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09.06.2015

Netzengpässe: Schon jetzt 15 Minuten Stromausfall jährlich

Im Schnitt haben die Verbraucher in Deutschland derzeit pro Jahr rund 15 Minuten lang keinen Strom – nirgendwo in der EU gibt es weniger Ausfälle. Die hohen Kosten der Energiewende sind für die Unternehmen schon heute eine schwere Belastung im internationalen Wettbewerb. Der DIHK schlägt Alarm.

Hohe Kosten der Energiewende© hykoe /​ fotolia.com

Deutsche Unternehmen durch Kosten der Energiewende belastet

Die hohen Kosten der Energiewende seien für die Unternehmen schon heute eine schwere Belastung im internationalen Wettbewerb, schreibt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seinem Newsletter.

Die Stromerzeugung in Deutschland soll 2050 zu 80 % durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Den aus Wind, Sonne und Biomasse erzeugten Strom müsse man zu möglichst geringen Kosten in das Stromsystem integrieren.

Größte Hürde: Netzengpässe

Netzengpässe stellten dafür die größte Hürde dar. Den als notwendig festgestellten Ausbau- und Verstärkungsbedarf im Übertragungsnetz – also in den „Stromautobahnen“ – beziffert der DIHK auf rund 8.000 km. Die Umsetzung gehe aber nur schleppend voran und drohe zur Achillesferse der Energiewende zu werden.

Immer häufiger komme es zu einem Redispatch, d.h. zu Engpässen, sodass – wie bereits jetzt zwischen Nord- und Süddeutschland – die Übertragungsnetzbetreiber eingreifen müssen, indem sie auf der Seite des Netzengpasses die Erzeugung drosseln und auf der anderen Seite erhöhen. Dieser Eingriff führt zu hohen Kosten für Verbraucher.

Droht Aufspaltung der einheitlichen Preiszone?

DIHK-Experte Jakob Flechtner: „Sollten die bestehenden Engpässe nicht bald behoben werden, droht eine Aufspaltung der bisher einheitlichen Preiszone in Deutschland.“ Als Folge befürchtet Flechtner einen Anstieg der Strompreise in Süddeutschland.

Folge: Das geplante Ausbautempo der erneuerbaren Energien in Norddeutschland müsste reduziert werden.

Folge hiervon: Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) würde noch weiter steigen.

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