiten Astronauten im All? Um sie vor Abflug auf die Bedingungen dort vorzubereiten, testet man diese vorher. Experimente dafür führt die schwedische Raumfirma Swedish Space Corporation durch. Diese lässt sie durch den österreichischen Logistiker Weiss nach Schweden bringen.

Experimente Raketenbasis

Logistikpartner des SubOrbital Express

Von 14. bis 24. November führt die Raumfirma Swedish Space Corporation (SSC) an der Raketenbasis Esrange nahe Kiruna in Nordschweden die Mission „SubOrbital Express 3 (S1X-3M15)“ durch. Die Experimente dafür lässt SSC in den Weltraum fliegen, um deren Verhalten in der Schwerelosigkeit zu untersuchen. Ziel ist es, Erkenntnisse für die Forschung und die Arbeit von Astronautinnen und Astronauten im Weltall zu gewinnen. Das internationale Transportunternehmen Gebrüder Weiss mit Sitz im österreichischen Lauterach transportiert als offizieller Logistikpartner für die Raketenmission SubOrbital Express zwölf wissenschaftliche Experimente nach Nordschweden.

Gebrüder Weiss – weltweit agierender Full-Service-Logistiker

Die Gebrüder Weiss Holding AG ist ein weltweit agierender Full-Service-Logistiker mit rund 8.000 Mitarbeitern an 180 firmeneigenen Standorten. 2021 erwirtschaftete das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Euro. Zum Portfolio gehören Transport- und Logistiklösungen, digitale Services und Supply Chain Management. Die Kombination aus digitaler und physischer Kompetenz ermögliche es dem Konzern, schnell und flexibel auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Mit einer Vielzahl an ökologischen, ökonomischen und sozialen Maßnahmen und seiner Geschichte im Transportwesen von mehr als 500 Jahre sieht sich das Familienunternehmen mit als Vorreiter für nachhaltiges Wirtschaften.

Weltraumforschung für internationale Universitäten

Swedish Space Corporation ermöglicht Weltraumforschung für internationale Universitäten, Forschungsteams und Start-ups. Viele der Experimente haben direkte Auswirkungen auf die Wissenschaft. „Wir können damit die ganze Welt beeinflussen“, sagt Stefan Krämer, Program Manager für SubOrbital Express, Swedish Space Corporation. Die Logistik spiele für die Durchführung des Projekts ebenfalls eine wichtige Rolle. „Es ist entscheidend, dass das Equipment pünktlich und vor allem sicher zur Raketenbasis gebracht wird. Mit Gebrüder Weiss setzen wir auf einen Logistikpartner, dem wir vertrauen können“, sagt Krämer.

Frank Haas, Kommunikationschef bei Gebrüder Weiss: „Wir möchten zur Weiterentwicklung der Raumfahrt beitragen.“ Zukunftsweisende Mobilitätsprojekte wie die Raketenmission spielen für das Unternehmen eine zentrale Rolle. Bereits 2021 habe man seine Logistikerfahrung bei der Simulation einer astronautischen Marsmission in Israel unter Beweis gestellt.

Mission „SubOrbital Express 3“

Die Raummission der Schweden soll eine Reihe von Fragen untersuchen. Die Tests mit ihren entsprechenden Konfigurationen dafür haben Forschungsteams aus Australien, Costa Rica, Portugal, Italien, Liechtenstein, Deutschland, Schweiz, Belgien und Schweden für diese 15. Raketenmission des SSC entwickelt. Bei den Tests in der Schwerelosigkeit geht es um Fragen, wie z.B.:

  • Halten Uhren den Beschleunigungen und Vibrationen eines Raketenstarts Stand?
  • Wie kann die Gesundheit von Astronauten im Weltall besser überwacht werden?
  • Wie verhalten sich Zellen im Körper, wenn man ihnen die Schwerkraft nimmt?

Versuchsaufbauten in der Schwerelosigkeitsparabel

Gebrüder Weiss organisiert den Transport der Experimente vom SSC-Hauptsitz in Solna bei Stockholm ins 1.200 Kilometer entfernte Kiruna in Nordschweden. Am 22. November schickt SSC die Versuchsaufbauten von der Raketenbasis in Esrange aus in den Weltraum. Durch die parabelförmige Flugbahn kommt es zu einer Schwerelosigkeit von sechs Minuten. Anschließend landen die Experimente in einem unbewohnten Gebiet nördlich von Esrange. Von dort bringt sie ein Helikopter zurück zur Basis und anschließenden Auswertung durch die Forscher.

GW Lode wird Weiss Waldkraiburg

Erst kürzlich hat der österreichische Konzern sein Netz in Bayern ausgeweitet. Aus der Spedition Lode in Waldkraiburg wird nach einer Übergangsphase unter GW Lode nun endgültig Gebrüder Weiss Waldkraiburg. Der Umfirmierungsprozess wurde zum 1. November abgeschlossen. Vor einem Jahr hatte das internationale Transport- und Logistikunternehmen die Spedition in Oberbayern in das eigene Netzwerk übernommen. Alle 60 Mitarbeiter wechseln laut Pressemitteilung unter das Dach von Gebrüder Weiss. Der auf Landverkehre, Distribution und Lagerlogistik spezialisierte Standort in Waldkraiburg liegt 70 Kilometer östlich von München und damit passgenau für das Netzwerk des Unternehmens.

„Mit der Integration verdichten wir unser Landverkehrsnetz in Bayern und können die Märke in Deutschland, Österreich sowie Mittel- und Südosteuropa noch effizienter bedienen“, sagt Werner Dettenthaler, Regionalleiter Landverkehr Deutschland.
Der Standort Waldkraiburg ergänzt die bestehenden Landverkehrs-Niederlassungen in Aldingen, Esslingen, Lindau, Memmingen, Nürnberg, Passau und Straubing. Speziell durch die enge Verbindung der Standorte Passau, Straubing und Waldkraiburg wurde ein starkes Netz in Ostbayern geschaffen. Die Kunden profitieren durch die Übernahme von einem deutlich größeren Leistungsspektrum. Gebrüder Weiss bietet nationale und internationale Transportservices im Bereich Landverkehr, Luft- und Seefracht sowie Logistiklösungen, speziell für die Automobil- und High-Tech-Branche an.

Gebrüder Weiss fördert DAV

Gebrüder Weiss ist zudem neuer offizieller Förderer der Deutschen Außenhandels- und Verkehrsakademie (DAV) in Bremen. Besiegelt wurde die zunächst auf drei Jahre ausgelegte Partnerschaft am 2. November auf dem DAV-Campus. Als aktiver Förderpartner wird sich Gebrüder Weiss unter anderem mit Praxisthemen am Lehrprogramm der DAV beteiligen und Studierende aus ganz Deutschland bei Semester- und Abschlussarbeiten unterstützen. An der Akademie lernen junge Kaufleute von der Praxis für die Praxis – die Fach- und Führungskräfte für die Logistik von morgen. Sie belegen die Studiengänge Internationales Logistikmanagement (berufsbegleitend oder Vollzeit), Digital Supply Chain Management oder bilden sich zum IHK-geprüften Fachwirt für Güterverkehr und Logistik weiter. Die DAV bildet bereits seit 1960 Nachwuchskräfte aus und ist Teil der SRH-Hochschulen.

In Rahmen der Partnerschaft kommen Experten von Gebrüder Weiss in Kontakt mit jungen Menschen, die bereits vor Studienbeginn Berufserfahrung gesammelt haben und ihr Logistikwissen vertiefen möchten. „Genau diese Menschen möchten wir für den Einstieg in unser Unternehmen begeistern, indem wir ihnen mit praxisnahen Aufgabenstellungen vermitteln, wie vielseitig das Logistikgeschäft ist“, erklärt Lothar Thoma, Geschäftsführer Air & Sea bei Gebrüder Weiss. Als Beispiel nannte er Kernthemen des Unternehmens wie Supply-Chain-Management, Digitalisierung von Lieferketten und Nachhaltigkeit in der Logistik.

„Wir heißen Gebrüder Weiss im Förderkreis der DAV herzlich willkommen. Dank unserer Partnerunternehmen bleiben unsere Lehrinhalte am Puls der Zeit, und unsere Studierenden können sich auf ihre weitere berufliche Laufbahn ideal vorbereiten“, sagt Thomas Zink, Studienleiter der DAV.

Zur Auftaktveranstaltung in einem von Gebrüder Weiss zum Thema „Mobilität der Zukunft“ gestalteten Seminarraum waren hochrangige Unternehmensvertreter nach Bremen gereist. Unter ihnen Lothar Thoma, Johannes Trautmann, Country Manager Air & Sea Deutschland, und Werner Dettenthaler, Geschäftsführer Landverkehr Deutschland. Für Gebrüder Weiss ist die Förderpartnerschaft auch ein Heimspiel. Im weltweiten Air & Sea-Netz spielt der Standort Bremen mit 68 Mitarbeitenden eine wichtige Rolle.

Nachhaltigkeit bis 2030

Bis 2030 will Gebrüder Weiss klimaneutral sein. Dafür engagiert sich das Unternehmen an seinen Standorten mit umfangreichen Investitionen, um den jährlichen CO2-Ausstoß kontinuierlich zu reduzieren. Dabei sieht das Unternehmen im Klimaschutz ein nicht es selbst angehendes Anliegen. Es will daher seine Kunden mitnehmen: Mit „zero emissions“ bietet es ihnen die Möglichkeit, den CO2-Ausstoß ihrer Sendung vollständig auszugleichen – durch die Unterstützung eines zertifizierten Klimaschutzprojektes durch:

  • Berechnung des CO2-Ausstoß einer Sendung und Ausweisung der Kosten der angefallenen Emissionen auf der Rechnung.
  • Gebrüder Weiss investiere diesen Beitrag in ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt und kümmere sich um die Abwicklung.
  • Der Kunde erhält von Gebrüder Weiss ein Zertifikat, das den Beitrag des Kunden ausweist und zeigt, dass sämtliche angefallene Emissionen vollständig kompensiert wurden.

Trotz allen Bemühungen wird bei den meisten Transporten CO2 ausgestoßen. Durch Maßnahmen wie Aufforstung oder Ausbau erneuerbarer Energien könnten Klimaschutzprojekte diese CO2-Emissionen ausgleichen. Unabhängige Organisationen kontrollierten die Höhe von angefallenen Emissionen und berechneten die dafür nötigen Kompensationsmaßnahmen. Mit „zero emissions“ würden diese Maßnahmen passgenau und prompt umgesetzt.

Ermittlung von Emissionen nach DIN

Zunächst wird die Höhe der Treibhausgas-Emissionen ermittelt, die bei einem bestimmten Prozess, einem Unternehmen, einer Dienstleistung etc. anfallen (CO2-Bilanz). Im nächsten Schritt erfolgt die Kompensation über Zertifikate (Emissionsminderungs-Gutschriften), mit denen dieselbe Emissionsmenge in Klimaschutzprojekten ausgeglichen wird.

Die Höhe der CO2-Emissionen werden mithilfe von EcoTransIT, einer weltweiten Lösung zur Emissionsberechnung von Frachttransporten, nach der europäischen Norm DIN EN 16258 und GLEC erhoben. Datengrundlage bildet dabei das Transport Management System (TMS) von Gebrüder Weiss. Bei der Berechnung werden sowohl Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf des Transports berücksichtigt sowie die spezifischen Verkehrsträger.

Beispiel: Transport Palette von Österreich nach Ungarn

Bei einem angenommenen Preis von 15 Euro pro Tonne CO2 und einem CO2-Ausstoß auf dem Transport zwischen einem Abgangsort A in Österreich und einem Bezugsort B in Ungarn von 0,04296 t wird diese Sendung durch den Einsatz von 0,65 Euro (15 Euro*0,04296 t/CO2) CO2-neutral gestellt. Die vom Kunden eingesetzten 0,65 Euro werden durch Gebrüder Weiss in ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt investiert, das die Emissionen ausgleicht.

Autor*in: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)