30.05.2018

So geht erfolgreicher Containertransport

Pfingsten zeigte wieder: Stau auf Deutschlands Straßen. Eine Hauptursache dafür sind Lkws. Sehr hilfreich ist hier der Multimodaltransport, denn er kombiniert für den Containertransport verschiedene Verkehrsträger. So kommt der Güterverkehr von der Straße auf Schiene oder Wasserstraße.

Multimodaler Containertransport

Staus trotz vollmundiger Versprechen

Der Warenverkehr steigt unaufhaltsam weiter. Und damit die Staugefahr auf Deutschlands Straßen unter Mitwirkung des Lkw. Vollmundigen Versprechungen von Politik und transportierender Wirtschaft, die Verkehre von der Straße auf die anderen beiden Transportträger zu verlagern, folgt bislang nur unzureichende Umsetzung. Der Multimodaltransporteur Neska Schiffahrts- und Speditionskontor GmbH macht beim Containertransport eine rühmliche und erfolgreiche Ausnahme.

Zusammen mit seiner operativen Tochter CTS Container Terminal GmbH kombiniert Neska seit Jahrzehnten die Verkehrsträger für einen optimalen Waren- und Güterfluss. Zahlreiche Schifffahrts- und Bahnlinien versorgen das europäische Binnenland und bringen Produkte zu den großen Seehäfen.

Containertransport mit vier neuen Bahnlinien

Um dem steigenden Warenverkehr Rechnung zu tragen, ohne den Straßenverkehr weiter zu belasten, verstärkt Neska laut einer Mitteilung an die Presse sein Netz jetzt mit vier neuen Bahnlinien. Für die Verlader dabei von besonderem Vorteil dürfte der Umschlag im Kölner Hafen sein. Hier besteht ein direkter Anschluss an das Neska-Netzwerk mit schneller Weiterleitung in die Westhäfen nach Rotterdam, Antwerpen und Moerdijk, aber auch rheinaufwärts über die Mosel nach Mertert in Luxemburg.

Von den Seehäfen ins Hinterland schlägt das Unternehmen in Köln die Verkehre um. Diverse Ladungen, Tankcontainer, Wechselbrücken und Mega-Trailer sind auf diese Weise direkt mit dem Seeverkehr verbunden.

Für die ungarische GySEV von Budapest nach Köln

Seit Oktober 2017 besteht jetzt eine neue Verbindung. Die Linie im Auftrag der ungarischen GySEV verbindet Budapest mit Köln. Abgefertigt wird der Zug am Westkai mit Ladung aus Trailern, Megatrailern, Containern und Tankcontainern. In Budapest besteht Anschluss an eine Reihe von Zuglinien nach China. Derzeit verkehrt die Linie dreimal in der Woche. Seit November letzten Jahres ist auch das italienische Busto Arsizio angebunden.

Im Auftrag der Hafengesellschaft Köln (HGK) fertigt Neska die Linie für den Kunden Hupac am Terminal Köln-Nord mit der Ladung aus Containern, Tankcontainern, Wechselbrücken und Trailern ab. Seit April ist die Linie auf acht Umläufe in der Woche erweitert. Seit Februar bringen Züge einer weiteren Linie Hausmüll aus Italien zur Müllverbrennungsanlage in Köln.

Abfertigung am Terminal Köln Nord

Es handelt sich um einen wöchentlich verkehrenden Zug mit je 66 Zwanzig-Zoll-Containern (TEU). Abgefertigt wird die Linie am Terminal Köln Nord im Auftrag der HGK. Die Hauptstrecke zieht eine Lok der italienischen Mercitalia / TX, die „letzte Meile“ übernimmt die Rheincargo.

Ebenfalls seit Februar fährt eine neue Zuglinie nach Curtici in Rumänien. Dreimal in der Woche wird sie im Auftrag von TX am Westkai abgefertigt. Zusammen mit den bereits bestehenden Zuglinien, zum Beispiel fünfmal wöchentlich nach Rotterdam oder fünfmal wöchentlich nach Valencia in Spanien oder auch die Kurzlinie zur Knapsack in Hürth, steht den Verladern ein großes Güterlinienverkehrsnetz ab, nach und über Köln zur Verfügung.

Containertransport mit regelmäßigem Bahn- und Binnenschiff-Shuttle

Neska verbindet mit regelmäßigen Bahn- und Binnenschiff-Shuttle-Verkehren zwischen den intermodalen Umschlagterminals die europäischen Westhäfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam (Zara) und die norddeutschen Seehäfen Hamburg und Bremerhaven mit den wichtigen Industriestandorten im Rhein-Ruhrgebiet.

Über die vernetzten Terminals erreichen die Container mit dem Lkw direkt den Kunden. Standardisierte Prozesse sollen die Liefersicherheit verbessern.

Black-Box für Koks

Mit eigenen Entwicklungen trägt das Unternehmen den Besonderheiten von Containertransporten Rechnung. So hat es für den materialschonenden Transport von Kokskohle die black-boxX entwickelt. Seit 2010 transportiert es damit Gießerei-Koks über weite Strecken aus Osteuropa nach Westeuropa.

Für nässeempfindliche Produkte setzt Neska wird die blue-boxX abgeplant. Auch Standardcontainer kann man für z.B. fließende Güter mit Inletts ausrüsten lassen. Beim Beladen und Entladen von Standardcontainern erledigen Fachleute mit passender Technik das Stuffen und Strippen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)