12.07.2017

Smarte City-Logistik: Realität und Vision

City-Logistik bzw. Ballungsraumlogistik sind Sammelbegriffe für eine Vielzahl von Konzepten zur Bündelung des städtischen Güterverkehrs. Aufgrund des wachsenden Online-Handels wird es in Zukunft auch noch mehr Zulieferverkehr in den Städten geben. Gefragt sind innovative Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, aber auch Konzepte zur Bündelung von Transporten sowie autonome Zustellmöglichkeiten, die dem Verkehrschaos und der Umweltbelastung entgegenwirken können.

Smarte City-Logistik als Vision und in der Realität

Was ist City-Logistik?

Eine einheitliche Definition der City-Logistik besteht nicht, da unterschiedliche Ansätze einerseits die ökonomischen und andererseits die ökologischen Aspekte hervorheben. Es geht eher um Konzepte zur Verbesserung des städtischen Güterverkehrs.

Aufgrund des wachsenden Online-Handels wird es in Zukunft auch noch mehr Zulieferverkehr in den Städten geben. Gefragt sind innovative Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, aber auch Konzepte zur Bündelung von Transporten sowie autonome Zustellmöglichkeiten, die dem Verkehrschaos und der Umweltbelastung entgegenwirken können.

Die Ziele der Konzepte zur Versorgung und Entsorgung von Ballungs- und Verdichtungsräumen konzentrieren sich auf die Entlastung der innerstädtischen Infrastruktur und auf die Steigerung der Wirtschaftlichkeit des städtischen Güterverkehrs bei gleichbleibender oder optimierter Versorgungsqualität.

Kostenfaktor: die letzte Meile

Die Logistik der letzten Meile – auch Last Mile Logistik genannt – ist sowohl für den Anbieter als auch für den Dienstleister eine große Herausforderung innerhalb der Supply Chain. Es geht um den Transport der Ware vom Depot des Paketdienstleisters bis zur Haustür des Kunden. Gefragt sind praktikable Lösungen für die letzte Meile in der urbanen Logistik. Dabei kommen grundsätzlich zwei Konzepte infrage: diejenigen, die den Weg des Kunden zur Ware vorsehen, und umgekehrt.

ZF-Zukunftsstudie 2016

Das veränderte Konsumverhalten, das Internet-Shopping und der damit verbundene wachsende Paketmarkt stellen die Logistikbranche insbesondere auf den letzten Metern bis zum Kunden vor große Herausforderungen. Zu den Projekten, die diesem Thema gewidmet wurden, gehört u.a. die Zukunftsstudie 2016 „Die letzte Meile“, die ZF in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) erarbeitet hat.

Die Studie analysiert Veränderungen, entwirft Prognosen für die nächsten 15 Jahre, liefert Empfehlungen für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Logistik und zeigt Chancen und Herausforderungen wichtiger technologischer Trends auf. Aufgrund der Studienergebnisse ist ersichtlich, dass autonomes Fahren prognostiziert wird und dass dies eine Entlastung für den Zusteller bringt, ohne dass dieser überflüssig wird. Neue Technologien, wie etwa der 3-D-Druck, werden dazu führen, dass der Straßenverkehr weitgehend vermieden werden kann.

BIEK-Nachhaltigkeitsstudie 2017

Die Ergebnisse der Nachhaltigkeitsstudie 2017 des BIEK „Innovationen auf der Letzten Meile — Bewertung der Chancen für die nachhaltige Stadtlogistik von morgen“ zeigen, dass die KEP-Dienste verstärkt auf Innovationen für eine nachhaltige Stadtlogistik setzen. Statt dem Einsatz batterieelektrischer Fahrzeuge sieht man ein großes Nachhaltigkeitspotenzial in der Nutzung von Erdgasfahrzeugen sowie in der Kombination von elektrisch unterstützten Lastenrädern. Bei den innovativen Zustellkonzepten wurde das Mikro-Depot-Konzept als besonders nachhaltig eingestuft.

Autonom fahrende Zustellfahrzeuge könnten im urbanen Logistikmix eine wichtige Rolle spielen, wobei sie auch durch autonome Zustellroboter ergänzt werden. Die Politik muss Elektromobilität im Güterverkehr fördern, Rechtssicherheit für mobile Mikro-Depots im öffentlichen Straßenraum schaffen und Vorschriften für Pedelec-Lastenfahrräder anpassen.

Autor: Dieter Göllner