19.05.2020

Weiss-Logistik baut seine Lagerlogistik in den USA aus

Kaum ein Land hat unter Corona so zu leiden wie die USA. Was die Logistiker von Gebrüder Weiss nicht hindert, dort seine Aktivitäten auszuweiten. Jetzt hat die Firma ein weiteres Lager in Südkalifornien eröffnet. Das Unternehmen berichtet von Besserungen der Situation in Europa.

Weiss

Neuer Weiss-Standort in Südkaliformien

Das internationale Transport- und Logistikunternehmen Gebrüder Weiss in Lauterach (Österreich) baut seine Lagerlogistik-Aktivitäten im Westen der USA weiter aus. Zusätzlich zu seinem Standort bei Los Angeles hat es ein weiteres Lager in Südkalifornien eröffnet. Auf mehr als 9.000 Quadratmeter bietet es laut einer Pressemitteilung im Landesinneren moderne Lagerlogistik- und Fulfillment-Lösungen an.

Als Full-Service-Logistiker mit weltweit standardisierten Logistikprozessen verfüge man insgesamt über 90 Logistikstandorte – in Europa, USA, Asien und entlang der ehemaligen Seidenstraße.

„Viele unserer Kunden rücken derzeit verstärkt produktionsnahe Lieferketten in ihren Fokus und erhöhen die Lagerbestände an kritischen Materialien und Produkten. Mit unserem neuen Lager in Südkalifornien können wir diese Kunden gezielt unterstützen“, sagt Mark McCullough, Landesleiter von Gebrüder Weiss USA.

Logistiklösungen in Krisenzeiten

Das Unternehmen unterhält in den USA insgesamt sieben Standorte. Alle seien trotz dem Covid-19-Virus voll operativ und wickelten weiterhin Luft- und Seefracht- sowie Inlandtransporte und Lagerlogistik ab. Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen habe man frühzeitig getroffen, wie etwa:

  • Schutzausrüstung für alle Lagermitarbeiter (Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel),
  • kontaktlose Zustellung bei Warenanlieferung,
  • getrennte Arbeitsbereiche zur Einhaltung des Sicherheitsabstandes.

Trotz der durch die Corona-Krise verursachten volatilen Wirtschaftslage sieht sich das Unternehmen jenseits des Atlantiks gut gerüstet. Das Logistikunternehmen beruft sich auf eine über 500-jährige Tradition.

„Wir geben den Kunden die Sicherheit, die sie in diesen wirtschaftlich ungewissen Zeiten benötigen und unterstützen sie mit verlässlichen Logistiklösungen entlang der gesamten Lieferkette“, so McCullough.

Beschränkungen in den USA

Gegenwärtig gibt es laut Weiss keine Beschränkungen für inländische Frachtbewegungen in den USA. Es gebe Leerfahrten im Transpazifik (TP) und im Transatlantik (TA). An Standorten im Mittleren Westen und in der Golfregion der USA herrsche ein Mangel an Containerausrüstung.

Seefrachtimporte aus dem Fernen Osten/China sind teilweise von Frachtraummangel betroffen, wie das Unternehmen mitteilt. Aufgrund von Flugausfällen von und nach Asien und Europa könne es zu Frachtraummangel im Lufttransport kommen. Der Flughafen JFK melde Verzögerung bei der Frachtzustellung wegen Personalmangel im Frachtterminal und Warteschlangen beim inländischen Weitertransport per Lkw.

Ausgangssperre nicht überall in den USA

Die folgenden US-Bundesstaaten haben eine Ausgangssperre verhängt:

  • Kalifornien
  • New York
  • New Jersey
  • Illinois
  • Texas
  • Massachusetts

Die US Regierung hat einen Fahrplan mit drei Phasen für die Lockerung der Maßnahmen vorgestellt. Die Entscheidung über die Umsetzung obliegt allerdings den jeweiligen Bundesstaaten.

Reisebeschränkungen hauptsächlich für Privatpersonen

Mehrere europäische Länder haben landesweite Reisebeschränkungen hauptsächlich für Privatpersonen erlassen. Der Warentransport ist, so Weiss, in den meisten Ländern weiterhin möglich. Alle Standorte des Unternehmens in Europa seien in Betrieb, die Stückgutnetzwerke funktionierten nach wie vor auf hohem Niveau. Die konsolidierten Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 zeigten Wirkung.

In Österreich erfolgt eine schrittweise Öffnung von Betrieben und Geschäften. Das werde zu einer Belebung der Lieferketten führen, gibt man sich bei Weiss zuversichtlich. Man beobachte diese Veränderungen, um gegebenenfalls notwendige Anpassungen der Transportnetzwerke rasch durchführen zu können.

Pläne für wirtschaftlichen Neustart

Um den wirtschaftlichen Neustart entsprechend zu bedienen und eine rasche Versorgung der Betriebe und Märkte sicherzustellen, hält das Unternehmen seine Verbindungen zwischen den Ländern aufrecht. Man könne Volumina weiterhin entsprechend bündeln und somit für stabile Transportnetzwerke sorgen. Der Abfahrtsplan werde laufend innerhalb des eigenen Transportsystems abgestimmt. Der Luft- und Seefracht Transport sei nach wie vor eingeschränkt möglich. Der Grenzverkehr für Güter- und Gewerbefahrten sowie Berufspendler über das Kleine Deutsche Eck – Verbindung Salzburger Flachgau mit dem Pinzgau – sei wieder ohne Zwischenstopp zulässig.

Transporte mit der Schweiz

Die nationalen Transporte mit der Schweiz liefen weiterhin auf hohem Niveau, alle Linienverkehre seien in Betrieb. Die Abwicklung der Exportverkehre ist gegeben, allerdings den Beschränkungen der Empfangsländer, im Besonderen Frankreich und Italien angepasst. Die Abwicklung nationaler Distribution sowie der Import und Export ist nach wie vor auf hohem Niveau gegeben. Einschränkungen ergeben sich aufgrund der Restriktionen in den Empfangsländern. Gütertransporte und Grenzgänger können ohne Einschränkung die Schweizer Grenze passieren und wieder nach AT zurückkehren. Bei Warenlieferungen muss ein Warenlieferschein mitgeführt werden.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)