05.06.2018

Schenker baut zweites Logistikzentrum in Dubai

Bestehendes in Frage stellen, Ökologie vorantreiben, weltweite Präsenz sichern – die Strategie 2020 der DB-Logistiktochter Schenker schreitet fort. Im Mittelpunkt steht dabei die Nachhaltigkeit: In Dubai wirft man jetzt einen zweiten Anker, in Häfen reduziert man den Schwefelausstoß.

Der Logistikdienstleister Schenker schafft sich sein Logistikzentrum in Dubai als Drehkreuz zwischen dem Mittleren Osten und Afrika.

Logistik in Dubai: zwischen Al Maktoum und Jebel Ali

Zwei Superlative der internationalen Logistik befinden sich im arabischen Emirat Dubai: der weltgrößte Flughafen Al Maktoum International und der Jebel Ali Port, einer der größten Containerhäfen der Welt. Genau den Platz zwischen beiden hat sich die Logistiktochter der Deutschen Bahn, DB Schenker, ausgesucht als Drehkreuz zwischen seinen Europa– und Fernostverkehren.

Hier entsteht derzeit bereits das zweite Schenker-Logistikzentrum in Dubai. Der erste Spatenstich für den Bau dieses hochmodernen Logistikzentrums fand statt unter der Schirmherrschaft von Khalifa Al Zaffin, Executive Chairman der Dubai Aviation City Corporation.

Logistikzentrum Dubai: Stromversorgung vollständig aus Solarenergie

Das temperaturgeführte Lager bietet eine Fläche von 35.000 m² sowie 3.500 m² im Zwischengeschoss für Mehrwertdienste. Wie DB Schenker mitteilt, handelt es sich dabei um die größte Investition in der Geschichte von DB Schenker im Mittleren Osten.

Weltweit werde es der erste Standort des Unternehmens sein, dessen Stromversorgung vollständig durch Solarenergie abdeckt sein wird. Das Vorhaben ist die zweite von drei Phasen des Ausbaus der Kontraktlogistik in Dubai. Bis 2021 will man 80.000 m² Logistikflächen schaffen. Die Eröffnung des Standorts ist für das erste Quartal 2019 geplant.

Stärkung des Schenker-Netzwerks im Mittleren Osten und in Afrika

Dubai ist für DB Schenker die Drehscheibe für die Region Mittlerer Osten und Afrika. „Die Investition in Dubai South ist ein strategischer Schritt zur Stärkung unseres Netzwerks und zur Abrundung unseres Serviceangebots in den Vereinigten Arabischen Emiraten“, so Ako Djaf, Chef der Kontraktlogistik von DB Schenker Mittlerer Osten und Afrika. Die Investition bestätige den Wachstumskurs des Unternehmens in der Region.

Außerdem wolle man damit zeigen, dass man nicht nur „Logistiklösungen der Spitzenklasse“ biete, sondern auch „eine erstklassige Anbindung, kurze Markteinführungszeiten und eine ausgezeichnete Logistikinfrastruktur“.

Zollfreigebiet Dubai-Süd

Das Logistikareal von Dubai-Süd ist ein Zollfreigebiet mit einer Fläche von 18 km² für alle Verkehrsträger, Logistikanforderungen und Mehrwertleistungen. DB Schenker hat den Markteintritt einer Vielzahl internationaler Unternehmen ermöglicht und wächst mit ihnen in dieser Region. Das Unternehmen hat die eigenen Logistikflächen dort in den letzten fünf Jahren auf insgesamt 200.000 m² erweitert.

Umweltaktivitäten im Seeverkehr

Schenker ist auch bestrebt, seine Umweltaktivitäten im Seeverkehr auszuweiten. Mit der Containerreederei Hapag-Lloyd und einem nicht näher benannten Kosmetikhersteller startete DB Schenker ein Projekt zur Verringerung von Schwefeldioxidemissionen in Häfen.

Um die Folgen der Umwelt- und Gesundheitsbelastungen besonders in asiatischen und lateinamerikanischen Häfen zu reduzieren, zahle dieser Kosmetikkonzern seit Mitte 2017 für jeden seiner in einem dieser Häfen verschifften Container eine freiwillige Zusatzgebühr. Diese Gebühr wird von Hapag-Lloyd ausschließlich für den Erwerb von schwefelarmem Kraftstoff verwendet.

Zu dessen Nutzung im Hafenbereich und der Überprüfbarkeit durch externe Auditoren hat sich der Spediteur eigens verpflichtet. Dem Kunden wird für alle seine Container eine Konformitätserklärung ausgestellt, die die Umstellung des Kraftstoffs bestätigt. DB Schenker beaufsichtigt diese Transaktion.

Zu viel Schwefel im Schiffstreibstoff

Die Initiative gehe über die derzeitigen regulatorischen Anforderungen hinaus. Weltweit darf in einigen Regionen ein Schwefelgehalt von 0,1 Prozent am Liegeplatz nicht überschritten werden.

Viele Häfen verfügen aber nach wie vor über keine derartige Einschränkung. Dies führe dazu, dass in den Häfen während des Löschens und Aufnehmens von Ladung auch Treibstoff mit bis zu 3,5 Prozent Schwefelgehalt für den Schiffsbetrieb verwendet werden kann.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)