03.12.2020

Tradingtwins kümmert sich um komplexe B2B-Einkäufe

In wenigen Minuten ohne Risiko optimale Investitionsentscheidungen treffen – nicht mehr und nicht weniger will das Kölner Start-Up Tradingtwins kleinen Unternehmen ermöglichen. Dreh- und Angelpunkt des Konzeptes sind dabei digitale Ausschreibungen – eine Marktlücke.

Tradingtwins

Digitalisierung des B2B-Einkaufs

An Selbstbewusstsein mangelt es Marc Wittkamp nicht. Man habe eine „große Lücke in der Digitalisierung des B2B-Einkaufs bzw. -Vertriebs entdeckt“ – und die will man nun schließen. Wittkamp ist Chef des Start-ups Tradingtwins in Köln. Bei ihm dreht sich alles um gewerbliche Anschaffungen. Tradingtwins ist in zwölf Produktkategorien aktiv.

Seine Anbieter haben über die Plattform Neukundengeschäft im Wert von über 50 Millionen Euro generiert, sagt Wittkamp gegenüber der Plattform „deutsche-Startups.de“. Das Startup möchte ihm zufolge kleinen Unternehmen dabei helfen, „in nur wenigen Minuten und ohne Risiko optimale Investitionsentscheidungen zu treffen“. Die Jungfirma, die von Christian Schäfers, Marc Wittkamp und Gary Kunkel geführt wird, setzt dabei auf digitale Ausschreibungen.

Bisher hoher Aufwand

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Tradingtwins-Macher über sein Startup und den Standort Köln. Man helfe KMUs, die eine komplexe Anschaffung für ihren Betrieb tätigen wollen, die passenden Anbieter zu finden und transparente Angebote zu erhalten. Unternehmer, die ein beratungsintensives Produkt wie z.B. eine Telefonanlage für das Büro oder eine Industriespülmaschine für ein Restaurant anschaffen wollen, hätten bisher dabei stets mit hohem Aufwand zu tun gehabt für:

  • Produktrecherche,
  • Anbieterauswahl und
  • Verkaufsgespräche.

Wittkamp: „Wir machen komplexe B2B-Anschaffungen effizient, indem wir anhand eines dynamischen Interviews den Bedarf des Interessenten klassifizieren.“
Mit dieser digitalen Ausschreibung finde der Tradingtwins-Algorithmus die Anbieter, die am besten passen, und die KMUs erhalten innerhalb von 48 Stunden vergleichbare Angebote. Laut Wittkamp wächst Tradingtwins seit zweieinhalb Jahren kapital-effizient. Trotz Corona sei man wirtschaftlich stabil und habe ein heterogenes und eingespieltes Team. Das Problem der Beschaffung komplexer B2B-Produkte bestehe in vielen großen Märkten. Wittkamp hält die eigene Lösung für die innovativste.

Konkurrenz zum klassischen B2B-E-Commerce

Dabei sieht sich das Unternehmen in Konkurrenz

  • zum einen mit dem klassischen B2B-E-Commerce. Von ihm grenze man sich jedoch klar durch den Fokus auf beratungsintensive Güter ab, welche nicht auf Amazon & Co. gehandelt werden.
  • Zum anderen zähle man digitale Branchenverzeichnisse wie z.B. Gelbe Seiten zu den Wettbewerbern. Im Gegensatz zu diesen bringe Tradingtwins Nachfrage und Angebot zusammen und beschränke sich nicht auf das reine Zurverfügungstellen von Informationen.
  • Als direktesten Konkurrenten identifiziert Wittkamp derzeit Aroundhome, die sich in den letzten Jahren allerdings stark auf das B2C-Segment konzentrierten. Wittkamp: „So sind wir in der DACH-Region die einzige reine B2B-Plattform, wenn es um die Beschaffung beratungsintensiver Produkte geht.“

Standort Köln besser als Start-up-Metropole Berlin?

Tradingtwins sieht sich als die führende Plattform für die Anschaffung komplexer B2B-Produkte in der DACH-Region. Als nächstes Ziel setzt man sich  die Eroberung weiterer europäischer Märkte. Als Standort habe man sich Köln als größter Einzelstandort der Metropolregion Rhein-Ruhr gewählt. Das Startup-Ökosystem hält Wittkamp für sehr „gesund, aber noch lange nicht so überhitzt wie Berlin“. Das wirke sich positiv auf vieles aus, was für ein Startup wichtig ist, wie z.B.

  • Bürosuche,
  • Recruiting und
  • Fundraising.

Die Startup-Szene in Köln sei räumlich konzentriert. Viele Startups tummelten sich hier. Dabei sei Köln als Hauptstadt des Rheinlands ist international aufgestellt. Darüber hinaus gibt es in und um Köln viel Industrie und Mittelstand – wichtig als potenzielle Kooperationspartner, Kunden oder Investoren.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)