04.09.2017

Rossmann passt seine Lagerverwaltung bundesweit an

Wimperntusche, Schokolade, Sandwichtoaster: Es gibt kaum einen Artikel, den es bei Rossmann nicht gäbe. Mehr als 20.000 Artikel bietet die Drogeriekette, untergebracht auf 240.000 m² in sieben deutschen Logistikstandorten. Bei der Lagerverwaltung soll jetzt eine neue Software helfen.

Lagerverwaltung

Bis 2019 Softwareinstallation aller Regionalläger

Rossmann stellt seine Lagerverwaltung auf die neueste Version der Lagerführungssoftware LFS.wms von der Softwareschmiede Ehrhardt + Partner (E+P) um.

Wie „it-zoom.de“ berichtet, ist der Release-Wechsel für die 30.000 und 24.000 m² großen Regionalläger in Köln und Wustermark bereits abgeschlossen. Die Updates an weiteren Standorten seien noch für dieses Jahr geplant. Bis 2019 sollen alle deutschen Regionalläger mit der Softwareversion 8 (V8) arbeiten.

Reibungslose Logistik bei Rossmann

Täglich verlassen den Angaben zufolge rund 400 Ausliefertouren die Regionalläger der Drogeriekette. Sie beliefern die 2.100 Märkte im Bundesgebiet. Um dieses immense Logistikvolumen exakt zu koordinieren, ist eine individuell abgestimmte Software-Unterstützung unbedingt notwendig.

In insgesamt vier europäischen Ländern vertraut Rossmann auf das Lagerführungssystem LFS.wms von E+P. Seit fast 20 Jahren ist es bei dem langjährigen AS/400-Anwender Rossmann im Einsatz.

Bei Lagerverwaltung für digitalisierte Zukunft gerüstet

Mit dem Update auf die funktional und technisch erweiterte Software-Version V8 rüstet sich die Drogeriekette für die digitalisierte Zukunft. Das Lagerführungssystem unterstützt alle gängigen Betriebssysteme, insbesondere zur Erweiterung auf mobile Android- und iOS-Geräte.

Eine wesentliche Anforderung der komplexen Rossmann-Logistik sind stets reibungslose und transparente Prozessabläufe. Die tägliche Belieferung der Filialen macht dies erforderlich.

Wird ein Produkt in einem Regionallager nicht geführt, kommt bei Rossmann der Pendelverkehr zum Einsatz. Die fehlende Ware fordert LFS in einem solchen Fall aus dem Zentrallager in Landsberg an. Vor der Auslieferung an die entsprechende Filiale werden die Aufträge dann im Regionallager konsolidiert und verdichtet.

Pick-by-Voice verbessert Zeitmanagement

Bei rund 90.000 täglich abgewickelten Positionen in Wustermark und 130.000 Positionen pro Tag im Kölner Regionallager können Sekundenbruchteile entscheiden. Hierfür wird „Lydia Voice“ eingesetzt, ein System mit einer Sprachsoftware für die Kommissionierung. Mit ihm hätten die Mitarbeiter im Lager jederzeit beide Hände frei. Das steigere die Effizienz und beschleunige die Prozesse erheblich.

Das System arbeitet sprecherunabhängig und ermöglicht Rossmann so besondere Flexibilität beim Einsatz von Zeitarbeitern und Saisonkräften. Neue Mitarbeiter benötigen keine zeitaufwendige Einarbeitung. Sie können mit den Anweisungen über das Headset sofort starten.

Dank der Anbindung der Pick-by-Voice-Lösung an die V8 erhält Rossmann nun auch die Möglichkeit, dafür intelligente Endgeräte wie Smartphones oder Smartwatches zu nutzen.

Topqualität jederzeit in allen Filialen

Die Artikel müssen jederzeit in bester Qualität in den Filialen ankommen. Zu diesem Zweck sind regelmäßige Qualitätskontrollen für Rossmann besonders wichtig. Vor allem die Kontrolle von Arznei- und Nahrungsmitteln muss für den Verkauf gewährleistet sein.

Über das Modul „Value Added Services“ (VAS) fordert LFS.wms in festen Abständen zur Qualitätsprüfung der Ware auf. Dabei werden die Artikel unter anderem auf Produktfehler überprüft.

Automatisierte Zukunft der Lagerverwaltung

Die Umstellung auf die V8 ist nur der erste Schritt der umfangreichen Prozessoptimierung. Mit LFS.V8 plant Rossmann auch weitere Automatisierungen – etwa ein intelligentes Palettenlager in Burgwedel bei Hannover.

Sobald alle Abläufe in der neuen Version abgebildet seien, sei die Einführung des Ressourcenmanagements für die Drogeriekette beabsichtigt. Ziel sei, in Zukunft möglichst viele logistische Prozesse mit nur einem System abzuwickeln.

Autor: Franz Höllriegel