18.05.2017

Trusted Carrier soll Kriminalität rund um Transport bekämpfen

Die Kriminalität im Transportgewerbe hat bedrohliche Ausmaße angenommen. Ganze Lkw-Ladungen verschwinden, Aufträge werden gefälscht, Identitäten erschlichen und Frachtenbörsen betrogen. Die jährlichen Schäden gehen in die Millionen. Jetzt soll das Transportverfolgungssystem Trusted Carrier Abhilfe schaffen.

Trusted Carrier

Trusted Carrier: Kampf gegen Cargonapping aufgenommen

Das neue System heißt Trusted Carrier. Es soll dem kriminellen Treiben entlang der Logistikkette jetzt den Garaus machen. Es soll Cargonapping, Auftrags- und Identitätserschleichung sowie dem Frachtenbörsenbetrug ein Ende setzen.

So jedenfalls die Hoffnung, die der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. in das System setzt. Für dessen Entwicklung haben zusammengearbeitet: die verladende Wirtschaft, die Kravag / R+V Versicherung AG und die Transfrigoroute Deutschland (TD) e.V. Den Echtbetrieb aufgenommen hat es nun Anfang Mai 2017.

Leistungsqualität in der Logistikkette

Immer öfter beeinträchtigen Verbrechen die Leistungsqualität in der Logistikkette. Die Branche beklagt wachsende finanzielle Verluste in Millionenhöhe sowie dauerhafte Schäden am Marken- und Produktimage.

Seit Juli 2016 lief das System Trusted Carrier im Probebetrieb. Jetzt soll es dabei helfen, die grenzüberschreitenden Aktivitäten von der International Road Transport Union (IRU) zu integrieren.

BGL Patronatsverband bei Trusted Carrier

Als Patronatsverband übernimmt der BGL bei Trusted Carrier eine Leistungsgarantie für die registrierten Transportunternehmen. Diese verpflichten sich im Gegenzu dazu, die systemrelevanten Qualitäts- und Zuverlässigkeitskriterien einzuhalten.

Die Kfz-Kennzeichen der im Programm eingesetzten Fahrzeuge sind in einer Datenbank gespeichert. In dieser können registrierte Auftraggeber online gezielt nach Fahrzeugen und EU-Lizenzen suchen.

Mehrfache Unterauftragsvergabe

So wird selbst bei mehrfacher Unterauftragsvergabe sichergestellt, dass vor Ort nur ein Trusted Carrier die Ladung aufnimmt. Der Einsatz eines Trusted Carrier muss vertraglich vereinbart werden. Wird gegen diese Vereinbarung verstoßen, hat der Auftraggeber Anspruch auf eine Garantiezahlung in vierstelliger Höhe.

Ein weiterer Vorteil für Auftraggeber: Durch Nutzung des Trusted Carrier soll sich der bürokratische Aufwand bei der Auswahl eines vertrauenswürdigen Logistikdienstleisters erheblich verringern, so z.B. bei der gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfung der EU-Lizenzen. Schon bald soll das System um weitere Funktionalitäten ergänzt werden.

Selbstreinigungsmechanismus fürs Qualitätsniveau

Das System verfügt über einen Selbstreinigungsmechanismus. Der soll für ein dauerhaft hohes Qualitätsniveau sorgen. Ein unabhängiger Beschwerdeausschuss bewertet gemeldete Verstöße und kann Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus dem Trusted-Carrier-System durchsetzen.

Einem Transportunternehmen bieten sich als Trusted Carrier zusätzliche Möglichkeiten zur Leistungsdifferenzierung am Markt.

Gefragt: Zuverlässigkeit und Sicherheit

Gerade bei Auftraggebern, die gesteigerten Wert auf Zuverlässigkeit und Sicherheit legen, könne das Zauberwort „Trusted Carrier“ zum „Sesam öffne Dich“ werden. Davon zeigt man sich beim BGL überzeugt.

Alle interessierten Transportunternehmen – auch Nichtmitglieder – könnten ein oder mehrere Fahrzeuge unter „Carrier Neuanmeldung“ auf www.trusted-carrier.de registrieren lassen. Für Verbandsmitglieder, die über ihren BGL-Landesverband einen separaten Registrierungsprozess durchlaufen, gelten ein vereinfachtes Verfahren sowie reduzierte Teilnahmegebühren.

Hier geht es zur Homepage des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.

Autor: Franz Höllriegel