Fachbeitrag | Logistik
20.08.2015

Schnittstellenmanagement gegen teure Redundanzen

Effizientes Schnittstellenmanagement kann Ihnen dabei helfen, redundante Teilprozesse innerhalb des Unternehmens zu verhindern, die Kommunikation zwischen den beteiligten Abteilungen zu verbessern und ressourcenschonende Potenziale aufzudecken.

© Coloures-pic /​ Fotolia.de

Schnittstellen resultieren aus der Arbeitsteilung und stellen die Bruchstellen zwischen zwei oder mehreren Systemen dar. An den einzelnen Schnittstellen geht also jeweils etwas „von einer Hand in die nächste“ über. Hierbei können Unternehmen, Unternehmensbereiche, Projekte, Prozesse und Personen, aber auch verschiedene IT-Programme beteiligt sein.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen internen Schnittstellen (innerhalb des Unternehmens) und externen Schnittstellen (eigenes Unternehmen/externe Lieferanten und Kunden).

Kernaussagen

  • Minimierung von Transferverlusten: Die Logistik ist mit vielen Unternehmensbereichen verflochten. Das führt häufig zu Transferverlusten. Diese können durch eine effiziente Schnittstellenorganisation minimiert werden.
  • Messung von Transferverlusten: Transferverluste können in den Dimensionen Kosten, Zeit und Qualität gemessen werden.
  • Aufgaben des Schnittstellenmanagements: Da Schnittstellen stets Transferverluste (Ressourcenverschwendung) verursachen, muss das Schnittstellenmanagement die beteiligten Systeme koordinieren, integrieren und die Anzahl der Schnittstellen reduzieren.
  • Ziel des Schnittstellenmanagements: Schnittstellenmanagement versucht, die durch Schnittstellen verursachten Brüche und Transferverluste durch eine gemeinsame Zielerkenntnis und -verfolgung zu überwinden.

Aufgaben

Die Aufgaben des Schnittstellenmanagements sind:

  • Erkennung von Art und Umfang der Transferverluste
  • Analyse vorhandener Effektivitäts- und Effizienzpotenziale
  • Ausschöpfung der positiven Potenziale durch die Koordination der beteiligten Systeme

Gemeinsamkeiten

Schnittstellen- und Qualitätsmanagement haben viele Gemeinsamkeiten, da sie die Erbringung anforderungsgerechter Prozesse, Produkte und Dienstleistungen unterstützen, Risiken mindern, Prozessdurchlaufzeiten verkürzen, unnötige Prozesskosten und qualitätsbezogene Kosten vermeiden helfen und die Prozessleistungen und das Qualitätsniveau allgemein verbessern.
Um effizientes Schnittstellenmanagement zu betreiben, müssen zunächst die Ziele klar definiert werden.
Bei der Zieldefinition kann die Istanalyse Hilfestellung leisten. Im Rahmen der Istanalyse können Verbesserungspotenziale direkt aus den absoluten und relativen Werten der Dimensionen Kosten, Zeit und Qualität abgeleitet werden.
Neben dem Umfang der Verbesserungspotenziale werden in der Istanalyse natürlich auch konkret vorhandene Problemfelder aufgedeckt. Die Ziele des Schnittstellenmanagements lassen sich dann direkt aus diesen Problemfeldern herleiten.
Wichtigste Problemfelder sind meist die folgenden:

  • Dokumentation
  • Verantwortlichkeiten
  • Kommunikation
  • Funktionsorientierung

Sobald die Ziele des Schnittstellenmanagements bekannt sind, können entsprechende Maßnahmen und geeignete Instrumente zur Zielumsetzung vereinbart werden. Diese können unter anderem in der Erstellung einer Prozesslandkarte liegen, in der Definition von Verantwortlichkeiten, einer neuen Kommunikationskultur oder im Festlegen eines Unternehmensleitbilds. Außerdem kann beim Schnittstellenmanagement auf zahlreiche QM-Instrumente und QM-Methoden zurückgegriffen werden.

Die zielgerichtete Zusammenarbeit zweier oder mehrerer Systeme (Unternehmen, Bereiche, Prozesse, Mitarbeiter, …) funktioniert nur so lange reibungslos und ressourcenschonend, wie das stimmige Zusammenspiel aller Beteiligten aufrechterhalten werden kann.
Besondere Aufmerksamkeit ist dabei stets dem schwächsten Glied der Wertschöpfungs- bzw. Prozesskette zu widmen. Das ist der Teil des Gesamtsystems mit der höchsten Störanfälligkeit, die nicht oder nur bedingt beeinflussbar ist.
Schnittstellenmanagement kann Ihnen die Maßnahmen und Instrumente an die Hand geben, die Sie benötigen, um eine reibungslose und ressourcenschonende Zusammenarbeit in Ihrem Unternehmen zu gewährleisten.

Sie lasen soeben einen Auszug aus einem längeren Beitrag unserer Autorin Birgit Kluger. Wenn Sie mehr zu wichtigen Logistik-Themen wissen wollen, dann testen Sie jetzt 14 Tage lang kostenlos und unverbindlich den Online-Titel “Einkauf – Logistik – Transport“.

 

Autor: Birgit Kluger

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen